(„The Scarlet Letter“ directed by Roland Joffé, 1995)

Die Verfilmung der Buchvorlage von Nathaniel Hawthorne wartet zwar mit einer prominenten Besetzung auf, aber der Streifen von Roland Joffé kann bei weitem nicht überzeugen. Die Geschichte spielt im 17. Jahrhundert, der Besiedelungszeit Amerikas von seiten der Europäer. Hester Prynne (Demi Moore) soll von England nach Amerika ziehen um dort eine neue Heimat zu finden. Ihr Mann, Roger Chillingworth (Robert Duvall) bleibt vorerst auf der britischen Insel zurück, will aber später nachkommen. Hester findet schnell ein Haus in der Kolonie und versucht sich in der Abwesenheit ihres Mannes in der puritanischen Gemeinde einzuleben. Ihre Selbstbewusstheit und ihr Mundwerk machen sie jedoch schnell unbeliebt, vor allem beim männlichen Geschlecht. Bald trifft sie auf den charmanten Pfarrer Arthur Dimmesdale (Gary Oldman), der sie vollkommen versteht und bewundert. Die enge Freundschaft entwickelt sich bald in Liebe um und als dann Hester die Nachricht erreicht, dass ihr Mann vermutlich bei einem Schiffsunglück gestorben ist, kennen ihre Gefühle für den Priester keine Grenzen mehr. Beide wissen, dass ihre Liebe und ihr mittlerweile gezeugtes Kind, kirchlich gesehen, nicht gebilligt würden und halten von daher ihre Beziehung geheim. Inzwischen gerät Roger Chillingworth, der den Schiffsbruch als Einziger überlebt hat, in Gefangenschaft der Indianer. Da er durch seine Aggressivität den Ureinwohnern Angst einjagt, lassen sie ihn laufen und der gebrochene Mann sucht seine Frau auf. Als er sie findet, merkt er sofort dass etwas nicht stimmt. Er weiß, dass sie ihn betrogen hat, doch weigert Hester sich ihm den Namen des Mannes zu nennen. Roger, der sich sehr geschickt verhält und seine wahre Identität öffentlich geheim hält, heckt einen diabolischen Racheplan aus: Er bringt es so weit, dass Hester per Gericht zur Hexe gesprochen und zum Tode verurteilt wird.
Die Thematik der verbotenen Liebe ist eigentlich sehr interessant, aber in mehr als 130 Minuten Laufzeit kommt dermaßen viel Langeweile auf, dass es sehr anstrengend ist der Story zu folgen. Die schauspielerischen Leistungen sind dabei nicht mal schlecht, vor allem Robert Duvall weiß zu überzeugen, aber durch die langatmigen Szenen wird dies alles zunichte gemacht. Die musikalische Untermalung von John Barry ist übrigens gleich Fad wie die zu lang geratenen Szenen und bietet kaum Abwechslung.

Der scharlachrote Buchstabe
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