The Idiots
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The Idiot(s)

The Idiots
„The Idiot(s)“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Inhalt / Kritik

Fjodor Dostojewski (Johnny Flynn) hat ohne Zweifel großes schriftstellerisches Talent. Doch davon ist momentan nicht viel zu sehen, der russische Autor bringt einfach nichts mehr aufs Papier. Dafür ist er anderweitig ganz gut beschäftigt. Denn er ist auf Hochzeitsreise, mit seiner Frau Anna (Aimee Lou Wood) ist er nach Baden-Baden gefahren. Von trauter Zweisamkeit jedoch keine Spur. Er verbringt seine Zeit in Casinos, wo er Geld verspielt, das er gar nicht hat. Aber auch andere Frauen haben es ihm angetan, er genießt es, seine Zeit mit ihnen zu verbringen, Ehe hin oder her. Anna wiederum tut alles dafür, dass ihr Mann wieder zu seiner Schreiberei zurückfindet und damit die finanzielle Zukunft des Paares sichert …

Der große Literat als Farce

Fjodor Dostojewski gehört ohne Zweifel zu den großen Literaten des 19. Jahrhunderts, mit Romanen wie Der Idiot oder Schuld und Sühne hat er Geschichte geschrieben. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass man ihn auch als Menschen verehren muss. Das zumindest zeigt The Idiot(s), ein neuer Film, der aus dem Leben des großen Autors berichtet. Basierend auf dem 2021 veröffentlichten Roman The Gambler Wife: A True Story of Love, Risk, and the Woman Who Saved Dostoyevsky von Andrew D. Kaufman lernen wir ihn zu einem Zeitpunkt kennen, als er damit kämpft, überhaupt irgendwie künstlerisch tätig zu sein. Irgendwie ist er mit allem beschäftigt, nur nicht mit dem Verfassen des Romans.

Es ist aber nicht allein die mangelnde Produktivität, mit der am Legendenstatus des Schriftstellers gekratzt wird. Das eingespielte Regieduo Małgorzata Szumowska und Michał Englert, das zuvor unter anderem Frau aus Freiheit und Der Masseur gedreht hat, zeigt den Protagonisten als mindestens kauzigen Typen, der besondere Vorlieben pflegt. Zumindest in der ersten Hälfte ist das weit entfernt von dem Historiendrama, als das der Film verkauft wird. The Idiot(s) ist vielmehr eine Komödie, geradezu eine Farce. Hier ist alles und jeder irgendwie verdreht, auch überdreht. Mit einem fein nuancierten Porträt hat das dann weniger zu tun. Aber es macht schon Spaß, dieser Ansammlung von Absurditäten zuzusehen und wie Kunst nicht aus einem kreativen Prozess heraus entsteht, sondern aus einem notwendigen Chaos.

Etwas zäh, aber sehenswert

Im weiteren Verlauf geht es dann aber doch mehr darum, wie der Protagonist in seiner Sucht gefangen ist. Das ähnelt schon anderen Suchtdramen, bei denen die Hauptfiguren in einem Zyklus gefangen sind – ob es nun Drogen, Alkohol oder eben das Glücksspiel ist. Das funktioniert, ist insgesamt aber weniger interessant. The Idiot(s) tritt dann zwangsläufig etwas auf der Stelle und man fragt sich irgendwann, worum genau es eigentlich in dem Film gehen soll. Denn irgendwie wurde schon am Anfang alles gesagt, was man wissen muss, danach beschränkt man sich auf Variationen. Hinzu kommt, dass das Drama mit einer Laufzeit von rund zwei Stunden nicht ganz kurz ist. Dadurch fällt es schon auf, wenn sich zwischendurch nicht mehr viel entwickelt.

Dennoch, in der Summe ist das schon sehenswert. Der Film, der auf dem Telluride Film Festival 2026 Weltpremiere hatte, macht aus dem großen Intellektuellen, der ein wenig schmeichelhaftes Bild seiner Mitmenschen zeichnete, jemanden, der selbst aus einem Roman von Dostojewski stammen könnte. Faszinierend ist in dem Zusammenhang aber gerade auch die weibliche Hauptfigur: Anna setzte sich nicht nur seinerzeit für Frauenrechte ein, sondern erscheint hier als starke Persönlichkeit, ohne die es das Werk ihres Mannes wohl nie gegeben hätte. The Idiot(s) lebt dabei auch von der Darstellungsleistung. Das Ensemble, zu dem auch Vicky Krieps und Christian Friedel gehören, geht in den jeweiligen Rollen auf, auch wenn man sich manchmal gewünscht hätte, dass den Figuren noch etwas mehr Konturen verleiht worden wäre.

Credits

OT: „The Idiot(s)“
Land: Deutschland, Polen
Jahr: 2026
Regie: Małgorzata Szumowska, Michał Englert
Drehbuch: Małgorzata Szumowska, Michał Englert, Kasper Bajon, Brid Arnstein
Vorlage: Andrew D. Kaufman
Kamera: Michał Englert
Besetzung: Aimee Lou Wood, Johnny Flynn, Vicky Krieps, Christian Friedel

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The Idiot(s)
fazit
„The Idiot(s)“ schildert die Hochzeitsreise von Fjodor Dostojewski und wie dieser vergeblich an seinem Roman arbeitete. Der Film ist eine ganze Zeit lang sehr unterhaltsam, wenn aus dem großen Literaten ein kauziger Tunichtgut wird. Später zieht sich das Ganze aber ein wenig, wenn die Geschichte sich nicht mehr groß entwickelt.
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