Bunker Angel of War
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Bunker – Angel of War

„Bunker – Angel of War“ // Deutschland-Start: 6. Oktober 2023 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Die Verwunderung ist groß bei Lt. Turner (Patrick Moltane) und seinen Männern. Gerade noch kämpften sie im Ersten Weltkrieg unaufhörlich gegen die Deutschen in den Schützengräben, als auf einmal alle Feinde verschwunden zu sein scheinen. Um der Sache auf den Grund zu gehen, schickt er deshalb einen kleinen Trupp los, damit sie sich das mal aus der Nähe anschauen. Tatsächlich ist von den Deutschen ist nichts zu sehen. Rätselhafter noch ist der Bunker, der von ihnen verlassen wurde. Oder zumindest fast verlassen: Darin finden sie Kurt (Luke Baines), einen deutschen Soldaten, der offensichtlich von den anderen gekreuzigt wurde, aber noch immer am Leben ist. Während die Männer noch darüber grübeln, was hinter all dem stecken könnte, wird der Bunker wieder von den Deutschen attackiert und der Eingang dadurch verschüttet …

Das Grauen unter der Erde

Sie erfreuen sich im Horrorgenre immer wieder größerer Beliebtheit: Geschichten, die in Katakomben oder Bunkern spielen. Aus gutem Grund: Sie sind dunkel, weit entfernt von der rettenden Zivilisation und oft auch labyrinthartig, was zu einer beklemmend-klaustrophobischen Atmosphäre führt. Damit und mit der allgemeinen Angst vor Dunkelheit lässt sich so gut Stimmung machen, da ist die halbe Miete schon zusammen. Dieses Jahr lockten beispielsweise Deep Fear – Reich der Untoten und The Bunker Game mit solchen Settings, wenn der Ausflug in die Unterwelt unerwartete und tödliche Folgen hatte. In eine ähnliche Richtung geht auch Bunker – Angel of War, wenn hier verborgen unter der Erde das Grauen wartet. Wobei das Szenario hier natürlich so unterschiedlich ist, dass die Filme nur zum Teil miteinander zu vergleichen sind.

Genauer ist es das Kriegsszenario, welches die US-amerikanische Produktion von den obigen Kollegen unterscheidet. Grundsätzlich ist das eine recht dankbare Kombination, immer mal wieder wird Horror und Krieg miteinander gekreuzt, um zwei ganz verschiedene Formen des Schreckens zusammenzubringen. In Bunker – Angel of War müssen sich die Soldaten dann auch mit mehreren Gefahren auf einmal herumplagen. Da sind die Deutschen draußen, die einen beschießen. Innen lauert Kurt, bei dem zunächst nicht ganz klar ist, was mit ihm ist. Und selbst die eigenen Kameraden werden zu einer Bedrohung, wenn das dunkle Gefängnis des Bunkers dazu führt, dass die Männer zunehmend ihren Verstand verlieren. Da darf man doch gespannt sein, wer am Ende noch lebend davonkommt.

Auf Dauer zu wenig

Zumindest anfangs funktioniert das ganz gut, wenn Regisseur Adrian Langley (Ash & Dust) Setting und Szenario für sich zu nutzen weiß. Man möchte hier als Zuschauer bzw. Zuschauerin schon wissen, was es mit all dem auf sich hat. Der Anblick des gekreuzigten Kurt macht neugierig. Auch die Passagen der steigenden Paranoia sind gelungen. Dass man für das Projekt offensichtlich nicht viel Geld hatte, ist dabei kein Nachteil. Der Kammerspielaspekt eines spärlich eingerichteten Bunkers gehört hier zur Geschichte fest dazu. Etwas unerwartet ist die Musik, die bei Bunker – Angel of War an alte Filme erinnert und nicht so richtig zu einem Horrorfilm passt. Sie wäre in einem Mystery-Abenteuer besser aufgehoben gewesen. Richtig störend ist sie aber nicht.

Doch der positive Ersteindruck hält keinen kompletten Film über. Nach dem turbulenten Einstieg gerät die Handlung ins Stocken, bis sie über weite Strecken dann gar nicht mehr vorankommt. Spannend ist das nicht. Mit der Zeit wird es sogar ziemlich frustrierend, wie wenig da geschieht, wie wenig aus all dem herausgeholt wurde. Auch wenn da irgendwo in Bunker – Angel of War ein guter Film begraben wurde, in dieser Form reicht das nicht aus. So wichtig ein gutes Setting für einen Horrorbeitrag ohne Zweifel ist, das allein reicht nicht aus. Die Laufzeit ist auch einfach zu lang für das, was hier geboten wird.

Credits

OT: „Bunker“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Adrian Langley
Drehbuch: Michael Huntsman
Musik: Andrew Morgan Smith
Kamera: Matthew Quinn
Besetzung: Roger Clark, Luke Baines, Patrick Moltane, Kayla Radomski, Julian Feder

Bilder

Trailer

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Bunker – Angel of War
fazit
„Bunker – Angel of War“ beginnt vielversprechend, wenn Horror und Krieg miteinander verbunden werden. Auch das Setting eines verlassenen Bunkers, aus dem es kein Entkommen gibt, sorgt für Stimmung. Auf Dauer ist das aber zu wenig, da die Handlung kaum vorankommt, statt Spannung ist Langeweile bis Frust angesagt.
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