Cannon for Cordoba Kanonen für Cordoba
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Kanonen für Cordoba

Cannon for Cordoba Kanonen für Cordoba
„Kanonen für Cordoba“ // Deutschland-Start: 25. Dezember 1970 (Kino) // 10. März 2022 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

1912 ist der Konflikt zwischen der mexikanischen Regierung und den Revolutionstruppen in vollem Gange. Da mittlerweile auch Städte und Gemeinden jenseits der mexikanischen Grenze angegriffen werden, soll ein Großaufgebot der US-amerikanischen Armee, mit Unterstützung reicher Viehhändler, die um ihr Land sowie ihren Besitz fürchten, den Attacken Einhalt gebieten. Unter ihnen befindet sich General Rod Douglas (George Peppard), der von seinen Vorgesetzten mit einer gefährlichen Mission betraut wird. Nachdem General Héctor Cordoba (Raf Vallone), einem wichtigen Strategen der Revolutionsarmee, sechs Kanonen in die Hände gefallen sind, sollen Douglas und seine Männer Cordobas Festung infiltrieren, diese zerstören und den General der mexikanischen Regierung ausliefern. Die Schwäche des Generals für schöne Frauen soll den Soldaten dabei helfen, an Informationen zu kommen und den Angriff in die Wege zu leiten, doch als sie verraten werden, müssen sie improvisieren und es mit einer ganzen Armee aufnehmen.

Zurück zur Revolution

Nachdem er sich schon bei Die Rache der glorreichen Sieben mit dem Kontext der mexikanischen Revolution beschäftigt hatte, kehrte Regisseur Paul Wendkos für sein nächstes  Projekt zurück zu diesem Thema. Kanonen für Cordoba befasst sich, wie viele andere Filme zu dieser Thematik, mit dem Eingreifen US-amerikanischer Truppen oder Geschäftsleute in den politischen Konflikt, wobei eine Figur wie der von George Peppard (Frühstück bei Tiffany) gespielte General eine für diese Geschichte typischen Helden mimt, der zwischen Pflichterfüllung und dem Wohl der Menschen hadert. Zumindest in einigen Momenten kommt dies zum Tragen, denn Kanonen für Cordoba scheint in erster Linie, auch aus budgettechnischen Gründen, einer jener Western zu sein, bei dem die Schauwerte zählen und weniger thematische Tiefe.

Viele Filme, beispielsweise die Robert Mitchum-Western Bandido oder Heiße Grenze, haben die mexikanische Revolution als Hintergrund für ein größtenteils bekannte Geschichte innerhalb des Western-Genres gewählt. Auch Kanonen für Cordoba reiht sich in die Tradition dieser Filme ein, für die geschichtliche Kontexte mehr oder weniger Dekor sind, und welche die politischen oder gesellschaftlichen Hintergründe bestenfalls streifen. Dafür aber gibt es einiges an Schauwerten in diesem Film zu sichten, beispielsweise die bleihaltige Erbeutung der Kanonen durch Cordobas Männer gleich zu Anfang oder das nicht minder sensationell geratene Finale, in dem sich zu den Schießereien noch eine ganze Reihe von Explosionen gesellen. Die Tatsache, dass das Ende den Zuschauer doch sehr überrascht aufgrund seiner Abruptheit, betont dann die bereits erwähnte Gewichtung des Films hin zum Spektakel und weg von anderen Themen. Antonio Macasolis Kameraarbeit beschränkt sich derweil vor allem auf die Landschaften, ohne aber zu verstehen, dass gerade diese Landstriche, oder vielmehr deren Besitz, Hauptbestandteil dieses Konflikts sind.

Befehle sind Befehle

Interessanter hingegen ist da schon die Darstellung des Konflikts als einer, bei dem die Grenzen zwischen Freund und Feind langsam aber sicher verschwimmen. Gerade in den ersten Minuten meint man, in Stephen Kandels Skript wie auch Wendkos’ Inszenierung so etwas erkennen zu können, bis es dann doch wieder in bekannte Gefilde geht und der von Peppard gespielte Held seine Mission in Empfang nimmt. Als jemand, der sowohl den hochdekorierten Soldaten wie auch den Banditen überzeugend spielen kann, macht Peppard seine Aufgabe ganz solide, ebenso der Rest der Darsteller. Das Dilemma, in das er durch seine Befehle von oben kommt, wird zwar gestreift, dann aber fallen gelassen, was mit der bereits skizzierten Absicht dieses Western einhergeht. Unterhalten wird man also als Zuschauer und hat auch einiges an Schauwerten, doch lange im Gedächtnis bleiben wird Kanonen für Cordoba mitnichten.

Credits

OT: „Cannon for Cordoba“
Land: USA
Jahr: 1970
Regie: Paul Wendkos
Drehbuch: Stephen Kandel
Musik: Elmer Bernstein
Kamera: Antonio Macasoli
Besetzung: George Peppard, Giovanna Ralli, Raf Vallone, Pete Duel, Don Gordon, Nico Minardos, Gabriele Tinti

Bilder

Trailer

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Kanonen für Cordoba
fazit
„Kanonen für Cordoba“ ist ein recht konventioneller Western, dessen Geschichte vor dem Hintergrund der mexikanischen Revolution spielt. Paul Wendkos gelingt ein solider, wenn auch nicht sonderlich eindrucksvoller Western, der mehr auf Schauwerte setzt und weniger auf Tiefe.
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