Abyzou – Keine Seele ist sicher The Offering
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Abyzou – Keine Seele ist sicher

Abyzou – Keine Seele ist sicher The Offering
„Abyzou – Keine Seele ist sicher“ // Deutschland-Start: 16. März 2023 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

So richtig gut ist das Verhältnis zwischen Arthur (Nick Blood) und seinem Vater Saul (Allan Corduner) nicht mehr, seitdem er die Nicht-Jüdin Claire (Emm Wiseman) geheiratet hat. Doch es ist Zeit für eine Annäherung, jetzt da Nachwuchs unmittelbar bevorsteht. Und so machen sich die beiden auf zu Saul, der in seinem Haus ein jüdisch-orthodoxes Bestattungsinstitut betreibt. Dort hilft Arthur auch bei der neuesten Leiche: Yosille (Anton Trendafilov), ein Gelehrter, der sich kürzlich das Leben genommen hat. Während sich Vater und Sohn dabei langsam wieder näherkommen, wird versehentlich ein Amulett beschädigt, welches der tote Mann um den Hals trug. Dabei ahnen sie nicht, was sie damit anrichten werden, denn in Folge geht es in dem Haus nicht mehr mit rechten Dingen zu …

Hilfe, die Dämonen sind los!

Kaum ein Subgenre des Horrorfilms wird häufiger bedient als das des Okkulten. Ständig werden irgendwelche Titel veröffentlicht, bei denen sich alles um Dämonen dreht. Oft werden die Menschen unfreiwillig von irgendwelchen bösartigen Wesen in Besitz genommen. The Devil’s Light schaffte es mit einer klassischen Exorzismus-Geschichte sogar mal wieder ins Kino. Etwas seltener sind die Beispiele, bei denen die Menschen bewusst Dämonen herbeibeschwören, The Long Night und Hellblazers etwa wurden kürzlich fürs Heimkino veröffentlicht. Irgendwo dazwischen fällt Abyzou – Keine Seele ist sicher, wenn am Anfang des Unglücks ein Mann steht, der eigentlich seine tote Frau zurückwollte. Stattdessen rief er einen Dämon herbei. Und wie das bei denen so ist: Sind die erst einmal unter den Menschen, wollen sie nicht mehr weg.

Dass die Motivation hier eine andere ist als bei sonstigen okkulten Horrortiteln hat aber relativ wenig Einfluss auf die Handlung. Die besteht hier aus dem typischen Genre-Einmaleins. Das bedeutet viel Schatten, unheimliche Geräusche und dazwischen der eine oder andere Jump Scare. Punkte für Originalität gibt es hierbei für niemanden. Weder für Regisseur Oliver Park, der mit Abyzou – Keine Seele ist sicher sein Langfilmdebüt abgibt, noch für Drehbuchautor Hank Hoffman, der ebenfalls neu im Geschäft ist und sich deshalb lieber an das Bewährte hält. Letzterer hat zudem das Problem, nicht auf den Punkt zu kommen. Der Film ist mit rund anderthalb Stunden zwar nicht lang, hält sich vielmehr an die übliche Länge solcher Werke. Dennoch hat man das Gefühl, dass da etwas umständlich gestreckt wurde, um noch irgendwie die 90-Marke zu schaffen. Auserzählt ist das Ganze schon deutlich früher.

Atmosphärisch gelungen

Sehr schade ist zudem, dass der Film nur sehr wenig über den titelgebenden Dämon Abyzou zu sagen hat, der Teil zahlreicher Mythen ist. Wenn er sich später manifestiert, hat er zudem wenig mit dem typischen Bild des weiblichen Fabelwesens gemeinsam. Da hätte man sich den Verweis auch einfach sparen können. Besser geglückt ist, wie Abyzou – Keine Seele ist sicher dies in einem jüdischen Kontext einbaut, was nicht wenige zu einem Vergleich mit The Vigil – Die Totenwache bewegen wird. Eine andere offensichtliche Vergleichsmöglichkeit ist The Autopsy of Jane Doe, wenn der Film über weite Strecken innerhalb des Bestattungsinstituts spielt. Ein solcher Ort ist quasi von Natur aus eher unheimlich, da man sich hier vom Tod verfolgt fühlt. Oder dem, was nach dem Tod so kommt.

Park gelingt es auch, diesen Ort schön in Szene zu setzen. Auch wenn sich der Brite künstlerisch nicht unbedingt verausgabt, handwerklich ist die Umsetzung sehr solide. Wobei auch das stimmungsvolle Setting zu der gelungenen Atmosphäre beiträgt. Die Verknüpfung mit einem Familiendrama funktioniert ebenfalls. Zwar sind die beiden jüngeren Figuren etwas blass. Insgesamt passt das aber alles. Wer also mal wieder Lust hat auf einen solchen okkulten Horrorfilm, der kann es einmal mit Abyzou – Keine Seele ist sicher versuchen. Da ist zwar nichts dabei, das einen Platz in irgendwelchen Bestenlisten rechtfertigen würde. Aber es reicht doch, um es sich mal wieder vor dem Fernseher gemütlich zu machen und ein bisschen mitzugruseln.

Credits

OT: „The Offering“
Land: USA
Jahr: 2023
Regie: Oliver Park
Drehbuch: Hank Hoffman
Musik: Christopher Young
Kamera: Lorenzo Senatore
Besetzung: Nick Blood, Emm Wiseman, Allan Corduner, Paul Kaye, Daniel Ben Zenou, Jodie Jacobs

Bilder

Trailer

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Abyzou – Keine Seele ist sicher
fazit
„Abyzou – Keine Seele ist sicher“ ist ein insgesamt solider Horrorfilm, bei dem sich mal wieder alles um einen Dämon dreht. Das Setting eines jüdischen Bestattungsinstituts ist gut gewählt und trägt zu einer insgesamt gelungenen Atmosphäre bei. Originell ist das aber sicher nicht, weder inhaltlich noch inszenatorisch.
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5.3
6
von 10