The Long Kiss Goodnight Tödliche Weihnachten
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Tödliche Weihnachten

The Long Kiss Goodnight Tödliche Weihnachten
„Tödliche Weihnachten“ // Deutschland-Start: 22. Dezember 1996 (Kino) // 28. Januar 2011 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Vor acht Jahren wachte Samantha Caine (Geena Davis) am Strand von New Jersey auf – mit Baby im Bauch, aber ohne Erinnerungen. Heute arbeitet sie als Lehrerin, Recherchen über ihre Herkunft blieben erfolglos. Als sie eines Wintertages ein Reh anfährt und diesem danach instinktiv das Genick bricht, um es von seinen Leiden zu erlösen, scheint ein Schalter in ihrem Gehirn umgelegt worden zu sein. Wie sich bald herausstellt, gehört brutale Selbstverteidigung ebenfalls zu ihren Fähigkeiten. Gemeinsam mit dem heruntergekommenen Privatdetektiv Mitch Henessey (Samuel L. Jackson) macht sie sich auf, um ihre Vergangenheit zu ergründen. Eine Antwort ist bald gefunden: Samantha heißt eigentlich Charly Baltimore – und war eine CIA-Auftragskillerin. Ihre letzte Mission konnte sie zwar nicht komplett ausführen, durchkreuzte dabei aber immerhin die Pläne von Terroristen. Diese wollen nun jedoch erneut zuschlagen …

Ein kaum beachteter Actiontipp

Tödliche Weihnachten hätte immens davon profitiert, wenn Regissehr Renny Harlin (Skiptrace) nicht ein Jahr zuvor Die Piratenbraut, ebenfalls mit Davis in der Hauptrolle, gemacht hätte. Der Streifen wurde zu diesem Zeitpunkt zum größten Flop der Filmgeschichte. Das impliziert, dass ihn kaum jemand gesehen hat, dennoch schien er Grund genug für viele Zuschauer zu sein, auch das nächste Werk des damaligen Ehepaares zu ignorieren. Zwar konnte Tödliche Weihnachten seine Entstehungskosten wieder reinholen und hat im Laufe der Zeit auch eine gewisse Kultgefolgschaft aufbauen können, aber es fühlt sich immer noch an, als wäre der Film weitgehend unbekannt. Dabei ist er nicht nur für Actionfreunde einen Blick wert.

Wer Renny Harlin Unzulänglichkeiten als Regisseur vorwerfen möchte, kann dies gerne tun, aber es kann kein Zweifel daran bestehen, dass der Mann es versteht, Action auf der großen Leinwand zu inszenieren. Wer akzeptieren kann, dass eine kleine Splittergranate zu einer überdimensionierten Explosion führt, kommt bei Tödliche Weihnachten actionmäßig definitiv auf seine Kosten. Der Film schlägt allerdings nicht dauernd derart über die Stränge; fairerweise muss dazu gesagt werden, dass auf solche Dinge in den 1990er-Jahren generell nicht so geachtet wurde.

Trockener Humor, schwächelnde Geschichte

Das Drehbuch stammt von Shane Black und aus einer Zeit, als dieser noch ein großes Talent fürs Schreiben bewies. Die Dialoge sind mit die größte Stärke von Tödliche Weihnachten und Black könnte mit dem Casting wohl nicht zufriedener sein. Vor allem Brian Cox transportiert den trockenen Humor makellos, aber auch Jackson und Davis holen alles aus der großartigen Vorlage heraus, zumal Davis auch als Actionheldin überzeugt. Harlin und Jackson bezeichnen Tödliche Weihnachten beide als den Lieblingsfilm aus ihrer jeweiligen Filmographie – unabhängig voneinander (obwohl sie noch einmal in Cleaner – Sein Geschäft ist der Tod zusammenarbeiteten) und Jahre nach der Promophase, sodass die Aussagen glaubhaft wirken. Es ist auch gut nachzuvollziehen, wieso sie so empfinden, aber leider gibt es auch Negatives über den Film zu sagen.

So toll die Dialoge auch sein mögen, die Story an sich weist einige Schwächen auf. Dass die dunklen Machenschaften ausgerechnet gerade dann wieder vorangetrieben werden, als Charly ihr Gedächtnis zurückerlangt, ist schon ziemlich konstruiert. Darüber hinaus sind die Bösewichte hier viel zu farblos geraten. Während sich Momente wie etwa die Folterszene lange ins Gedächtnis einprägen werden, sind nur die Gegner noch schneller vergessen als die Handlung. Gerade die Folterszene zeugt aber davon, dass zumindest in gewissen Aspekten einiges an Gedankenarbeit in das Skript floss („Sam Caine“ ist übrigens ein nettes Anagramm), fungiert sie doch gleichsam als Charlys Taufe und markiert den vollständigen Übergang Davis‘ von Sam zu ihrer wahren Identität. Schade nur, dass die Geschichte nicht mit dem Rest mithalten kann.

Credits

OT: „The Long Kiss Goodnight“
Land: USA
Jahr: 1996
Regie: Renny Harlin
Drehbuch: Shane Black
Musik: Alan Silvestri
Kamera: Guillermo Navarro
Besetzung: Geena Davis, Samuel L. Jackson, Yvonne Zima, Craig Bierko, Tom Amandes, Brian Cox, Patrick Malahide, David Morse, Joseph McKenna, Melina Kanakaredes, Dan Warry-Smith

Trailer

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Tödliche Weihnachten
fazit
„Tödliche Weihnachten“ ist ein unterschätzter Kultklassiker mit satter Action und großartigen Dialogen. Runtergezogen wird er nur von seinen farblosen Bösewichten und der mauen Story.
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