4 Horsemen Apocalypse
© The Asylum

4 Horsemen: Apocalypse – Das Ende ist gekommen

„4 Horsemen: Apocalypse – Das Ende ist gekommen“ // Deutschland-Start: 23. September 2022 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Gerade noch schien die Welt in Ordnung. Jetzt nicht mehr. Vulkanische Aktivitäten, gewaltige Stürme und dazu noch eine Heuschreckenplage – es sieht so aus, als stünde das Ende von allem kurz bevor. Nur noch wenige Stunden bleiben der Menschheit, um sich von der Erde und einander zu verabschieden. Ganz kampflos will General Norriss (Dominique Swain) aber nicht aufgeben. Und so beauftragt sie die Vulkanologin Dr. Lynise Hughes (Arie Thompson), den Meteorologen Dakota Lenna (Eva Ceja) sowie den Mikrobiologen Elliot Rodney (Brandon Alan Smith), ihr bei der Aufklärung dieser rätselhaften Ereignisse zu helfen. Und natürlich auch bei der Bekämpfung dieser Symptome, welche den Planeten bald unbewohnbar machen würden …

Eine endzeitliche Mogelpackung

Den meisten dürfte The Asylum vor allem für ihre sogenannten Mockbuster ein Begriff sein. Bei Filmen wie Moon Crash – Es bleiben nur 12 Stunden! und Jungle Run – Das Geheimnis des Dschungelgottes nehmen sie bekannte, meist noch nicht veröffentlichte Blockbuster, drehen ihre eigene Version vorab für wenig Geld und hoffen, dass ein unkundiges Publikum versehentlich zugreift. Das ist moralisch natürlich fragwürdig, wirtschaftlich aber profitabel. Das gilt auch für 4 Horsemen: Apocalypse, den neuesten Titel aus der unverwüstlichen Billigschmiede. Dieses Mal gibt es zwar kein berühmtes Vorbild, das hier dummdreist imitiert wird. Um eine Mogelpackung handelt es sich bei dem Endzeitthriller aber durchaus.

So versprechen Titel und Cover einen Film, der irgendwie im Religiösen verankert ist. Neben den vier apokalyptischen Reitern, die Teil der Offenbarung von Johannes sind, ist eine der anfangs erwähnten Katastrophen ein gigantischer Heuschreckenschwarm – immerhin eine der zehn biblischen Plagen. Auch in den Dialogen wird der christliche Glaube aufgegriffen und damit dem Publikum suggeriert, dass die Geschichte sich in diese Richtung weiterbewegt. Möglich dass man bei 4 Horsemen: Apocalypse darauf aus war, in den USA auf diese Weise die Zuschauer und Zuschauerinnen anzulocken, welche christliche Filme zu einer profitablen Nische gemacht haben. Während der Glaube in vielen solcher Filme eine persönliche Rettung bedeutet, geht es dieses Mal um die Rettung der ganzen Welt.

Katastrophal langweilig

Wer angesichts dieses Szenarios auf einen Siegeszug der Religion hofft, sieht sich aber getäuscht. So sind die Titelfiguren in 4 Horsemen: Apocalypse eigentlich gar kein Thema. Sie tauchen auch nur ganz kurz auf und in einer Weise, die nicht unbedingt dazu ermuntert, Mitglied der christlichen Kirche zu werden. Stattdessen ist es eine Koalition aus Militär und Wissenschaft, der die undankbare Aufgabe zukommt, die Welt zu retten. Das religiöse Motiv, mit dem der Film wirbt, kommt in den anderthalb Stunden kaum vor. Selbst im Angesicht des eigenen Untergangs spielt Gott keine Rolle. Priester oder andere geistliche Figuren tauchen gar nicht erst auf, um Beistand zu liefern. Dabei hätte sich das durchaus angeboten bei einem Film, bei dem in erster Linie geredet wird, die Handlung hingegen spartanisch ausfällt.

Das ist dann auch das eigentliche Problem bei dem Film: Wie so viele andere Asylum-Titel ist 4 Horsemen: Apocalypse schrecklich langweilig. Das nicht vorhandene Budget führt dazu, dass hier anderthalb Stunden lang praktisch nichts passieren darf. Die Figuren laufen durch die Gegend, oft minutenlang, und tun dabei so, als wäre das gerade eine wahnsinnig spannende Situation. Ist es aber nicht. Die ohnehin seltenen Spezialeffekte sind so billig, dass sie in einer Parodie besser aufgehoben werden. Gerade der „Höhepunkt“ mit den apokalyptischen Reitern ist eine Frechheit. Wäre der Film konsequent darauf ausgerichtet, hätte das zumindest noch irgendwie spaßiger Trash sein können. So ist es aber ein quälend öder Trash, über den man sich noch nicht einmal wirklich aufregen kann, da er hierzu viel zu wenig liefert.

Credits

OT: „4 Horsemen: Apocalypse“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Geoff Meed
Drehbuch: Geoff Meed, Lauren Pritchard, Joe Roche
Musik: Mikel Shane Prather, Philip Ramirez, PJ Ramirez
Kamera: Brayton Austin
Besetzung: Dominique Swain, Arie Thompson, Eric St. John, Eva Ceja, Brandon Alan Smith, Isaac J. Cruz, Preston Geer, Bridger Buckley

Bilder

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4 Horsemen: Apocalypse – Das Ende ist gekommen
fazit
„4 Horsemen: Apocalypse“ spielt mit religiösen Motiven, benutzt die letztendlich aber nicht. Stattdessen handelt es sich um eine typische Produktion der Billigschmiede The Asylum, bei der anderthalb Stunden lang Leute durch die Gegend laufen und dabei so tun, als wäre die Situation gerade spannend. Da sind die seltenen Szenen mit den grauenvollen Spezialeffekten schon der „Höhepunkt“.
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