Jungle Run – Das Geheimnis des Dschungelgottes

Jungle Run – Das Geheimnis des Dschungelgottes

Inhalt / Kritik

Jungle Run – Das Geheimnis des Dschungelgottes
„Jungle Run – Das Geheimnis des Dschungelgottes“ // Deutschland-Start: 2. September 2021 (DVD/Blu-ray)

Als eine Expedition inmitten des Regenwaldes in Brasilien verschwindet, ist für die Behörden schnell klar: Da ist nichts mehr zu machen, der Dschungel hat sie verschluckt. Aber nicht alle wollen sich so einfach damit abfinden. So setzen Amanda (Alyson Gorske) und ihr Bruder Scott (Jack Pearson) alles daran, ihren verschollenen Vater Nathan (Richard Grieco) zu finden. Und auch Vera (Jamie Petitto) hat großes Interesse daran herauszufinden, was mit der Expedition geschehen ist. Schließlich ist es ihr Unternehmen, das diese finanziert hat. Und dieses Geld will sie nicht kampflos aufgeben. Gemeinsam hoffen sie, mit Hilfe von Lebecq (Wade Hunt Williams), der ein Charterboot besitzt, entgegen aller Wahrscheinlichkeit die Leute zu retten. Doch es dauert nicht lange, bis die kleine Truppe auf große Hindernisse stößt …

Die Sparvariante des Blockbusters

Irgendwie ist es schon recht schade, dass es heutzutage nur noch wenige richtige Abenteuerfilme gibt. Offensichtlich passt dieses Genre nicht mehr so recht in die heutige Zeit. Das Gefühl, dass es auf der Erde noch unerschlossene Orte gibt, bei denen große Gefahren lauern, ist wohl nicht mehr zu vermitteln. Dabei hat Jungle Cruise dieses Jahr bewiesen, dass es durchaus noch ein Publikum für diese Art Filme gibt. Wobei das sicher nicht ganz repräsentativ ist: Nicht jeder Film kann schließlich auf einer beliebten Freizeitpark-Attraktion basieren und Weltstars für viele Millionen US-Dollar engagieren. Da müssen manche schon ein bisschen mehr aufs Geld achten als Disney. Wenn jemand das kann, dann sind es die Leute von The Asylum (Collision Earth – Game Over), die gefühlt von jedem zweiten Blockbuster eine Billigvariante im Sortiment haben – die sogenannten Mockbuster.

Um einen solchen handelt es sich bei Jungle Run – Das Geheimnis des Dschungelgottes dann auch. Nicht nur dass der Titel an den des großen Studiobruders erinnert, auch inhaltlich gibt es einige frappierende Übereinstimmungen. So drehen sich beide Filme um ein Geschwisterpaar, bei dem die Schwester die Hosen an hat, während der Bruder nicht viel drauf hat. Beide Paare wollen in den südamerikanischen Dschungel und nehmen hierfür die Dienste eines wenig erfolgreichen Kahnkapitäns an. Dort warten dann nicht nur tierische Gefahren auf sie, sondern auch die Überbleibsel alter Legenden, wodurch jeweils eine ausgeprägte Fantasykomponente hinzukommt. So ein bisschen Magie hat noch nie geschadet, um den Überlebenskampf in einer menschenfeindlichen Gegend noch ein bisschen aufzumotzen.

Auf der Suche nach dem Talent

Nur wird es an der Stelle dann doch problematisch, wenn das entsprechende Geld fehlt, um diese Visionen auch in Bilder zu verwandeln. Schon Jungle Cruise hatte so seine Probleme, auf glaubwürdige Weise Naturlandschaften mit Computerkonstruktionen zu verbinden. Das sah trotz des hohen Budgets teils sehr künstlich aus. Bei Jungle Run – Das Geheimnis des Dschungelgottes sollte man jeden Anspruch auf eine realistisch anmutende Umsetzung gleich ganz begraben. Wie man das bei The Asylum gewohnt ist, gibt es hier Spezialeffekte aus der Grabbelkiste. Schon der Einstieg, wenn mit grünem Licht für Stimmung gesorgt werden soll, überzeugt kaum. Richtig schlimm wird es, wenn die aus dem Rechner stammenden Tiere Jagd auf die Gruppe machen. Und dann ist da noch der finale Widersacher, der so schlecht gemacht wurde, dass man überhaupt keine Zeit für Spannung hat. Schließlich ist man gerade zu sehr mit Gelächter beschäftigt.

Nun könnte man mit tatsächlichem Humor technische Unzulänglichkeiten ein Stück weit ausgleichen. Auch eine spannende Geschichte oder interessante Figuren kosten nicht zwangsläufig viel Geld. Es braucht dafür primär Talent. Schwierig wird es aber, wenn sowohl Geld wie Talent fehlen. Die Dialoge wirken so, als hätte man sie einem Kindergarten-Workshop entnommen, die Charaktere sind eine Katastrophe, bei der Story sieht es nicht wirklich besser aus. Zwar versucht sich Jungle Run – Das Geheimnis des Dschungelgottes an einer ökologischen Botschaft, was bei dem Setting nicht unsympathisch ist. Sonderlich überzeugend ist das jedoch kaum, sondern wirkt wie bei dieser Billigschmiede üblich nur wie von irgendwo abgeschrieben. Gefühlt ist da nichts. Immerhin: Hauptdarstellerin Alyson Gorske ist mit Eifer dabei und noch so etwas wie der einsame Hoffnungsschimmer in dieser trüben Angelegenheit. Aber es reicht nicht aus, um gegen den Rest anzukommen.

Credits

OT: „Jungle Run“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Noah Luke
Drehbuch: Marc Gottlieb
Musik: Mikel Shane Prather
Kamera: Noah Luke
Besetzung: Alyson Gorske, Jack Pearson, Wade Hunt Williams, Jamie Petitto, Benjamin Bernard, Richard Grieco

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In „Jungle Run – Das Geheimnis des Dschungelgottes“ wollen zwei Geschwister und eine Unternehmerin eine verschollene Expedition in den brasilianischen Regenwald wiederfinden. Klingt spannend? Ist es nicht. Stattdessen leidet der Mockbuster unter dem geringen Budget wie auch einem geringen Talent des Kreativteams.
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