Sing a Bit of Harmony
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„Sing a Bit of Harmony“ // Deutschland-Start: 26. Juli 2022 (Kino)

Inhalt / Kritik

Als Shion neu an die Schule kommt, ist allen sofort klar: Die Jugendliche ist irgendwie anders. Wie anders, das ahnen die meisten jedoch nicht. Tatsächlich handelt es sich bei dem aufgeweckten Mädchen um eine künstliche Intelligenz, erfunden von Satomis Mutter, die das Ziel verfolgt, Satomi glücklich zu machen. Das bedeutet aber auch, deren Freunde und Freundinnen Toma, Gocchan, Aya und Thunder zu unterstützen, wo es nur geht. Anfangs tun sich diese damit noch ein wenig schwer, so wie auch das Glückskind nicht so recht weiß, wie es mit der Situation umzugehen hat. Doch je mehr Zeit sie mit Shion verbringen, umso mehr lernen sie die Neue und ihre neugierige und aufgeschlossene Art zu schätzen …

Von allem ein bisschen

Im Anime-Bereich nimmt man das mit den Genregrenzen bekanntlich nicht immer ganz ernst. Allgemein werden gern die unterschiedlichsten Sachen miteinander kombiniert, ohne dass sich jemand Sorgen machen würde, ob das noch irgendwie zusammenpasst. So auch bei Sing a Bit of Harmony. Der Titel lässt eigentlich auf einen Musikfilm schließen, vielleicht im Stil von The Anthem of the Heart. Tatsächlich wird hier auch immer mal wieder gesungen, gern mitten in einer Szene – was für die eine oder andere Verwirrung sorgt. Aber das ist eben nur eines von diversen Elementen. Man hätte es auch mehr oder weniger komplett rauslassen können, ohne dass es nennenswerten Einfluss auf die Geschichte gehabt hätte.

Ein wichtigeres Element kommt aus der Science-Fiction-Ecke, wenn sich Sing a Bit of Harmony dem Genre-Dauerbrenner künstliche Intelligenz annimmt. Gerade die Frage, inwieweit solche Intelligenzen tatsächliche Wesen sind oder sein können, wird hier angesprochen. Eine wirkliche Antwort sollte man dabei aber nicht erwarten. Der durchaus auf Science-Fiction-Animes spezialisierte Regisseur Yasuhiro Yoshiura (Time of Eve, Patema Inverted) kratzt da nur so ein bisschen an der Oberfläche. Da geht es mal um Vorurteile, welche die Menschen angeblich gegenüber künstlichen Intelligenzen haben. Auch beim Quintett gibt es zunächst Vorbehalte, bevor sie sich mit Shion alle anfreunden, wie es in solchen Geschichten immer passiert.

Am Ende nichts Besonderes

Das ist dann leider auch eines der Mankos, die der Film hat: Auch wenn die Kombination aus Science-Fiction, Musik, Komödie und Coming of Age recht ungewöhnlich ist, rein dramaturgisch gesehen folgt Sing a Bit of Harmony schon sehr ausgetretenen Pfaden. Da passiert irgendwie nichts, das – ist das Szenario erst einmal etabliert – noch für Überraschungen sorgen würde. Der Film ist auch nicht so unterhaltsam, wie er es gern wäre. Die diversen humorvoll konzipierten Szenen sind größtenteils eher langweilig. Bei den Figuren wurde ebenfalls nicht wirklich viel Arbeit investiert. Zum Ende hin geht auch der leichte Ton verloren, wenn es auf einmal dann doch sehr dramatisch werden soll, verbunden mit dem einen oder anderen Kitschhappen.

Das darf man natürlich mögen. Schlecht ist der Film auch sicher nicht. Er ist eigentlich sogar ganz nett und mit der positiven Einstellung zu Technik und dem großen Fokus auf Freundschaft schon auch irgendwie sympathisch. Die Optik aus dem Haus J.C.Staff (Revolutionary Girl Utena – The Movie) stimmt ebenfalls. Die große Begeisterung kommt bei Sing a Bit of Harmony aber nicht auf, von den diversen Versatzstücken bleibt am Ende einfach zu wenig übrig, an das man sich unbedingt erinnern müsste. Das Thema Glück wird beispielsweise mit reinen Plattitüden abgearbeitet. Aufgrund des Mangels an neuen Anime-Filmen, gerade solchen, die nicht auf einem Franchise basieren, kann man durchaus hier reinschauen. Yoshiura hat aber schon interessantere Werke vorgelegt.

Credits

OT: „Ai no Utagoe o Kikasete“
Land: Japan
Jahr: 2021
Regie: Yasuhiro Yoshiura
Drehbuch: Ichiro Okouchi
Musik: Ryo Takahashi
Animation: J.C.Staff

Bilder

Trailer

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Sing a Bit of Harmony
Fazit
„Sing a Bit of Harmony“ kombiniert zwar auf eine ungewöhnliche Weise Science-Fiction, Komödie, Coming of Age und Musical. Dennoch bleibt von dem Anime über eine künstliche Intelligenz, die eine Schülerin glücklich machen will, nicht so wahnsinnig viel übrig.
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