Kritik

Danmachi The Movie Arrow of the Orion

„DanMachi – The Movie – Arrow of the Orion“ // Deutschland-Start: 29. Mai 2020 (Anime on Demand)

Was hatte sich Hestia nicht gefreut, als sie Artemis wiedersehen durfte, ihre beste Freundin aus der Götterwelt! Doch die Freude währt nicht besonders lang. Nicht allein, dass Artemis in großen Schwierigkeiten steckt und deswegen Hilfe von ihrer alten Freundin und deren Abenteurergruppe braucht. Sie hat offensichtlich auch ein Auge auf Bell Cranel geworfen, den Neuling in ihrer Runde, den Hestia eigentlich für sich selbst beansprucht. Dennoch machen sich alle gemeinsam auf, um fernab der Heimat Orario eine unheimliche böse Macht zu bekämpfen – und erleben dabei eine ebenso böse Überraschung …

Große Fantasyabenteuer sind im Filmbereich bekanntlich selten geworden. Nachdem es in den 00er Jahren noch einen regelrechten Run gab, ausgelöst durch den Doppelschlag Der Herr der Ringe und Harry Potter, die für glänzende Kassen sorgten, scheuen die Hollywood-Studios inzwischen die damit verbundenen hohen Kosten. Aber zum Glück gibt es da ja noch den Animationsbereich, der mit deutlich weniger Geld auskommt und weniger hohe Erwartungen zu erfüllen hat. Gerade bei Animes findet man noch den schmerzlich vermissten Nachschub, werden dort doch in hoher Frequenz neue Geschichten ausgespuckt. Eines dieser Animationsabenteuer: DanMachi – The Movie – Arrow of the Orion.

Nachschub (nur) für Fans
Wie der Titel bereits impliziert, handelt es sich dabei um die Filmfassung eines bereits bekannten Franchises. Genauer liegt dem Werk eine Light-Novel-Reihe von Fujino Ōmori zugrunde, die schon zuvor als Manga und Animeserie adaptiert wurde – Letztere erschien in Deutschland unter dem Titel Danmachi – Is It Wrong to Try to Pick Up Girls in a Dungeon?. Arrow of the Orion ist dann auch eine dieser typischen Filmfortsetzungen, wie man sie im Anime-Segment häufig findet. Die Geschichte ist eigenständig, soll den Fans ein bisschen die Gelegenheit geben, noch mehr Zeit mit ihren Lieblingen zu verbringen, ohne dabei jedoch in die Haupthandlung einzugreifen. Klassisches Füllmaterial eben.

Fans sind auch die absolute Zielgruppe des Films. Theoretisch kann man dem Inhalt zwar auch ohne Vorkenntnisse folgen, sonderlich komplex ist das Geschehen ja nicht. Allerdings muss man dann ohne Kontexte auskommen, sowohl auf das Setting wie auch die Figuren bezogen. Wer die Leute sind, die für Artemis ihr Leben aufs Spiel setzen, das verrät Arrow of the Orion nicht, erläuternde Einführungen gibt es nicht. Für sich genommen ist die Figurenzeichnung in dem Film dann auch ausgesprochen dünn. Bel Bell und Hestia kann man noch ein wenig erahnen, wer sie sein sollen und was sie antreibt. Der Rest ist hingegen einfach nur irgendwie dabei, greift zwar bei den Kämpfen ein, bleibt sonst aber außen vor.

Nicht wirklich über TV-Niveau
Kämpfe gibt es hier einige, gerade im Vergleich zur Serie, die in der Hinsicht schon recht knauserig unterwegs war. Dafür ist die Abwechslung bei den Monstern überschaubar. Der Reiz solcher Abenteuer, ständig neue Landschaften und Lebensformen sehen zu dürfen, der stellt sich bei Arrow of the Orion nur bedingt ein. Dafür reichte zum einen die Laufzeit nicht, die mit rund 80 Minuten recht kurz ist. Und auch das Budget war offensichtlich nicht so wahnsinnig hoch. Das erneut für die Optik verantwortliche Studio J.C.Staff (Slayers, Selector Infected WIXOSS) hat im Vergleich zur Serie nicht wirklich mehr gemacht. Für eine TV-Produktion war das durchaus ansehnlich, bei einem Kinofilm hätte man aber schon mehr machen dürfen, gerade im Hinblick auf die Animationen.

Wie die Serie auch kommt DanMachi – The Movie – Arrow of the Orion deshalb nicht über das gute Mittelfeld hinaus. Immerhin: Im Vergleich zur TV-Variante ist das hier fokussierter, ohne die großen Stimmungsschwankungen. So gibt es beispielsweise nach wie vor Humor, der aber vor allem am Anfang zum Einsatz kommt, während des Abenteuers verzichtet man auf die mitunter recht albernen Einlagen. Tatsächlich ist der Film sogar überraschend ernst, zeigt Jüngling Bell als tragischen Helden, der einsehen muss, dass die Welt da draußen nicht seinen simplen Abenteuer-Vorstellungen entspricht. Das könnte vielleicht den einen oder anderen Fan irritieren bis enttäuschen, der sich an der eher heiteren Fassung erfreut hatte. DanMachi bleibt sich da treu und probiert alles mal aus, jetzt eben auch Theatralik. Als Zwischenschritt, bevor es mit den nächsten größeren Abenteuern weitergeht, reicht es aber aus.

Credits

OT: „Danjon ni Deai o Motomeru no wa Machigatteiru Darō ka ー Orion no Ya“
Land: Japan
Jahr: 2019
Regie: Katsushi Sakurabi
Drehbuch: Fujino Ōmori
Vorlage: Fujino Ōmori
Musik: Keiji Inai
Animation: J.C.Staff

Bilder

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DanMachi – The Movie – Arrow of the Orion
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DanMachi – The Movie – Arrow of the Orion
„DanMachi – The Movie – Arrow of the Orion“ setzt die beliebte Animeserie fort und liefert den Fans der Abenteurertruppe eine Zwischengeschichte im Filmformat. Neulinge werden weniger auf ihre Kosten kommen, Im Vergleich zur TV-Produktion hat man zudem nicht wirklich zugelegt. Aber es bietet doch solides Füllmaterial, zum Ende auch überraschend viel Tragik.
6von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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