Volcano 1997
© 20th Century Fox

Volcano

Volcano 1997
„Volcano“ // Deutschland-Start: 2. Oktober 1997 (Kino) // 30. März 2018 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Seine Arbeit beim Katastrophenmanagement für die Stadt Los Angeles bereitet Mike Roark (Tommy Lee Jones) sehr viel Freude, trotz des Stresses und der Hektik, die dieser Job mit sich bringt. Wegen seines unermüdlichen Einsatzes die Jahre über ist aber auch seine Ehe in die Brüche gegangen, sodass er seine Tochter Kelly (Gaby Hoffmann) immer nur für wenige Tage in der Woche sehen kann. Doch auch diese Zeit verbringt Roark auf diversen Einsatzorten in der Stadt, wie auch nach einem leichten Erdbeben sowie einem darauffolgenden Unfall, der zwei Kanalarbeiter das Leben kostet. Zusammen mit seinem Team, bestehend aus seinem Kollegen und eigentlichen Nachfolger Emmit Reese (Don Cheadle), macht er sich auf die Suche nach der Unfallursache, gegen den Wunsch seiner Vorgesetzten. Die starke Hitze und die Überreste der Arbeiter lassen jedoch eine ganz andere Ursache vermuten als ein Gasleck, sodass Roark die Geologin Amy Barnes (Anne Heche) kontaktiert, die ihrerseits eine These zu den Vorkommnissen hat. Sie vermutet, dass sich durch die Verschiebung der Erdplatten als Folge des Erdbebens ein Riss entwickelt habe, aus dem nun Magma quellen würde.

Während in Los Angeles die Auswirkungen des Erdbebens allseits zu spüren sind, wird die Vermutung Barnes’ furchtbare Gewissheit, denn unter der Erdoberfläche hat sich ein neuer Vulkan gebildet, dessen Lava sich indessen über die Stadt ergießt. Der unaufhaltsame Magmastrom arbeitet sich langsam durch die Straßen vor, ohne dass die Feuerwehr oder die angerückte Armee etwas ausrichten könnte, und auch Roark scheint zunächst ratlos zu sein, wie man die drohende Vernichtung aufhalten könnte. Als er schließlich doch einen Plan hat, wird deutlich, dass die Bürger noch keinesfalls das ganze Ausmaß der Katastrophe gesehen haben, denn ein noch viel größerer Lavastrom fließt dicht unter der Oberfläche der Stadt und könnte jederzeit ausbrechen.

Zwei Ausbrüche in einem Jahr

Blickt man in das Kino der 1990er komm man um das Genre des Katastrophenfilms nicht umhin, denn gefühlt jeden Monat musste entweder die Welt untergehen, war einem neuen Wirbelsturm, einer Sintflut oder aber einer Invasion von Außerirdischen ausgesetzt. Nachdem 1996 mit Jan de Bonts Twister Stürme bereits ihr Potenzial gezeigt hatten, für volle Kinosäle zu sorgen, stand 1997 eindeutig unter dem Zeichen des Vulkans, denn nur wenige Monate voneinander entfernt wetteiferten Roger Donaldsons Dante’s Peak und Mick Jacksons Volcano miteinander, ohne dass einer von beiden, zumindest aus kommerzieller Sicht, als Sieger aus dem Rennen hervorging. Im Gegensatz zu Donaldsons Film greift Volcano auf ein wahres Ereignis zurück, nämlich der Bildung des Vulkans Paricutín in Mexiko im Jahre 1943, ein Ereignis, welches sowohl medial wie auch wissenschaftlich Furore machte.

Bevor die Diskussion um Themen wie den Klimawandel an Fahrt gewann, wurden Katastrophen im Kino nicht alleine dazu aufgegriffen, um auf solche Probleme aufmerksam zu machen, sondern – was schon aus kommerzieller Sicht sinnvoll erschien – um die Geschichte von Helden zu erzählen. Zunächst einmal werden dies in der Realität verankert, was sich bereits in den ersten Szenen von Volcano zeigt, die das in der Sommerhitze stehende Los Angeles als einen Hort sozialer und politischer Probleme zeigen, von Überbevölkerung hin zu großer Armut und jenem Alltagsrassismus, der das Leben vieler Menschen bestimmt. Jerome Armstrong und Bily Ray nehmen die Katastrophe als Anlass, um auf diese Themen hinzuweisen und zu zeigen, wie es tatsächlich um den sozialen Zusammenhalt bestellt ist, was Volcano bisweilen einen allzu aufgesetzten moralischen Ton verleiht. Ein Kind weist darauf hin, dass mit der Asche in ihren Gesichtern die Menschen auf einmal alle gleich aussehen, bevor der Regen den Schmutz abwäscht und die Grenzen wieder sichtbar werden. Derlei Bilder sind für das Blockbusterkino der 90er Jahre leider symptomatisch, sowie in Bezug auf dessen Simplifizierung eigentlich komplexer Themen.

Die vielen Gesichter einer Katastrophe

Wenn man einmal von derlei Aspekten absieht, dann verfolgt Volcano eine eher multiperspektivischen Ansatz, den man bereits aus dem Genre kennt, beispielsweise Mark Robsons Erdbeben. Während der von Tommy Lee Jones gespielte Hauptcharakter die einzelnen Erzählstränge zusammenhält, verfolgen wir zudem noch die Geschichte einer Ärztin oder die eines Streifenpolizisten, die während der eigentlichen Katastrophe mit anderen zusammenarbeiten müssen und dabei teils eine 180-Grad-Wendung ihres Charakters durchmachen, was bisweilen etwas plötzlich kommt. Menschlicher macht dies die Geschichte von Volcano, aber nicht unbedingt wahrscheinlicher, was auch an so manchem Logikbruch liegt, der vielleicht im Kontext eines Blockbusters noch verschmerzbar ist, aber die in ihrer Zahl doch etwas stören. Die in die Jahre gekommenen CGI-Effekte tragen ihren Teil dazu bei, auch wenn sie für das Jahr 1997 bestimmt ganz ordentlich sind.

Credits

OT: „Volcano“
Land: USA
Jahr: 1997
Regie: Mick Jackson
Drehbuch: Jerome Armstrong, Billy Ray
Musik: Alan Silvestri
Kamera: Theo van de Sande
Besetzung: Tommy Lee Jones, Anne Heche, Gaby Hoffmann, Don Cheadle, Jacqueline Kim, Keith David, John Corbett, Michael Rispoli, John Caroll Lynch

Trailer

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Volcano
Fazit
„Volcano“ ist ein unterhaltsamer, etwas in die Jahre gekommener Katastrophenfilm. Wer sich an dem unglaubwürdigen Szenario nicht stört, wird an Mick Jacksons Film sicherlich seine Freude haben, auch wenn das moralisierende und klischeebeladene Ende nicht begeistern können.
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