Inhalt / Kritik

Till Death – Bis dass dein Tod uns scheidet

„Till Death – Bis dass dein Tod uns scheidet“ // Deutschland-Start: 9. Dezember 2021 (DVD/Blu-ray)

Für die Außenwelt erscheint die Ehe von Emma Webster (Megan Fox) und dem erfolgreichen Anwalt Mark (Eoin Macken) stabil und glücklich, doch hinter der Fassade sieht die Beziehung der beiden alles andere als solide aus. Besonders Emma fühlt sich von ihrem Ehemann vernachlässigt, der sehr viel Wert auf seine Arbeit legt, gefühlskalt zu ihr ist und über die Jahre zu einem wahren Kontrollfreak geworden ist. Genau deswegen beendet sie auch die Affäre mit Marks Kollegen Tom (Aml Ameen), weil sie Angst hat, ihr Mann könnte von der Beziehung erfahren. An ihrem Hochzeitstag erzählt Mark, er möchte mit ihr noch einmal neu anfangen und sich ändern. Wenig später sitzen beide im Wagen auf dem Weg zu ihrem Wochenendhaus am See, welches Mark eigens für diesen Abend hergerichtet hat. Am nächsten Morgen jedoch wacht Emma in Handschellen an ihren Mann gefesselt auf, der sich, nachdem er seine Frau ein letztes Mal angesehen hat, mit einer Waffe selbst richtet. Doch zuvor hat er seiner Frau eine letzte Botschaft hinterlassen, in welcher er beschreibt, er habe schon lange von der Affäre gewusst und wolle Emma nun zur Rechenschaft ziehen.

Die Liste des Blutes

Wie es in der Hollywood so üblich ist, gibt es immer wieder Geschichten, die zwar richtig gut sind, welche aber aus verschiedenen Gründen auf diversen Listen landen, weil sie keinen Regisseur oder Produzenten finden. So geschah es auch Jason Carveys Drehbuch zu Till Death, was schon eine ganze Weile auf der sogenannten „blood list“ gewesen war, bevor es dann im Australier S. K. Dale einen Regisseur fand, der genau den richtigen Ton zwischen Thriller, Action und schwarzen Humor in der Geschichte sah, die Carvey beabsichtigt hatte. In der Hauptrolle ist dabei die aus den Transformers-Filmen bekannte Megan Fox zu sehen, welche für ihr schauspielerische Leistung in Dales Film bereits sehr viel Kritikerlob einheimsen konnte.

Auf dem Heimkinomarkt erscheinen bekanntlich viele Titel und verschwinden dann wieder, ohne viel Aufsehen zu erregen, jedoch dürften gerade Genrefans durchaus mehr als einen Blick auf S. K. Dales Film werfen, sind die Vorschusslorbeeren, die dieser bereits für sich beanspruchen durfte, durchaus berechtigt. Zum einen zeigt sich Dales als eine talentierter Geschichtenerzähler, der in wenigen klaren Bildern und mit minimalem Aufwand eine große Wirkung erzielt, was alleine schon an den Sets, wie dem Ferienhaus, dem Restaurant oder der Anwaltskanzlei zu sehen ist. Überall herrscht eine unterkühlte, distanzierte Atmosphäre, welche die tatsächliche Kälte am See bereits vorwegnimmt. Auch wenn der Übergang hin zur Räuberpistole in der zweiten Hälfte etwas arg plötzlich kommt, ist gerade die Verbindung zwischen Emma und ihren Angreifern interessant und sorgt für eine gewisse Spannung, welche Dales Film über seine Laufzeit ausrechtzuerhalten weiß.

Aneinander gekettet

Neben den Action- und Thrillerelementen sind die (wenig subtilen) Metaphern für Ehe einen Blick wert. Mehr als einmal erweist sich Till Death als ein Werk, welches den makabren Witz eines Alfred Hitchcocks imitieren will, was schon beim Bild des an ihren Mann geketteten Ehefrau, die diese noch zu allem Überfluss wie eine unnötige Last den halben Film hinter sich her ziehen muss, mehr als offensichtlich ist. Über den Film hinweg haben Dale und Carvey jedoch genug „Gemeinheiten“ versteckt, die den Aufenthalt Emmas im Ferienhaus nicht nur unvergesslich machen, sondern zu einer wahren Tortur, was sich auch in der schauspielerischen Leistung Megan Fox’ zeigt. Nicht nur die physischen Qualen dieser Frau spielt sie glaubwürdig, auch wie ihre Figur unter der emotionalen Kälte ihres Mannes leidet und schon viel früher ihre Ehe als eine Fessel ansieht, wird von der oft unterschätzen Schauspielerin toll dargestellt.

Bei dieser Darstellung kann man sogar die etwas dürfte Räuberpistole im zweiten Teil – oder zumindest deren Entwicklung – sowie die allerlei hanebüchenen Wendungen verschmerzen, die Till Death auf Lager hat, welche aber den Unterhaltungsfaktor wie auch der Spannung keinen Abbruch tun.

Credits

OT: „Till Death“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: S. K. Dale
Drehbuch: Jason Carvey
Musik: Walter Mair
Kamera: Jamie Cairney
Besetzung: Megan Fox, Eoin Macken, Callan Mulvey, Jack Roth, Aml Ameen

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Till Death – Bis dass dein Tod uns scheidet
„Till Death – Bis dass dein Tod uns scheidet“ ist ein Geheimtipp für Acion- und vor allem Thrillerfreunde. Neben der mehr als soliden Inszenierung überzeugt auch Megan Fox in der Hauptrolle als Ehefrau, die eine wahre Tortur durchleben muss, wenn sie überleben will.
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