(„Transformers“ directed by Michael Bay, 2007)

TransformersWer kennt sie nicht, die bunten Actionfiguren aus den 80ern die sich von Autos in letale Kampfroboter verwandeln ließen? Nicht zuletzt die Comics die zeitgleich mit dem Vertrieb starteten werden heute als Kultobjekte angesehen. Die Ankündigung, dass diese auf der großen Leinwand erscheinen sollen, ließ damals bei mir große Hoffnung aufkommen. Als dann klar war, dass Michael Bay im Regiestuhl sitzt, macht ich mir keine Mühe ein Kinoticket zu lösen. Nachdem nun im Sommer bereits das Sequel zu sehen war, konnte ich neulich im Free-TV den ersten Teil begutachten: meine damalige Vorahnung wurde lediglich bestätigt.

In der Hauptrolle erleben wir mit Shia LeBeouf den typischen Hollywoodjungen, der mich wie schon beim letzten Teil der Indiana-Jones-Serie zu Tode langweilte und mit seiner Darstellung einfach nur lächerlich wirkt. Er spielt Sam Witwicky einen pubertierenden Außenseiter der der schönen Mikaela (Megan Fox) hinterhergafft, die aber lieber – wie sollte es auch anders sein – mit kräftigen Fooballspielern abhängt. In der Zwischenzeit haben „Außerirdische“ den blauen Planeten erreicht, doch durch ihre Fähigkeit sich zu transformieren, tarnen sie sich geschickt als diverse Transportmittel. Die roboterähnlichen Eindringliche, die sich selbst Autobots nennen, führen einen erbitterten Kampf gegen den Schurken Megatron der sich mit den Decepticons eine Privatarmee an Robotern aufgebaut hat und sich ebenfalls auf der Erde versteckt hält. Durch diesen Konflikt haben die Autobots ihren eigenen Planeten verloren und suchen seither nach einer neuen Heimat.

Der Autobot Bumblebee tarnt sich als gelber Sportflitzer und wird von Sam bei einem Gebrauchtwagenhändler entdeckt. Das Erstauto von Sam wird sich allerdings als hochentwickelter Roboter erweisen und ihn in halsbrecherische Verfolgungsjagden und Kämpfe mit irgendwelchen Giganten führen. Irgendwie gerät auch noch Mikaela in das ganze Chaos und wird ganz logischerweise in Sam ihren blauen Prinzen entdecken.

Herzstück des Ganzen sind ganz klar die Actionsequenzen die im Gegensatz zum Plot ganz passabel sind: die CGI-Animationen wirken gut bis sehr gut, die bombastischen Soundeffekte hauen einem fast von der Couch. Das war es dann aber auch schon denn Michael Bay liefert mir mit diesen (unnötig in die Länge gezogenen) 144 Minuteneinen guten Grund mehr warum ich mittlerweile keinen seiner Filme mehr sehen kann. Um wirklich signifikante Parallelen zwischen Vorlage und Film zu ziehen oder Fehler aufzudecken fehlt mir allerdings das nötige Hintergrundwissen. Dass man aber aus so interessanten Stoff und einem solchen Klassiker ,wie es die Transformers eben sind, nur solchen Schund hervorbringt, ist für unbegreiflich.

Nicht nur LeBeouf wirkt wie ein aufgezogenes Kleinkind auf Drogen (sein ständiges „Nein, nein, nein“ verfolgt mich fast schon in meinen Alpträumen) sondern auch Megan Fox wird dem Vorurteil von hirnlosen Fotomodell gerecht. Genau wie in ihrem Job vor der Kamera hat sie die Funktion dem (männlichen) Publikum zu gefallen und das „Produkt zu verkaufen“. Schade, denn wie gesagt bieten Optimus Prime und seine Roboter-Kumpel eine tolle Basis und rein optisch wie technisch macht der Film ja durchaus was her. Dass bei einem Actionfilm nicht unbedingt Grips gefragt ist kann man als Ausrede nicht gelten lassen, zu wenig bemühten sich hier die Autoren wenigstens ihren Protagonisten minimale Tiefe oder Charakter zu verleihen.

Empfehlen kann ich von daher den Film nur denjenigen die ihre HD-Anlage testen wollen aber da sollte es auch die Leih-DVD/Blu-Ray tun.

Transformers
3.9 (78%) 10 Artikel bewerten

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2 Responses

  1. Marco Behringer

    „Dass man aber aus so interessanten Stoff und einem solchen Klassiker ,wie es die Transformers eben sind, nur solchen Schund hervorbringt, ist für unbegreiflich.“

    Ich hab die Zeichentrickserie noch sehr gut in Erinnerung und kann mich dem nur anschließen. Die ersten beiden Transformers-Filme (Teil 3 habe ich noch nicht gesichtet) enttäuschen durch eine gähnend lahme Coming-Of-Age-Story (natürlich hat da Spielberg seine Finger im Spiel), in der die außerirdischen Roboter als erwachende Sexualität des Helden interpretiert werden – Gähn!

    Man hätte den Transformers (auf beiden Seiten!) und ihren Charakteren sehr viel mehr Raum schenken sollen und die Coming-Of-Age-Story (College etc.) und alle weiteren familienfreundlichen Elemente (Teil 2: Autobot-Clowns, Decepticon-Urgestein) ganz wegglassen sollen.

    Action und Special Effects sind ja gelungen.

    Passenderweise sei hier auf den alten „Transformers-Movie“ (Zeichentrickfilm) verwiesen, in dem niemand Geringeres als ORSON WELLES als Synchronsprecher mitgewirkt hat!

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