Das Leben ist kein Kindergarten Umzugschaos
© ARD Degeto/Volker Roloff

Das Leben ist kein Kindergarten: Umzugschaos

Inhalt / Kritik

Das Leben ist kein Kindergarten Umzugschaos
„Das Leben ist kein Kindergarten: Umzugschaos“ // Deutschland-Start: 12. November 2021 (Das Erste)

Für Juliana (Meike Droste) ist es die Chance schlechthin: Die neue Stelle in dem Krankenhaus bedeutet für die Ärztin einen enormen Schritt auf der Karriereleiter. Doch das bedeutet, die Heimat Konstanz hinter sich zu lassen und in Berlin etwas Neues aufzubauen. Familienvater Freddy (Oliver Wnuk) ist zu diesem Schritt bereit. Sohn Niko (Karl von Klot) ist sogar ziemlich enthusiastisch, da er sich darauf freut, mit Opa Fritz (Siemen Rühaak), der ebenfalls mitzieht, und der in Berlin lebenden Oma Regina (Hedi Kriegeskotte) in Zukunft im selben Haus zu wohnen. Tochter Zoë (Sophie Reiling) ist hingegen stinksauer darüber, dass sie ihre Freundinnen und die vertraute Umgebung aufgeben soll, ohne dass man sie überhaupt gefragt hat. Und das ist nur einer der Gründe, weshalb sich der Neuanfang ziemlich schwierig gestaltet …

Ein Neuanfang mit vielen Problemen

Seit einer Weile schon zeigt der eigentlich als Schauspieler bekannte Oliver Wnuk (Nord Nord Mord, Stromberg), dass er gern auch eigene Geschichten erzählen möchte. Damit war er recht erfolgreich, mehrere Romane, Theaterstücke und Hörspiele gehen auf sein Konto. Mit Das Leben ist kein Kindergarten durfte er sich aber einen kleinen Traum erfüllen und das Konzept für einen eigenen Film vorlegen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die Komödie um einen Kindergärtner und dessen Familienschwierigkeiten lockte bei der Ausstrahlung im Herbst 2020 rund vier Millionen Menschen vor die Fernseher. Bestätigt von diesen Zahlen gab die ARD den Startschuss für eine ganze Reihe, welche die Familie bei den verschiedensten schwierigen Abschnitten zeigt.

Los geht es mit Das Leben ist kein Kindergarten: Umzugschaos, das gleich in mehrfacher Hinsicht eine Zerreißprobe darstellt. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst der im Titel bereits angekündigte Umzug, der mit einer Reihe von Problemen verbunden ist. Da wäre Tochter Zoë, die sich wie ein Möbelstück behandelt fühlt und zu der die Eltern keinen wirklichen Zugang finden. Dann gestaltet sich das Zusammenleben mit den Großeltern nicht ganz so leicht. Und dann wäre da noch Freddys neue Arbeit in dem Kindergarten. An Ideen und Idealen mangelt es dem Erzieher dort nicht, wohl aber an Rückhalt. Vor allem seine Kollegin Rita (Kübra Sekin) lässt den Neueinsteiger zu jeder Zeit fühlen, was sie von ihm hält: nichts.

Der (fast) normal verrückte Alltag

Alleine damit hätte sich vermutlich ein kompletter Film füllen können, so ein Mehrfrontenkrieg kostet schließlich viel Zeit und Kraft. Wnuk entschied sich aber, noch diverse weitere Themen einzubauen. Wichtig ist dabei im zweiten Teil vor allem die ungeplante Schwangerschaft. Dass ausgerechnet der wichtige Karriereschritt von Juliana, der das Chaos eingeleitet hat, schon wieder vorzeitig vorbei zu sein droht, ist natürlich bitter. Denn wer weiß, wie es im Anschluss weitergeht. Und während sie sich noch Gedanken darüber macht, wie sie das alles schaffen soll und ob sie das überhaupt will, kündigt sich in Das Leben ist kein Kindergarten: Umzugschaos schon die nächste Hiobsbotschaft an. Opa Fritz leidet an Demenz.

Der Film erzählt diese verschiedenen Stränge parallel, wobei natürlich inhaltlich das eine in das andere hinübergeht. Wie so oft bei Geschichten um Familienkonflikte hapert es zuweilen an der Kommunikation. Es geht um die Frage, wie verschiedene Ansprüche und Wünsche unter einen Hut zu bekommen sind. Darum, was möglich und was nötig ist. Tatsächliche Antworten liefert Das Leben ist kein Kindergarten: Umzugschaos dabei nicht. Zwar werden schon Tendenzen und Richtungen vorgegeben. Und natürlich muss das alles irgendwie versöhnlich enden: Der Freitagabendfilm will traditionell eher gefallen als tatsächlich fordern. Das darf nie wirklich weh tun, das Publikum mag das gar nicht.

Ganz schön ernst

Der eine oder andere Denkanstoß ist trotzdem noch drin. Außerdem gelingt es Regisseurin Esther Gronenborn (Väter – Allein zu Haus: Timo) ganz gut, diese verschiedenen Themen zusammenzuführen, ohne dass es erzwungen wirkt. Auch wenn die Konzentration der unterschiedlichen Probleme schon ein bisschen viel ist und der Film dadurch seine Alltäglichkeit verliert, insgesamt ist Das Leben ist kein Kindergarten: Umzugschaos ein schöner Film, der lebensnah von den Hindernissen berichtet, die sich vor einem im Leben auftun, ohne dass man immer etwas dagegen tun kann. Durch die Großeltern kommen auch humorvolle Elemente hinzu, auch wenn bei der Tragikomödie das Ernste insgesamt deutlich überwiegt. Der Titel der Reihe ist da dann doch passend gewählt.

Credits

OT: „Das Leben ist kein Kindergarten: Umzugschaos“
Land: Deutschland
Jahr: 2021
Regie: Esther Gronenborn
Drehbuch: Oliver Wnuk
Musik: Gert Wilden jun.
Kamera: Yoliswa von Dallwitz
Besetzung: Oliver Wnuk, Meike Droste, Sophie Reiling, Karl von Klot, Siemen Rühaak, Hedi Kriegeskotte, Franziska Wulf, Kübra Sekin

Bilder

Interview

Wie kam er auf die Idee für den Film? Und wie war es für ihn selbst, als er damals von Konstanz wegzog? Diese und weitere Fragen haben wir Oliver Wnuk in unserem Interview zu Das Leben ist kein Kindergarten: Umzugschaos gestellt.

Oliver Wnuk [Interview]

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„Das Leben ist kein Kindergarten: Umzugschaos“ erzählt von einem schwierigen Neuanfang einer Familie, die für den Karriereschritt der Mutter in die Großstadt zieht. Die diversen Probleme, die damit einhergehen, sind schon ein bisschen geballt und nehmen der Tragikomödie ein wenig von ihrer Alltäglichkeit. Insgesamt ist der Film aber ganz schön geworden.
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