Kritik

Sardinien

„Sardinien“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Manchmal braucht es nicht viel, um ein Paar in eine echte Krise zu stürzen. So ergeht es Anna (Marie Mayer) und Julius (Konstantin Gerlach), als Letzterer mit seinen Kumpels nach Sardinien fahren will. Dass Anna das nicht recht ist, ihn ohne sie gehen zu lassen, daran lässt sie von Anfang an keinen Zweifel. Doch erst als sie Kondome in seinem Kulturbeutel entdeckt, kommt es zu einem richtigen Streit. Anna, traumatisiert durch eine frühere Beziehung, in der sie betrogen wurde, verdächtigt nun Julius, das erneut zu tun. Der wiederum streitet alles ab, sieht sich zu Unrecht angeklagt.

In seinem Kurzfilm Sardinien führt Regisseur und Autor Alexander Conrads vor Augen, wie schnell eine Situation eskalieren kann. Dabei wird relativ schnell klar, dass der Fund der Kondome zwar der Auslöser ist, nicht aber das eigentliche Problem. Eine Beziehung basiere auf Vertrauen, wirft Julius an einer Stelle hilflos ein, im Bewusstsein, dass dieses hier nicht existiert. Inwieweit der Streit allein auf Annas Vorerfahrungen zurückgeht, auf ihre allgemeine Unsicherheit oder ob Julius nicht auch seinen Anteil daran hat, dass das mit den beiden nicht funktioniert, das wird nicht ganz deutlich. Dafür reichen die zehn Minuten dann doch nicht aus. Wirkliche Erkenntnisse bringt das hier deshalb nicht mit, nur die Bestätigung, dass das Leben manchmal unnötig schwierig und nervenaufreibend sein kann.

Credits

OT: „Sardinien“
Land: Deutschland
Jahr: 2017
Regie: Alexander Conrads
Drehbuch: Alexander Conrads
Musik: Tim Gössler
Kamera: Dennis Banemann
Besetzung: Konstantin Gerlach, Marie Mayer



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Sardinien
In „Sardinien“ bekommt sich ein Paar richtig in die Haare, als sie Kondome in seiner Urlaubstasche findet. Der Kurzfilm führt dabei vor Augen, wie schnell eine Beziehung in eine Krise schlittern kann, wenn sie nicht das notwendige Fundament hat.
6von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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