Wie Babylon Berlin die Zuschauer begeistert

(Bild: ARD)

Wir leben in weltpolitisch unsicheren, beizeiten auch merkwürdigen Zeiten. Kunst und Literatur haben es in solchen Momenten oft verstanden, der Gesellschaft unter Umständen einen Spiegel vorzuhalten. Dies macht dieser Tage die Serie ‚Babylon Berlin‘, die am 30. September 2018 in der ARD mit beinahe 8 Millionen Zuschauern Free TV-Premiere feierte. Was macht den Reiz der historischen Krimiserie aus?

‚Babylon Berlin‘ ist eine von der ARD, dem Pay TV-Sender Sky und X Filme Creative Pool produzierte Fernsehserie mit sechzehn Folgen in zwei Staffeln. Sie basiert auf dem Kriminalroman ‚Der nasse Fisch‘ von Volker Kutscher und wird von Regisseur Tom Tykwer (u.a. ‚Das Parfüm‘, ‚Lola rennt‘) produziert und streckenweise selbst inszeniert. Nach der Erstausstrahlung Ende 2017 auf Sky 1 erweist sich jetzt im frei empfangbaren Fernsehen die Kriminalserie als Zuschauermagnet. Nicht nur bei Zuschauern ist die Serie beliebt, im Laufe des Jahres wurden ‚Babylon Berlin‘ mehrere Auszeichnungen beim Deutschen Fernsehpreis, dem Grimme-Preis und der Goldenen Kamera zuteil.

Die Serie erzählt wie ihre Romanvorlage, wie Kriminalkommissar Gereon Rath (gespielt von Volker Bruch) in den 1920er Jahren von Köln nach Berlin zieht, um dort an einem heiklen Erpressungsfall zu arbeiten. Wie viele Männer dieser Epoche leidet Gereon an den Folgen des ersten Weltkriegs, wodurch seine Ermittlungen mit seinem Kollegen Bruno Wolter (Peter Kurth) beeinträchtigt werden. Auf dem Revier lernt er die junge Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) kennen und versucht sich in einer politisch instabilen Stadt zurecht zu finden und seinen Fall zu lösen.

Mit Fug und Recht lässt sich ‚Babylon Berlin‘ als eine der aufwendigsten Fernsehproduktionen Deutschlands bezeichnen. Einzigartig ist die Kooperation zwischen dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk und einem Bezahlsender, ohne die eine 40 Millionen Euro-Produktion wie ‚Babylon Berlin‘ wahrscheinlich kaum zustande gekommen wäre. Tom Tykwer arbeitete gemeinsam mit den Regisseuren Hendrik Handloegten und Achim von Borries seit 2014 an der Umsetzung der bekannten Kriminalromane. An insgesamt 300 verschiedenen Drehorten in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen erweckten knapp 400 Darsteller und über 8000 Statisten die Zeit der Weimarer Republik zum Leben. Für Fans der Serie lohnt sich ein Blick auf die  Infografik über ‚Babylon Berlin‘.

Kriminalkommissar Gereon Rath ermittelt seit 2008 in seiner eigenen Reihe von historischen Kriminalromanen. Mittlerweile sechsteilige Romanreihe von Volker Kutscher lässt sich komplett auch als Hörbuch bei Audible mit Sprecher David Nathan erleben. Bereits Ende Oktober erscheint darüber hinaus mit ‚Marlow‘ der siebte Band der Gereon Rath-Reihe, der den Ermittler noch tiefer in das Geflecht der zerrütteten Stadt führt.



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