Dass Haare nicht unbedingt immer so wollen, wie man selbst, sie nicht da sind, wo man sie gern hätte, das ist eine leidvolle Erfahrung, durch die die meisten einmal durchmüssen. Vor allem morgens. Auch Link erzählt von einem Beispiel, in denen Haare ein Eigenleben entwickeln. Von einem sehr ungewöhnlichen Beispiel. Wer die beiden unglückseligen Leute sind, denen der animierte Kurzfilm folgt, das erfahren wir nicht. Ebenso wenig, wie sie in die missliche Lage geraten sind. Dabei ist es doch eher erklärungsbedürftig, wenn zwei Menschen feststellen müssen, dass ihre Haare miteinander verwachsen sind.

Um eine Haarlänge im Sinnesaus
Am Ende der sieben Minuten, die Link dauert, sind wir nicht unbedingt schlauer geworden. Erklärt wird die Situation nie, wir wissen ja nicht einmal, wer diese beiden Personen sein sollen – auch weil sie kein Wort sagen. Stattdessen stürzt sich der Kurzfilm kopfüber in seine Absurdität, lässt die Haare immer länger werden und die Situationen immer abstruser, während die zwei versuchen einander loszuwerden. Ein wenig erinnert das an Action-Komödien, wenn zwei Protagonisten mit Handschellen aneinandergekettet sind: Wohin der eine geht, dahin geht auch der andere, ganz entziehen kann man sich dem gegenseitigen Einfluss nie.

Komisch ist die Geschichte von Link dann auch, sowohl im Sinne von witzig wie auch seltsam. Was ohnehin schon eigenwillig beginnt, wird zunehmend surrealer, da auch Vögel und obskure Pflanzen Teil des Gerangels werden. Zuweilen erinnert das ein wenig an die früheren Werke des großen französischen Animationskünstlers Jean-François Laguionie (La Demoiselle et le Violoncelliste, Gwen et le livre de sable). Der Kurzfilm des deutschen Indiekünstlers Robert Loebel war dann auch verdient auf einer ganzen Reihe von Filmfesten zu sehen, darunter das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart und Annecy. Hoffen wir, dass da noch mehr in die Richtung kommen wird.

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Die Anfangssituation ist schon absurd genug: Zwei Menschen müssen feststellen, dass ihre Haare miteinander verwachsen sind und sich nicht lösen lassen, egal was sie auch tun. „Link“ wird anschließend immer komischer und surrealer, auch weil nicht einmal versucht wird, das Phänomen irgendwie zu erklären.
7von 10

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