„Fate/Stay Night: Heaven’s Feel – I. Presage Flower“, Japan, 2017
Regie: Tomonori Sudô; Drehbuch: Akira Hiyama; Musik: Yuki Kajiura

Fate Stay Night Heavens Feel I Presage Flower

„Fate/Stay Night: Heaven’s Feel – I. Presage Flower“ läuft ab 21. Juni 2018 im Kino

Der Kampf um den Heiligen Gral steht bevor, da darf Emiya Shirou natürlich nicht fehlen. Begabt ist er, der junge Magier, sehr begabt sogar. Aber auch er stößt schnell an seine Grenzen, als er in den Kampf zweier Servants platzt: mythische Geister, die im Auftrag ihrer Meister zu Waffe und Zauberspruch greifen. Auch Shirou wird ein solcher Servant zugeteilt, die ebenso mächtige wie unterkühlte Schwertmeisterin Saber. Gemeinsam tun sie alles, um beim Kampf um die Zukunft der Menschheit zu entscheiden. Doch sie sind nicht die einzigen, die in den Kampf verwickelt werden, ein seltsamer Schatten treibt sein Unwesen und hinterlässt jede Menge Leichen.

Kaum ein Franchise der japanisches Unterhaltungsbranche dürfte Neulinge vor ebenso starke Probleme stellen wie die um Fate. Mehr als ein Dutzend Titel aus der Reihe der Spielefirma Type-Moon gibt es bereits, die teils zusammenhängen, teils wohl auch nicht, ohne dass dies aus der Bezeichnung irgendwie klar würde. Gleiches gilt auch für die diversen Anime-Adaptionen, in die man ohne vorheriges Studium oder Vorkenntnisse nur bedingt hinkommt. Ein besonders schlimmes Beispiel hierfür ist das zuletzt hierzulande veröffentlichte Fate/Grand Order: First Order, welches auf einem Smartphone-Rollenspiel basiert. Gleiches trifft auf Fate Stay Night: Heaven’s Feel – I. Presage Flower zu, der Auftakt einer neuen Filmtrilogie.

Aller guten Dinge sind drei
Wobei Auftakt vielleicht nicht das passende Wort dafür ist. Vielmehr ist es die bereits dritte Adaption von Fate/Stay Night. Nach der gleichnamigen Animeserie und einer weiteren Serie Fate/Stay Night: Unlimited Blade Works folgt nun eine Filmversion, die sich um die dritte von drei Storylines der Geschichte dreht. Und offensichtlich waren die Macher des ersten Films auch der Ansicht, dass die Zuschauer mit den vorherigen Versionen vertraut sind. Eine Einführung in die Geschehnisse gibt es nicht, ebenso wenig in die Figuren. Wer voller Vorfreude, mal wieder einen Anime auf der großen Leinwand sehen zu dürfen, sich diesen beim Akiba Pass Festival 2018 anschaute oder dies beim Kinostart tun wird, könnte also unter Umständen ziemlich enttäuscht werden.

Ob dieser Fokus auf bestehende Fans nun so schlau ist oder nicht, darüber ließe sich streiten. Auf der einen Seite wurde die Chance verpasst, mit den Filmen vielleicht auch solche Zuschauer zu erreichen, denen eine komplette Serie vielleicht zu viel ist. Auf der anderen Seite hat zumindest Presage Flower das sehr offensichtliche Problem, dass die Zeit ohnehin für alles zu knapp war. Zwei Stunden dauert das Werk, was recht üppig ist für einen Anime. Und doch nicht annähernd genug, um hier jegliche Form von Tiefe zu ermöglichen. Über die Protagonisten erfährt man so gut wie nichts, sie machen einfach irgendwas, in hohem Tempo zudem, ohne dass die Gründe klar ist. Und auch das Szenario um den Heiligen Gral hat sich zum Abspann nicht nennenswert verdeutlicht.

Schöne Bilder mit kleinen Schönheitsfehlern
Damit richtet sich Presage Flower nahezu ausschließlich an Fans, denen zum Glück auch der bislang noch nicht als Anime umgesetzte Handlungsstrang in der Sammlung fehlt. Die dürfen sich dann aber auch über die doch recht schicke Umsetzung durch das Studio Ufotable (God Eater, Tales of Symphonia: The Animation) freuen. Vor allem die Hintergründe machen doch einiges her, sind detailreich und durch kleinere Schmankerl wie Nebeneffekte zusätzlich aufgewertet. Das ist vor allem während der düsteren Phasen wichtig, wenn der Anime erstaunlich weit ins Horrorgenre hineinschleicht. Diese Momente sind es dann auch, die selbst bei Unkundigen auf Gegenliebe stoßen dürfen. Weniger schön sind die Animationen, die des Öfteren eines Kinofilms unwürdig sind. Auch die Kombination von 2D- und 3D- Elementen ist nicht immer wirklich überzeugend. In der Summe stimmt die Technik aber, wer nach den bisherigen Serien noch Nachschub braucht und will, der darf trotz der Schwächen reinschauen.



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Fate/Stay Night: Heaven’s Feel – I. Presage Flower
Aller guten Dinge sind drei: „Fate/Stay Night: Heaven’s Feel – I. Presage Flower“ widmet sich der dritten Route der beliebten Visual Novel. Für Fans ist das ein Grund zur Freude, Neulinge haben hier jedoch wenig Spaß: Vorkenntnisse werden vorausgesetzt, sowohl die Geschichte wie auch die Figuren sind in dieser isolierten Form wenig ergiebig. Dafür sieht der Anime zumindest über weite Strecken recht schick aus, die Atmosphäre stimmt.
5von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

Eine Antwort

  1. Ando

    Ich persönlich empfinde das Review als unvollständig, da nicht wirklich viel auf die einzelnen Details des Films eingegangen wird.
    Man sollte Heavens Feel eher wie ein“Sequel“ bewerten, da alle Routes aus Fate/Stay Night Canon sind. Im Grunde handelt es sich um ein riesiges Gesamtpaket, welches aufeinander aufbaut.
    Ich finde den Kritikpunkt des Vorwissens zwar berechtigt, aber dennoch sollte er nicht so stark ins Gewicht fallen. Sudo hat sich hierbei an die Visual Novel Vorlage gehalten, welche eben so das Grundwissen vom World building und bestimmter Charaktere fordert.
    Des Weiteren wäre es total Sinnlos, die bereits gezeigten Szenen aus Unlimited Bladeworks komplett zu kopieren (Zu diesem Zeitpunkt ist die Handlung identisch in allen Handlungssträngen). Meiner Meinung nach wurden die Geschehnisse (in Form eines Intros), sehr gut mit den bereits bekannten Szenen dargestellt und die Einführung von Zouken Matou war dabei eine interessante Ergänzung.
    Außerdem ist der Prolog des Film wirklich schön umgesetzt, da wir mehr Einblick in die vergangenen Tage von Shirou und Sakura bekommen. Wir sehen nach und nach wie mehr Leben in Sakura’s zuvor Leeren Augen entsteht.
    Natürlich lässt der Film auch einiges unbeantwortet, aber es wäre ja langweilig wenn man direkt alles verraten würde. Es gibt außerdem viel Foreshadowing in Pressage Flower, welches vorallem in lost butterfly zum Tragen kommt.

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