(„God Eater“ directed by Takayuki Hirao, 2015)

God Eater Vol 1

„God Eater“ ist seit 5. Dezember auf drei Volumes verteilt auf DVD und Blu-ray erhältlich

Im Jahr 2071 hat die Menschheit nicht mit Kriegen, Klimawandel oder einer steigenden Schere zwischen arm und reich zu kämpfen, sondern mit riesigen Monstern. Aragami werden diese genannt und waren zwei Jahrzehnte zuvor aus heiterem Himmel aufgetaucht. Ein Großteil der Menschen wurde von den Bestien dezimiert, der Rest hat sich in den Städten verbarrikadiert. Einige wenige Auserwählte haben sich zusammengeschlossen, um der Bedrohung Herr zu werden. Physisch sind diese natürlich nicht in der Lage, es mit den riesigen Bestien aufzunehmen. Zum Glück haben sie aber „God Arcs“, ebenso überdimensionierte Waffen, die aus den Zellen der Kreaturen gewonnen werden.

Es gibt ja Kombinationen, die prägen sich so ein, dass man beim nächsten Mal hellhörig wird – so auch bei der aus Regisseur Takayuki Hirao und dem Animationsstudio Ufotable. Denn die durfte man erst bei dem grotesken Horrortrash Gyo – Der Tod aus dem Meer und später bei dem überraschend charmanten Yoyo & Nene – Die magischen Schwestern bewundern. Nun liegt mit God Eater eine weitere Zusammenarbeit vor und siedelt sich irgendwo dazwischen ein, qualitativ wie stilistisch.

Gamern wird der Titel natürlich längst geläufig sein, seit 2010 schon dürfen die Leute weltweit gegen die riesigen Monster kämpfen, auf mehrere Teile brachte es die Videospielreihe bislang. Wie bei vielen anderen Spiele-Adaptionen richtet sich daher die Serie dann auch erst einmal an die Fans der Vorlage. „Ich tue alles, um die Aragami zu töten“. Das könnte durchaus das Lebensmotto von Lenka Utsugi sein. Warum er diese Monster so sehr hasst, das verrät God Eater zunächst nicht, erst nach und nach dürfen wir ein bisschen mehr über den Protagonisten erfahren. Und über dessen Welt. Wer die in Japan beliebte Videospielreihe kennt, hat da einen gewissen Vorsprung, weiß von Anfang an, dass die sogenannten God Eater gegen die furchterregenden, blutrünstigen, vor allem aber gefährlich wandelbaren Aragami-Monster kämpfen.

Insgesamt bleibt auch so manche Frage zum Ende hin unbeantwortet, trotz der zwischenzeitlich enorm zahlreichen Flashbacks, gerade der recht offene Abschluss wirkt eher wie der Auftakt zu einer neuen Serie. Das ganz große Bedürfnis auf eine Fortsetzung bleibt jedoch aus, denn die 13 Folgen bestehen größtenteils aus einer Aneinanderreihung altbekannter Anime- und Gameselemente: hitzige junge Männer, die die Welt retten wollen und damit jeden in Gefahr bringen, unterkühlte Anführerinnen mit mächtigem Vorbau sowie besagte grotesk überdimensionierte Waffen, die wie der Rest des Animes besonders cool sein wollen. Oder auch tragisch, denn wie bei solchen Titeln üblich haben die Protagonisten mit traurigen Vorgeschichten zu kämpfen, welche sie erst zu dem gemacht haben, was sie sind.

Das kann man sich anschauen, gerade auch Liebhaber etwas blutigerer Actionszenen, muss man aber nicht unbedingt. Immerhin geht man hier audiovisuell etwas andere Wege: Das Geschehen wird von einer Elektro-, mal auch einer Rockmusik begleitet, die Bilder sind eine eigenartige Mischung aus klassischen 2D-Bildern mit viel Computereinsatz und kräftigen Schattierungen. Das sieht jedoch nur dann gut aus, wenn sich nichts bewegt. Wenn es zur Sache geht, dann sprießen nicht nur Blutfontänen, auch die eigenen Augen sind schnell wund: Die Animationen sind doch recht holprig, teils auf Daumenkinoniveau und für einen Actiontitel damit nicht gut genug. Als Ausgleich gibt es dafür einige Monster mit einem reichlich bizarren Aussehen, welche helfen, den Anime nicht völlig in der Konkurrenzmasse verschwinden zu lassen, sowie eine in der Summe gelungen düstere Postapokalypse-Atmosphäre einer zerstörten Welt.

God Eater
3.52 (70.34%) 29 Artikel bewerten

God Eater
Die furchteinflößenden Monster sind riesig, die Waffen sind es auch. Die postapokalyptische Welt der Videospieladaption hat zwar nicht viel Interessantes zu erzählen, sieht dabei aber immerhin ansprechend aus. Zumindest während der ruhigen Phasen, während der Actionsequenzen sind die Animationen zu holprig.
5von 10

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