„Circle“, UK/Kanada/Indien, 2018
Regie: Jayisha Patel

CircleWenn Menschen Macht über andere haben, dann kann das oft hässlich enden. In den letzten Wochen und Monaten häufen sich Geschichten, in denen Frauen im Showgeschäft, aber auch anderswo, systematisch ausgenutzt und erniedrigt wurden, reduziert zu einem bloßen Stück Fleisch. Da kommt es nur wenig als Trost, dass es in anderen Ländern noch viel schlimmer zugeht. In Indien zum Beispiel.

Eine Zeit lang war in den Nachrichten immer wieder von Massenvergewaltigungen zu hören, in denen Einheimische wie Touristinnen zu Opfern kollektiver männlicher Brutalität wurden. Auch Jayisha Patel berichtet von so einem Fall. Einem besonders erschütternden Fall. Nicht nur, dass das Opfer hier recht jung ist, weswegen ihr nicht viele zuhören wollen oder können. Es war zudem kein zufälliges Ereignis, sondern organisiert – von der eigenen Großmutter.

Der Dokumentarkurzfilm Circle, der seine Weltpremiere auf der Berlinale 2018 feierte, folgt dem Mädchen, hört ihr zu, folgt aber auch dem Rest der Familie. Patel kommentiert die Ereignisse nicht, lässt die Aussagen für sich sprechen. Manchmal auch die Bilder. Heraus kommt ein kleiner Einblick in eine von Armut geprägte Welt, in der Gewalt fest verankert ist. In der noch nicht einmal darüber nachgedacht wird, was anders gemacht werden könnte, ob Frauen Rechte haben oder nicht. Es zählt das Recht des Stärkeren. Es zählt das Geld. Und niemand stört sich daran. Das Leben geht weiter.

Circle
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Circle
In ihrem Kurzfilm „Circle“ begleitet Jayisha Patel eine Familie in Indien und gibt dabei einen Einblick in eine Gesellschaft, in der Macht und Geld entscheidend sind, nicht die Rechte des Einzelnen. Vor allem nicht, wenn es sich dabei um eine Frau handelt.
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