film-102681

Budget-Filme: Die Kunst, mit wenig Geld auszukommen

Im Kino sieht man immer wieder die Blockbuster, die auf ein großes Budget zurückgreifen, namhafte Schauspieler ihre Rolle spielen lassen und bei denen ein bekannter Regisseur Anweisungen gibt. Aber die große Mehrheit der Filme muss mit wenig Geld auskommen – und das sieht man manchmal. Die Kunst dabei besteht darin, das Ergebnis dennoch wertig aussehen zu lassen.

B-Movies sind oft relativ günstig

Theoretisch ist es gar nicht mehr so teuer, einen Film zu produzieren. Tatsächlich kann schon ein Smartphone als Kamera genügen, wie Steven Soderbergh gezeigt hat. Wenn die Schauspieler hinreichend bescheiden sind, das Drehbuch quasi umsonst ist und der Kameramann auch noch Regie führt, dann kann schon mit sehr wenig Geld ein Film gedreht werden, der es mithin sogar in die Kinos schafft.

Leider sieht man diesen Filmen oftmals an, dass das Budget knapp war. Die Handlung passt auf einen Bierdeckel, die Schauspieler sind allesamt Laiendarsteller und auch die Schnitte sind weniger dramatisch, als man das von aufwändigen Produktionen gewohnt ist. Aber ist das unbedingt ein Problem? Nicht zwingend – es gibt einige Filme, die das Gegenteil beweisen. B-Movies haben ihren eigenen Charme und gerade der Mangel an Budget macht sie so interessant. Sie sind häufig davon gezeichnet, dass sie ihre Geschichte gehörig übertreiben und dass die Schauspieler auch mithin gar nicht so genau wissen, wie sie ihre Rolle in Szene setzen sollen. Und doch schaffen es manche sogar ins Kino. Denn gerade das „billige“ sorgt dafür, dass einige Fans Spaß beim Zusehen haben, so seltsam es klingen mag.

Verrückte Geschichten

So verrückt die Handlung mancher B-Movies ist, so abgefahren sind teilweise auch die Geschichten. Das werden die meisten Produzenten nicht zugeben wollen, aber es soll vorgekommen sein, dass sie das Budget, das für den Dreh zur Verfügung stand, im Kasino gewonnen haben. Das mag natürlich die Ausnahme sein, aber dennoch klingt es dahingehend glaubwürdig, als dass man durchaus seinen Einsatz stark multiplizieren kann – wenn das Glück einem holt ist.

Die Kunst, es gut zu machen

Das wahre Kunststück besteht aber darin, dass der Zuschauer im besten Fall gar nicht merkt, dass die Produktion möglichst kosteneffektiv sein sollte. Dazu kann man sich diverser Tricks bedienen. Gerne wird beispielsweise das Drehbuch so interpretiert, dass einer der Protagonisten die Geschehnisse mit einfachen Mitteln selbst filmt. Gerade bei Horror-Filmen ist das ein gängiges Merkmal, das Eindruck schindet und so gut wie nichts kostet. Man braucht nicht einmal eine teure Kamera dafür – denn wenn es sich nur um ein Consumer-Modell handelt, dann steigert das sogar noch die Glaubwürdigkeit des Settings.

Zudem muss man sich keine Sorgen um ein stabiles Bild machen. Eine Person, die ob der Geschehnisse ohnehin schon in Panik verfallen ist, hat natürlich keine ruhige Hand für ein sauberes Bild. Tatsächlich kann der Zuschauer sogar froh sein, dass überhaupt Aufnahmen existieren – so die Story jedenfalls.

Nicht umsonst heißt Hollywood auch die Traumfabrik: Filme leben stark von der Illusion, die der Inhalt verkörpern soll. Also hat der Regisseur alle Trümpfe in der Hand, sich etwas einfallen zu lassen, den Mangel an Budget mit kreativen Workarounds auszugleichen. Und manche teure Hollywood-Produktionen floppen auch, weil sie zu stark poliert wirken und damit ihre Glaubwürdigkeit einbüßen.



(Anzeige)