(„Welcome to the Punch“ directed by Eran Creevy, 2013)

Max Lewinsky (James McAvoy) ist ein Londoner Polizist. Eines Nachts steht er kurz davor, den Verbrecher Jacob Sternwood (Mark Strong), hinter dem er schon so lange her ist, zu verhaften. Doch der entkommt ihm um Haaresbreite. Einige Jahre später gerät sein Sohn jedoch in eine Schießerei und wird verwundet, weshalb Sternwood wieder auf der Bildfläche erscheinen muss. Lewinsky ermittelt in der Schießerei, doch nach und nach stellt sich heraus, dass er an etwas viel größerem dran ist. Doch dann taucht auch noch der Mann auf, hinter dem er so lange her war. Und dieses Mal ist Max fest entschlossen, seinen erbitterten Widersacher dingfest zu machen. Doch dann passiert etwas, das alles verändert.

Zugegeben, die Geschichte eines Cops und der verzweifelten Jagd auf seine Nemesis und eine korrupte Obrigkeit ist nicht gerade eine neuartige Idee. Doch in diese Richtung möchte sich Enemies auch gar nicht bewegen. Regisseur Eran Creevy inszeniert seinen Film geradlinig, ohne zeitraubende Nebenhandlungen und ohne Experimente. Das macht ihn äußerst kurzweilig und lässt ihn für den Zuschauer nicht zu anstrengend werden. Der Twist am Ende fügt sich dann auch ganz gut zusammen, auch wenn der große Überraschungseffekt ausbleibt und die Figuren sich alles ein wenig zu leicht zusammenreimen können.

Dadurch, dass sich der Film so dermaßen an die gängigen Konventionen des eigenen Genres klammert, darf man von den sehr eindimensional angelegten Charakteren keine großen Entwicklungen, geschweige denn verblüffende Seiten an ihrer Persönlichkeit erwarten. Ihre Motivationen sind allesamt unterschiedlich, aber auch recht einfach und keineswegs kreativ. Auch hält man es während der gesamten Zeit nicht so mit der Logik. Das spiegelt sich weniger in Ungereimtheiten in der Handlung wider, als viel mehr in Ungereimtheiten in normalsten Szenen, die gegen das rationale Denken verstoßen. Dies stört den Sehgenuss an einigen Punkten merklich.

Enemies ist also grundsolide Action-Unterhaltung, was zum Teil auch an der Optik liegt. Denn das größtenteils graue und triste Szenenbild erzeugt eine unheimliche Atmosphäre, die gut funktioniert und perfekt in das hoffnungslos erscheinende London passt. Neben der stylischen Inszenierung sieht der Film auch in seinen Actionszenen überzeugend aus und macht gerade da besonders Spaß (abgesehen von einer schon beinahe lachhaft unnötigen Slow-Motion-Szene).

Enemies – Welcome to the Punch
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Enemies - Welcome to the Punch
"Enemies - Welcome to the Punch" ist solide Action-Kost, die sich stark an den Vertretern des eigenen Genres orientiert, gut aussieht und es mit der Logik nicht so genau nimmt.
6von 10

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