(„DuckTales the Movie: Treasure of the Lost Lamp“ directed by Bob Hathcock, 1990)

DuckTales Der FilmLange hat Dagobert Duck auf den Moment gewartet, jetzt scheint er endlich gekommen zu sein: Er hält den legendären Schatz von Collie Baba in den Händen! Leider aber nur kurz, denn der böse Zauberer Merlock war ihm dicht auf den Fersen. Zwar schaffen es der reiche Erpel, seine Neffen Tick, Trick und Track, deren Freundin Webby und der Bruchpilot Quack lebend aus der Pyramide zu entkommen, die Reichtümer sind aber futsch. Nur eine alte Öllampe ist den Abenteurern geblieben. Was diese nicht ahnen: In dieser lebt ein mächtiger Dschinn, hinter dem auch Merlock eigentlich her war. Und es immer noch ist.

Fernsehen? Das war lange unter der Würde von Disney, man war – zurecht – stolz auf die Produktion der großen Kinofilme. In den 80ern änderte sich das jedoch, auch der Mäusekonzern musste einsehen, dass man mit billiger produzierten TV-Geschichte wie Disneys Gummibärenbande oder DuckTales eine ganze Menge Geld verdienen kann. Und wo Geld ist, da muss noch mehr sein. Also gründete man 1988 die Disney MovieToons, um ein Bindeglied herzustellen zwischen den alten Kinoproduktionen und den neuen fürs Fernsehen.

Das erste Ergebnis, das 1990 in den Kinos gestartete DuckTales: Der Film – Jäger der verlorenen Lampe, liegt dann qualitativ auch irgendwo dazwischen. Mit den tatsächlichen Disney-Meisterwerken kann man es hier nicht aufnehmen, über TV-Niveau liegt die Zusammenarbeit mit dem französischen Disney-Studio dann aber doch. Es gibt hübsche Hintergründe, dazu mit der Pyramide und Dagoberts Anwesen zwei grundverschiedene Schauplätze, die Animationen sind zumindest in Ordnung.

Gesungen wird hier, anders als bei den meisten Filmen aus der 1989 mit Arielle, die Meerjungfrau gestarteten, sogenannten „Disney Renaissance“ übrigens nicht. Stattdessen wird eine Mischung aus simplen Abenteuern im Stil von Indiana Jones und ebenfalls einfach gehaltenen Slapstickeinlagen geboten, wie man sie aus dem Samstagmorgenfernsehen so kennt. Während der erste Teil auch erwachsenen Zuschauern etwas bietet, ist die Zeit mit dem Dschinn dann doch recht eindeutig auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten, das sich daran erfreut, wenn jeder erfüllte Wunsch zu neuem Chaos führt.

Über mangelndes Tempo kann man sich hier dann auch nicht beklagen, ständig passiert etwas, geht etwas zu Bruch, gibt es Verfolgungsjagden und ähnliches. Auf größere Überraschungen sollte man hierbei aber nicht hoffen, bis hin zu dem obligatorischen etwas rührseligen Ende folgt DuckTales: Der Film – Jäger der verlorenen Lampe inhaltlich keinen wirklich abenteuerlichen Pfaden, von den Kultbüchern von Carl Barks, die als Inspiration dienten, ist kaum mehr etwas zu spüren. Stattdessen hielt man sich an das, was die Serie zum Erfolg werden ließ – abgesehen davon, dass Quack später leider keine wirkliche Rolle mehr spielt. Erfolgreich war der insgesamt nette und kurzweilige Film übrigens weniger, weshalb die geplanten weiteren DuckTales-Filme wieder gestrichen wurden, das später in DisneyToon Studios umbenannte Animationsstudio zudem dazu verdammt wurde, billige Fortsetzungen bekannter Disney-Klassiker zu produzieren (Bambi 2, Das Dschungelbuch 2), die es nur noch selten in die Kinos schafften.

DuckTales: Der Film – Jäger der verlorenen Lampe
4 (80%) 7 Artikel bewerten

DuckTales: Der Film – Jäger der verlorenen Lampe
Der Kinofilm zur beliebten Disneyserie sieht zwar etwas besser aus, hält sich ansonsten aber eng an deren Erfolgsrezept. Erwachsene werden sich eventuell noch an den simplen Abenteuereinlagen erfreuen, der Humor ist dann aber doch zu sehr auf ein jüngeres Zielpublikum zugeschnitten.
6von 10

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