(„Momentum“ directed by Stephen Campanelli, 2015)

Momentum

„Momentum“ ist seit 13. November auf DVD und Blu-ray erhältlich

Ein letztes Mal noch, danach will Alex Farraday (Olga Kurylenko) endgültig die Finger von Raub und Diebstahl lassen. Doch dieses eine Mal soll sich dafür lohnen: Wertvolle Diamanten, so heißt es, warten in dem Banktresor darauf, den Besitzer zu wechseln. Tatsächlich finden sie und ihr Team die glitzernden Steine. Aber eben nicht nur. Auch ein USB-Stick befindet sich dort, der äußerst kompromittierendes Material über einen Senator (Morgan Freeman) enthält. Als der von dem Banküberfall erfährt, lässt er nichts unversucht, um die sensiblen Daten zurückzubekommen, und hetzt Alex zu dem Zweck den Auftragskiller Mr. Washington (James Purefoy) auf den Hals.

Es müssen ja nicht immer böser Horror, schwarzer Humor oder abgründige Dramen sein, ein bisschen geistlose Action schadet auch nicht – so zumindest die Ansicht der Veranstalter des Fantasy Filmfests, wo Momentum dieses Jahr seine Deutschlandpremiere feierte. Vielleicht waren es aber auch die bekannten Namen, die aufhorchen ließen: Olga Kurylenko (Ein Quantum Trost) und James Purefoy (The Following) übernehmen die Hauptrolle, Regie führt Stephen Campanelli, der zuvor bei fast 100 Filmen – darunter viele von Clint Eastwood – die Kamera bedienen durfte. Und Morgan Freeman wäre auch noch dabei, wobei seine Rolle so klein ist, dass sein Name mehr ein Publicitygag ist, viel zu sagen hat der Schauspielveteran nicht.

Aber das gilt auch für den Film als solchen. Genretypisch sind die Figuren recht einfach beschrieben: Wir haben die im Grunde rechtschaffene, überaus schlagfertige Alex auf der einen Seite, den abgrundtief bösen Mr. Washington auf der anderen Seite. Mehr muss man nicht wissen, mehr will Momentum auch nicht erzählen. An die Geschichte darf man daher keine besonders hohen Ansprüche stellen, an die Dialoge ebenso wenig – beides ist nicht mehr als ein Vorwand, um die eigentlichen Hauptfiguren sprechen zu lassen: die Waffen. Was diese auch tun, häufig sogar.

Teilweise ist das auch sehr nett anzusehen. Vor allem der Einstieg, wenn der Banküberfall so richtig danebengeht, ist sehr dynamisch inszeniert: Untermalt von dem mitreißend-treibenden Spiel einer Trommelcombo – welche sich aus unersichtlichen Gründen vor der Bank eingefunden hat – wird so das Adrenalin befeuert, noch bevor wir überhaupt wissen, wer hier wer ist, worum es da überhaupt gerade geht. Über ein mangelndes Tempo braucht man sich hier also nicht zu beklagen, weder zu Beginn, noch im weiteren Verlauf.

Und doch ist das auf Dauer einfach nicht genug, die ständigen Gaspedalrangeleien verlieren irgendwann ihre Wirkung, der Zuschauer das Interesse. Da hätte es irgendwas gebraucht, um die einzelnen Szenen stärker voneinander abzuheben, aus dem Film mehr zu machen als nur einen weiteren Actionreißer von der Stange. Immerhin ist das Ganze kompetent gespielt, von Kurylenko als Kampfmaschine, vor allem aber von Purefoy, der den unterkühlten Edelmörder mimen darf. Da eklatante Mängel ausbleiben, dürfen Fans kampflastiger (Nicht-)Geschichten zugreifen. Mehr als Durchschnitt bietet die amerikanisch-südafrikanische Koproduktion jedoch nicht.

Momentum
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Momentum
Temporeich ist „Momentum“, teilweise auch schick anzusehen. Doch mit der Zeit verlieren die Actionszenen ihren Reiz, auch weil Geschichte und Figuren nicht viel hergeben. Dadurch bleibt der kompetent gespielte Film Durchschnitt.
5von 10

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