(„Hansel and Gretel – Witch Hunters“ directed by Tommy Wirkola, 2013)

Hänsel und Gretel - HexenjägerHänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) verirrten sich im Wald… Um die Kinder vor einer bösen Hexe in Sicherheit zu bringen setzte ihr Vater sie im Wald aus. Geleitet von ihrem Hass gegenüber Hexen, machten es sich Hänsel und Gretel zur Aufgabe selbige zu jagen und zu töten. Als die beiden schließlich in Augsburg ankommen, halten sie den ortsansässigen Amtsrichter davon ab eine Unschuldige zu verbrennen. Durch ihr auffallendes Fachwissen über Hexen erhalten sie den Auftrag die aus der Stadt verschwundenen Kinder wieder zu finden. Als sie dahinter kommen, dass es sich um eine wahre Hexenverschwörung handelt, beginnt die Hatz nach der verantwortlichen Oberhexe. Alle Mittel sind erlaubt.

Mit dem Märchen der Gebrüder Grimm hat dieser Hollywoodstreifen wahrhaftig nur grob etwas zu tun. Viel mehr zielt der Film auf Effekte, offensichtliche Brutalität und Waffengewalt ab. Hierbei störe ich mich daran, dass der Film tatsächlich leider nur ab 16 freigegeben ist, hätte man doch mehr in die Splatter/Horror Richtung gehen und ein richtiges Schlachtfest daraus machen können, wovon ich zuerst auch ausging.
Hätte, wenn und aber der Film ist wie er ist. Hänsel und Gretel ist ein rasanter, jedoch relativ unlogischer 3D-Actionfilm. Bei meinem Kinobesuch bin ich mit viel zu vielen Erwartungen an die Sache herangegangen und machte mich weder sonderlich begeistert, noch verärgert auf den Heimweg. Denn über die Optik muss man  nicht viel sagen: Helle Explosionen, tolle Effekte, eine äußerst hübsche Hauptdarstellerin (aus weiblicher Sicht bestimmt ein ebenfalls hübscher Hauptdarsteller) und eine Menge schwarz-weißer Schminke für die finsteren Hexengestalten.Hänsel und Gretel: Hexenjäger Szene 1

Die Actionszenen machen tatsächlich soviel Spaß, dass man sich bei den überflüssigen Dialogen einfach nur nach der nächsten Auseinandersetzung sehnt, sich neue Fertigkeiten der Protagonisten ansehen oder weitere merkwürdig moderne Waffen bestaunen möchte. Eigentlich ist hier aber alle nur irgendwie zusammengewürfelt: Ein bisschen Liebe hier, viel Gewalt da und ein mehr oder weniger gutes Happy Ending dort.Hänsel und Gretel: Hexenjäger Szene 2

Muss man sich den Film ansehen? Ich denke, wer Actionfilmen und schwarzem Humor zugeneigt ist, wird auch hier seine Freude haben. Fans dieses Genre werden wohl auch über die Sinn- und Strukturlosigkeit hinwegsehen können.

Hänsel und Gretel: Hexenjäger ist seit 22. August auf Blu-ray und DVD erhältlich



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Hänsel und Gretel: Hexenjäger
3.83 (76.67%) 12 Artikel bewerten

Hänsel und Gretel: Hexenjäger
Schnell, unlogisch, spaßig. Ein Film den es nicht unbedingt geben müsste, den man sich aber bestimmt immer mal wieder zur Brust nehmen wird, da er mit seinen 84 Minuten sehr kurzweilig und actiongeladen ist. Gar nicht so übel.
7von 10

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Eine Antwort

  1. Martin Zopick

    VORSICHT SPOILER!

    Der Plot lehnt sich nur ansatzweise an das Märchen der im Wald ausgesetzten Kinder an:
    es sind Jeremy Renner und Gemma Arterton. Es geht Regisseur Tommy Wirkola auch nicht so sehr um das Märchen, sondern er nimmt es als Vorwand für Klopperei und Splatter. Und das geht leider auf Kosten von Witz und Esprit. Zwei verbale Jokes hat Hansel: er muss Insulin spritzen, weil er immer schon zu viel Kuchen gegessen hat. Später sagt er einmal, wenn du Hexen töten willst ‘ mach ihnen ordentlich Feuer unterm Arsch‘.
    Um gegen die Übermacht der Hexen bestehen zu können, bekommen sie Hilfe von der rothaarigen Hexe Mina (Pihla Viitala) einer weißen Hexe, sowie von Ben, einem Jungen aus der Gegend der unter dem Taufnamen Thomas Mann aufgeführt wird und vom Monster Eduard, einem Shrek-ähnlichen, gutwilligen Untier ohne dessen Ohren. Peter Stormare macht als Amtsrichter eine recht unglückliche Figur. Arterton zeigt sich hier von ihrer wandlungsfähigsten Seite: von Alice Creed über Tamara bis hin zu Gemma Bovary.
    Hier spritzt Blut, es platzen Körperteile und der berühmte Besen als Mini Scooter kommt zum Einsatz. Ballerei ist schlichtweg angesagt. Im Finale ist der Zuschauer dann schon so weit gewohnheitsmäßig an die Materie herangeführt worden, dass er sich über die Zerfetzungen menschlicher Leiber vor Lachen wegschmeißen könnte. Drum der Warnhinweis am Anfang: nichts für Jugendliche unter 16. Und der Plot könnte immer so weiter gehen. Einer schaut, der andere ballert. Die Gebrüder Grimm wären wohl entsetzt. Entertainment im 21. Jahrhundert.

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