(„Eat Pray Surf – vom Leben mit dem Surfbrett“ directed by Ulf Wahls & Lukas Steinbrecher, 2010)

Wer bei Eat Pray Surf einen typischen Film über braungebrannte Surfer in riesigen Wellen erwartet oder eine Abwandlung von Ryan Murphy’s Eat Pray Love wird enttäuscht.
Eat Pray Surf ist mehr als eine Aneinanderreihung schöner Bilder von Surfern, die mit den Wellen eins sind. Eat Pray Surf ist eine Dokumentation über das Surfen als Lebensstil und darüber, wie es Menschen dazu bewegt, ihr Leben danach auszurichten.

Inspiriert durch ihre eigene Faszination für fremde Kulturen und exotische Länder, haben die Filmemacher Ulf Wahls (24) und Lukas Steinbrecher (23) eine Dokumentation produziert, die dem Zuschauer in knapp dreißig Minuten eine Idee davon gibt, wie das Wellenreiten zu einem Lebensstil werden kann. Der Film lässt einen eintauchen in den Rausch des Surfens und das Gefühl von Freiheit, von dem jeder Surfer schwärmt – untermalt von der durch Spiritualität und Vielseitigkeit geprägten Kultur Balis. Dabei verzichten die beiden Regisseure auf minutenlange Surfszenen in Supertubes. Stattdessen schildert der Film die konträren Lebensgeschichten zweier Charaktere, die ihr Leben dem Surfen gewidmet haben.

Da ist der Balinese Piping, der mit seinen drei Kindern und seiner schweizerischen Frau in Pererenan, einem Dorf an der Süd-West Küste Bali’s lebt. Angefangen mit Surfen hat er 1986, während er als Taxifahrer auf seine Gäste wartete. Was als Pausenfüller begann wurde schnell zum Lebensinhalt. Getragen von Leichtigkeit erzählt er, wie ihn seine Leidenschaft für das Surfen zu dem gemacht hat, was er heute ist. Piping schildert das Leben auf Bali, den Fokus auf die wichtigen Dinge wie Familie und Freundschaft, unabhängig von Religion, Herkunft und Wohlstand.
Den zweiten Protagonisten, den US-Amerikaner Daniel, hat das Surfen zu einem Neuanfang bewegt. Er erzählt von dem unglaublichen Glücksgefühl, welches das Surfen bei ihm bis heute auslöst. Das gleiche Gefühl, das ihn nach einem Urlaub auf der Insel 2005 dazu bewegt hat, seine Firma in Kalifornien aufzugeben und nach Bali auszuwandern. Im Interview beschreibt er, wie ihm das Leben vor Ort und die offene Kultur der Balinesen gezeigt haben, was am Ende vom Tag wirklich zählt.

Die Menschen kurz aufblicken lassen, von ihrem häufig strikt eingeengten Alltag, die Dinge weniger ernst und verbissen sehen“, das ist es, was Steinbrecher und Wahls mit dem Film erreichen wollen. Und in der Tat ist es ihnen mit Eat Pray Surf gelungen, den Zuschauer kurz in sich kehren zu lassen und sich auf das Wichtige im Leben zu besinnen. Eine Dokumentation mit Fernwehpotential.

Den Film kann man sich übrigens über diesen Stream kostenlos ansehen, oder einfach bei uns indem Du auf das Play-Symbol im Bild ganz oben klickst.

Eat Pray Surf – vom Leben mit dem Surfbrett
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