(„The Dead Pool“ directed by Buddy Van Horn, 1988)

Dirty Harry V - Das TodesspielWas für ein langweiliger Abschluss der insgesamt so erfolgreichen Filmreihe. Keine Ahnung ob es an den relativ unerfahrenen Regisseur Buddy Van Horn lag, der ganz nebenbei bemerkt eine beeindruckend lange Filmographie an Eastwoods Seite vorzeigen kann, oder einfach nur daran, dass die Ideen zu diesem Zeitpunkt endgültig aufgebraucht waren. The Dead Pool ist jedenfalls der einzige Teil der Reihe bei dem ich froh war, dass er lediglich 90 Minuten dauerte.

Obwohl schon der vierte und sehr gelungene Teil Sudden Impact im Jahre 1983 gedreht wurde, scheint Dirty Harry erst im letzten Teil so wirklich in den Eighties angekommen zu sein. Lalo Schifrin – neben Clint Eastwood eine weitere Konstante im Franchise – unterstreicht das gleich zu Beginn wo er den Sound ordentlich mit Synthesizern aufmöbelt. Ein Liam Neeson mit Pferdeschwanz oder ein damals noch unbekannter Jim Carrey (der im Abspann sogar noch James genannt wird) als drogensüchtiger Axl Rose-Verschnitt, dienen als optische Beweise hierfür.

Ansonsten hat sich nicht viel getan. Harry Callahan (Eastwood) ist nach wie vor der griesgrämige Inspektor aus San Franciso und wie es der Teufel will, bekommt er es auch bei seinem vorerst letzten Leinwandauftritt mit einem blutrünstigen Killer zu tun. Der erste Verdächtige ist Horror-Regisseur Peter Swan (Neeson), der am Set von „Hotel Satan“ (herrlicher Filmname!) beim sogenannten Todesspiel, ein Spiel bei dem der Spieler erraten muss welche bekannte Persönlichkeit als nächstes sterben wird, richtig getippt hat.
Dass dann auch noch sein Name auf Swans Liste auftaucht, macht Callahan besonders stutzig. Es ist demzufolge nur logisch, dass der Superschnüffler die Ermittlungen selbst leiten will. Er schlägt sich also in gewohnter Manier durch den Sumpf des Verbrechens und zögert nicht dabei Waffengewalt anzuwenden oder etwa das zu sagen was er gerade so denkt.

Die Figur von Dirty Harry büßt hier genau wie schon im dritten Teil deutlich an Bissigkeit ein. Wenn er zuvor Verbrecher kurzerhand einfach abmurkste, beschränkt er sich in Das Todesspiel darauf den lästigen Reportern (u.a. Patricia Clarkson) eins auszuwischen und mutiert sogar zum Moralprediger. Unterdessen sorgt er aber natürlich weiterhin fleißig für Sachschaden die seinen Vorgesetzten Kopfzerbrechen bereitet.

Eine Verfolgungsjagd war zwar in den anderen Teilen ebenso Hauptbestandteil, doch diesmal verkommt das Ganze zu einem langweiligen und im Grunde sehr vorhersehbaren Katz und Maus-Spiel ohne viel Charme. Es fehlt kurz gesagt an allen Ecken und Enden an Innovation, die Rolle die Eastwood spielt scheint zur Gänze erschöpft zu sein und so bleibt kaum etwas Nennenswertes übrig. Es ist am Ende allerdings doch irgendwie belustigend Carrey und Neeson in ihren Rollen zu beobachten, die unterm Strich aber kaum beeindrucken. Ein denkbar schlechtes Finale also für den beliebten Cop, doch wie Harry es formulieren würde:

Meinungen sind wie Arschlöcher, jeder hat eins.

Dirty Harry V – Das Todesspiel
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Dirty Harry V - Das Todesspiel
Langweilger Abschluss der insgesamt tollen Dirty Harry-Filmreihe bei der die "Highlights" die jungen Liam Neeson und Jim Carrey sind
6von 10

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