(„Max Payne“ directed by John Moore, 2008)

Max PayneDas deutsche DVD-Release steht kurz bevor, da kommt meine Rezension eigentlich sehr gelegen. Ich nutze also die Gunst der Stunde und reiche ein Review nach, das ich bisher aufgrund großer Enttäuschung vor mir hingeschoben hatte.
„Max Payne
“ reiht sich zwischen den ganzen anderen (schlechten) PC-Spiel-Adaptionen ein, irgendwo zwischen „Hitman“ und „Resident Evil„, aber doch deutlich vor dem miserablen „Tomb Raider„. Als Kenner der Vorlage wurde ich auch diesmal leider herbe enttäuscht. Bis auf ganz passable Bilder einer ständig verschneiten Metropole hat der Film nur sehr wenig Atmosphäre mitgenommen. Es fehlt nicht nur der massive Einsatz von Slow-Motion-Fights, sondern ganz einfach schaffen die Charaktere im Film nicht das Flair des PC-Spiels einzufangen und auch die doch recht komplexe Story der Vorlage wurde bei weitem nicht ausgenutzt sondern zugunsten einer Spielfilmlaufzeit von knappen 100 Minuten geopfert.
Die Story hält natürlich aber dennoch das Grundkonzept ein: Max Payne (Mark Wahlberg), ein Detective dessen Frau und Kind von drei Männern auf brutale Art und Weise ermordet wurde, streift wie besessen durch die Großstadt um die Killer seiner Familie aufzuspüren und zur Strecke zu bringen.
Drei Jahre ist es mittlerweile her, dass er nach Hause kam und das Blutbad vorfand. Er war damals gerade mal 10 Minuten zu spät vor Ort gewesen um die Tragödie zu verhindern. Der Tod seiner Frau scheint so unlogisch wie sinnlos zu sein, das mach den Bulle noch wütender, aber auf seiner Suche nach den Mördern scheint er mittlerweile in eine Sackgasse geraten zu sein. Es gibt zwar Anzeichen dafür, dass der große Pharmakonzern Aesir dahintersteckt, aber er hat keine Beweise und auch dessen Geschäftsführer und Freund BB Hensley (Beau Bridges) streitet eine Verbindung ab. Wozu sollte auch ausgerechnet sein Konzern Max Paynes Familie umbringen?
Max lässt allerdings nicht locker und durch einen Informant entdeckt er die Existenz einer seltsamen aber interessanten Droge namens Valkir, dessen Junkies sich anhand einer speziellen Engelsflügel-Tätowierung erkennen lassen. Die mysteriöse und hübsche Natasha (Olga Kurylenko) trägt ein solches Tattoo auf ihren Arm und lenkt somit Max’s Aufmerksamkeit auf sich. Als sie am nächsten Tag allerdings tot aufgefunden und neben ihr die Brieftasche des mittlerweile paranoiden Cop gefunden wird, gerät Max in Schwierigkeiten mit seinen Department-Kollegen. Für viele jagt er nur noch Geistern hinterher und taugt schon lange nicht mehr als Polizist. Es scheint also düster zu werden für Max bis ihn plötzlich sein alter Partner Alex Balder (Donal Logue) mit interessanten Neuigkeiten kontaktiert: Zwischen der Droge und Aesir gibt es eine Verbindung, genauso wie zwischen dem Medikamentekonzern und dem Mord an Max’s Geliebten.
Es dauert nicht lange und auch Alex wird ermordet aufgefunden was Max’s Beliebheit auf dem Revier nicht unbedingt steigert. Durch den plötzlichen Auftritt von Natashas Schwester, Mona Sax (Mila Kunis), scheint sich aber wieder etwas zu tun. Die attraktive wie letale Frau scheint aus irgendeinem Grund genauso wie Max Payne hinter Aesir und seinen dunklen Machenschaften her zu sein…
Wie schon eingangs erwähnt, konnte der Film bei mir nicht unbedingt punkten. Aus dem tollen Charakter und der genialen Story hätte man sehr viel herausholen können. Man hätte wohl das Risiko eingehen sollen einen Film in Überlänge oder sogar eine Trilogie (warum eigentlich keine TV-Serie?) zu produzieren. Kenner des PC-Spiels werden über die Atmosphäre sicherlich enttäuscht sein, auch wenn viele bekannte Orte und Szenen vorkommen. Der Noir-Touch aus dem Game geht leider verloren genauso wie die Wirkung die, die toll animierten Comicsequenzen auf dem Spieler hatten.
Ich hätte mir einfach einen Streifen eher im „Sin City„-Stil gewünscht als einen Standard-Actionkracher ohne wirklichen Höhepunkt obwohl meiner Meinung nach Mark Wahlberg durchaus das Zeug für einen überzeugenden Max Payne mitgebracht hätte.

Max Payne
3.5 (70%) 2 Artikel bewerten

Über den Autor

Ehemaliger Autor

Eine Antwort

  1. Breakout

    Ich habe den Film selbst nicht gesehen, will aber nochmal die Vorlage lobend hervorheben, wie das Candide auch schon im Text getan hat. Für mich eines der besten Spiele, die ich je gespielt habe, welches sich mit seiner tollen Atmosphäre, der spannenden Handlung und dem schnell zu erlernenden GamePlay fast schon wie ein Film erleben lässt. Es bestand meines Erachtens also nie wirklich Bedarf für so einen Film. Wohl auch ein Grund, dass er mich nie sehr interessiert hat.

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.