Ein Buchhalter namens William Blake (Johnny Depp) reist in den Westen um dort in einer Stadt namens Machine eine Arbeit anzutreten. Auf der Fahrt dorthin (meiner Meinung nach die beste Szene im ganzen Film) sieht man, wie die Umgebung und die Passagiere stets dreckiger, abgekommener, sündiger und verdorbener werden. Er kommt schließlich im Büro von Dickinson (Robert Mitchum) an, seinem neuen Arbeitgeber, doch leider mit einer gewaltigen Verspätung von einem Monat. Der Posten ist bereits vergeben und somit befindet sich Blake ohne Job und ohne Geld in einer herabgekommenen Stadt wieder. Er beschließt, sich mit den paar Dollar die er noch hat, Schnaps zu kaufen und sich vollaufen zu lassen. Vor dem Saloon trifft er die Ex-Prostituierte Thel (Mili Avital), die auch noch die Tochter des Fabrikbesitzers Dickinson ist. Beide landen schließlich im Bett und der Film scheint eine positive Wendung zu bekommen. Doch es kommt anders.

Der Film ist eine verrückte, surreale Odyssee, bei der mir die Worte fehlen, um sie genauer zu beschreiben. Ein für mich nicht ganz einfacher Film, dessen Aussage ich nicht hundertprozentig verstanden habe. Trotzdem merkt man, dass Jarmusch mit seinen Bildern etwas ausdrücken möchte, aber er spricht oft in für mich zu komplexen Metaphern. Insgesamt hat mir der Film gut gefallen, auch wenn die Phase zwischen Mittelteil und Ende recht fad war.

Der Höhepunkt von Dead Man ist sicherlich die Musik von Neil Young, der mit seinen Gitarren-Riffs für geniale Effekte sorgt. Die Musik wird mit fortlaufender Spieldauer immer ausgeklügelter, die Tracks länger und zum Schluss wird fast ein kompletter Song gespielt. Allein nur wegen des originellen Sounds sollte man diesen Film gesehen haben. Ich persönlich kenne nichts Vergleichbares.

Dead Man
4.21 (84.29%) 14 Artikel bewerten

Dead Man
7von 10

Über den Autor

Ehemaliger Autor

6 Responses

  1. movie-struck

    Wenn ein Film die Bezeichnung Meisterwerk verdient, dann sicherlich einer wie dieser. Ich muss dir Recht geben (Candide) , dass die Intention des Films nicht einfach zu verstehen ist. Das ist aber gar nicht weiter schlimm, die Musik, dieser Track, mit seiner eindringlichen, schweren, aber doch erhabenen Melodie von Neil Young, ist einfach der großartigste, coolste Soundtrack den ich seit langem gehört habe. Selbst über die Länge kann ich hinwegsehen, solange nur diese Melodie hervorschmettert. Natürlich sind auch die Aufnahmen und Schauspieler, allen voraus natürlich Johnny Depp spitzenklasse.
    6 Sterne, wenn es ginge auch mehr, dafür hätte ich allerdings gerne ein Handbuch zu „Dead Man“, um mir ein Bild von der Gesamtintention machen zu können. TOP!

    Antworten
  2. Candide

    Find ihn allerdings bei weitem nicht Jim Jarmusch’s bester Film. Vielleicht wäre es aber wieder mal Zeit „Dead Man“ zu sehen…
    Die Musik bei Jarmusch-Filmen ist übrigens immer superb. Er hat unter anderem ja auch Musikvideos gedreht (Tom Waits ist ein guter Freund und auch oft bei seinen Filmen beteiligt) und findet diese Ausdrucksform als eine der wichtigsten.

    P.S.: Das Bewertungsfeld ist nun auch hierfür freigeschaltet.

    Antworten
  3. Parker

    Hmm, ja Jarmusch ist ein Stimmungsprofi. Er hat den dreh raus dich runterzuziehn aber dir gleichzeitig ein Lächeln ins gesicht zu zaubern.

    Wollte „Dead Man“ schon längst sehn, ich glaube das ist demnächst mal fällig.

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.