(„Drei Männer im Schnee“ directed by Kurt Hoffmann, 1955)

Der Millionär, Geheimrat Schlüter (Paul Dahlke), ist trotz seines gehobenen Alters immer noch Kind geblieben und so kommt es, dass er bei einem Preisausschreiben seiner eigenen Firma, unter falschem Namen teilnimmt. Tatsächlich belegt er den zweiten Platz und gewinnt eine zehntägige Reise in ein Skierholungsgebiet. Doch das alles wäre ja witzlos, denn Geld hat er ja wie Heu, würde er sich nicht als armer Schlucker in dem Sternehotel einnisten, um die Verhaltensweisen anderer zu studieren. Im Gegenzug nimmt sein Diener Johann (Günther Lüders) die Rolle des Millionärs ein und reist auf Befehl seines Herrn inkognito mit.

Da sich die Haushälterin (Margarete Haagen) und seine Tochter Hilde (Nicole Heesters) so sehr um ihren Arbeitgeber und Vater sorgen, informieren sie vor ab das Hotel über ihren falschen Gast. An der Rezeption kommt es wie es kommen muss, der unfreundliche Portier verwechselt den Angekündigten Übeltäter und behandelt den jungen, arbeitslosen Dr. Fritz Hagedorn (Claus Biederstädt) von nun an wie den eigentlichen Millionär. So nimmt das Chaos seinen Lauf und Eduard Schlüter kann in aller Seelenruhe seine Studie betreiben, muss nebenher aber ständig niedere Arbeiten für das Hotel ausführen und ist sich dabei für nichts zu schade. Als dann die Hausdame und Töchterchen Hilde angereist kommen um nach dem Rechten zu sehen, wird es erst richtig amüsant.

Der Film ist so alt, er könnte mein Vater sein. 1955, ein Klassiker, geschrieben von Erich Kästner und toll umgesetzt von Kurt Hoffmann. Ich bin immer wieder begeistert, bei guten Schwarz-Weiß Filmen, wie unbedeutend Farbe sein kann, wenn der Rest stimmig ist. Die darstellerischen Leistungen wirken nur selten aufgesetzt und wenn, nur bei den Nebendarstellern. Die Hauptakteure, also Paul Dahlke, Günther Lüders und Claus Biederstädt, spielen ihre Rollen, als hätten sie nie etwas anderes getan. Wiedererwartend haben mich deren humoristischen Einlagen, zumindest an drei Stellen, lauthals zum Lachen gebracht, doch ein leichtes Schmunzeln begleitet den Zuschauer durch den gesamten Film. Er hat etwas Spitzbubiges, Unschuldiges und ist dabei so gerade heraus und unkompliziert wie heute selten ein Film.

Bekanntermaßen wissen wir ja von etlichen Hollywood-Filmen: Mädchen sieht Jungen, Mädchen verliebt sich in Jungen, Junge lässt sich darauf ein, Junge verliebt sich in anderes Mädchen, erstes Mädchen ist stinksauer, Junge entschuldigt sich bei Mädchen Nummer eins und beide sind glücklich bis an ihr Lebensende. Ich kann es nicht mehr sehen! Bei Drei Männer im Schnee ist alles so natürlich und ehrlich, wirkt also im ersten Augenblick, verglichen mit heute, für einen ganz kurzen Augenblick befremdlich. Die adretten Damen, die wohl gerade zeigen wollten, dass sie Emanzipation verstanden haben, waren stellenweise so schön anzusehen, dass ein Klecks Farbe durchaus wünschenswert gewesen wäre.  „…Die damals fünfundzwanzigjährigen müssten heute ja bereits … achtzig sein… na ja, einfach nicht darüber nachdenken :-P“

Ein wunderschöner Klassiker in allen Belangen. Lustig, sehenswert und stimmungsvoll. Ich wüsste nicht, wieso dieser Film heute weniger ansprechend sein sollte als vor fünfzig Jahren. Hier könnten sich viele Möchtegern-Komödien von heute noch(mal) eine Scheibe abschneiden.

Drei Männer im Schnee erscheint am 03. Dezember auf Blu Ray und DVD

Drei Männer im Schnee
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