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Tiroler Blut: Der erste Schuss

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„Tiroler Blut: Der erste Schuss“ // Deutschland-Start: 8. Oktober 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Bei Familie Gruber gehört der Polizeidienst zur guten Tradition. Mehr als 40 Jahre war Hannes (Sven-Eric Bechtolf) im Einsatz, bevor er in den Ruhestand ging. Seine Tochter Fanny (Ursula Strauss) hat ebenfalls Karriere gemacht und genießt als Ermittlerin im Innsbrucker Kommissariat einen guten Ruf. Einen solchen erhofft sich auch ihr Sohn Tobi (Noah L. Perktold) zu erarbeiten, die dritte Generation in Folge, die diesen Weg eingeschlagen hat. Doch sein erster eigenverantwortlicher Einsatz als Polizist endet in einem Desaster: Der gewalttätige Familienvater Lukas Prantl (Dominic Marcus Singer) droht, seinen Hund auf Tobi zu hetzen. Dieser weiß sich nicht anders zu helfen als zu schießen: Der Hund stirbt, Prantl kommt mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus. Und dann behauptet dessen Ehefrau Nadine (Marlene Hauser) auch noch, bewusst auf ihren Mann geschossen zu haben …

Wendungsreicher Auftakt einer Krimireihe

Der Donnerstagabend gehört im Ersten bekanntlich den Krimis. Neben der einen oder anderen Produktion vor einer heimischen Kulisse werden vor allem auch solche gezeigt, die im Ausland gedreht werden. Der eine oder andere spielt dabei auch in Österreich. Bestens etabliert ist die Reihe Der Wien-Krimi: Blind ermittelt, die seit 2018 ausgestrahlt wird. 2025 gab es mit Mord in Wien: Der letzte Bissen den Startschuss für eine zweite Reihe, die in der österreichischen Hauptstadt spielt. Mit Der Salzburg-Krimi: Tod am Wolfgangsee wurde vor einigen Monaten die österreichische Serie Meiberger – Im Kopf des Täters durch die ARD fortgeführt. Und weil es offensichtlich nie genug von solchen Titeln geben kann, kommt jetzt Tiroler Blut: Der erste Schuss die nächste Krimireihe, es ist die vierte, die bei unseren südlichen Nachbarn spielt.

Da ist das Risiko einer Übersättigung natürlich groß, zumal kein Genre so oft im deutschen Fernsehen abgearbeitet wird wie der Krimi. Aber offensichtlich war man sich dessen bewusst, weshalb zumindest der Auftakt sich etwas von dem Einerlei unterscheidet. Ein großer Unterschied ist, dass das hier kein regulärer Whodunit ist, bei dem herausgefunden werden muss, wer einen Mord begangen hat. Bei Tiroler Blut: Der erste Schuss gibt es keinen Mord, sofern man nicht den toten Hund als solchen auffassen möchte. Und wer den Schuss abgegeben hat, steht von Anfang an fest. Da muss also nicht groß gegrübelt werden. Später kommt aber noch die eine oder andere Wendung hinzu, damit die Geschichte nicht ganz so geradlinig ist, wie sich das anhört.

Wenig glaubwürdig, oft nervig

Das Ergebnis ist jedoch bestenfalls zwiespältig. Auf der einen Seite sind die Enthüllungen schon überraschend. Während man manches vielleicht vorher schon kommen sieht, kommen andere völlig aus dem Nichts. Allerdings ist dieser Überraschungseffekt auch teuer erkauft: Glaubwürdig ist so ziemlich nichts an dieser Geschichte. Zeitweise mutiert Tiroler Blut: Der erste Schuss auch noch zur Seifenoper mit schrecklich klischeebehafteten Figuren. Das ist auch deshalb ärgerlich, weil der Film ja ein reales Thema aufgreift, über das noch immer zu wenig gesprochen wird: Gewalt in der Beziehung. Anstatt aber zu versuchen, das irgendwie realistisch darzustellen und ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, wird der Film geradezu grotesk.

Der andere große Unterschied ist die Figurenkonstellation. Dass zwei Generationen bei der Polizei gearbeitet haben, das kennt man zwar von anderen Filmen und Serien. Blutopfer arbeitete vor einigen Wochen damit, dass Vater und Sohn beide diesen Beruf haben bzw. hatten, dabei aber sehr unterschiedlich vorgingen. Bei Tiroler Blut: Der erste Schuss sind es nun sogar drei. Wobei das kaum genutzt wird. So ist der Großvater beim Auftakt quasi überflüssig. Und auch der Sohn bekommt nicht viel zu tun, es ist die Mama, die auf eigene Faust ermittelt und sich dabei nicht sonderlich um die Gepflogenheiten schert. Dass sie aufgrund des persönlichen Bezugs da gar nichts zu suchen hat, kommt ihr nicht in den Sinn. Da sind schon wieder einige nervige Szenen dabei, sowie das ganze Familiendrama auch zu viel ist. Bei ihrem zweiten Fall Am Abgrund bekommt es die Familie mit einem Entführungsfall zu tun.

Credits

OT: „Tiroler Blut: Der erste Schuss“
Land: Deutschland, Österreich
Jahr: 2026
Regie: Matthias Tiefenbacher
Drehbuch: Christian Jeltsch
Musik: Martina Eisenreic
Kamera: Hanno Lentz
Besetzung: Ursula Strauss, Noah L. Perktold, Alina Fritsch, Sven-Eric Bechtolf, Kai Ivo Baulitz, Marlene Hauser, Aaron Karl

Bilder

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Tiroler Blut: Der erste Schuss
fazit
In „Tiroler Blut: Der erste Schuss“ endet der erste Einsatz eines Polizisten im Desaster, dessen Mutter mischt sich daraufhin in die Ermittlungen ein. Der Auftakt der neuen Krimireihe nervt mit den persönlichen Verbindungen und dem vielen Drama. Die Geschichte ist ungewöhnlich und überraschend, aber auch kaum glaubwürdig.
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