Street Fighter 2026
© Paramount Pictures

Street Fighter (2026)

„Street Fighter“ // Deutschland-Start: 15. Oktober 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Früher einmal, da waren Ken (Noah Centineo) und Ryu (Andrew Koji) unzertrennlich, wie Brüder. Gemeinsam trainierten sie unter Gouken (Don Lee), wollten die besten Kämpfer der Welt werden. Als Ryu jedoch 1987 den World Warrior Wettkampf gewinnt und dadurch die böse Gottheit Akuma weckt, ändert sich das. Gouken stirbt dabei, Ryu ist spurlos verschwunden. Ken wiederum kämpft zwar noch, begnügt sich aber mit Showkämpfen und billigen Werbespots. Sechs Jahre später steht der nächste große Wettkampf an. M. Bison (David Dastmalchian) schickt dafür Chun-Li (Callina Liang) los, um die besten Kämpfer der Welt zu versammeln – inklusive Ryu. Tatsächlich gelingt ihr das, acht der unterschiedlichsten Kampfspezialisten stehen sich gegenüber. Dabei ahnen sie nicht, dass M. Bison in Wahrheit ein ganz anderes Ziel verfolgt …

Neufassung des Prügelspiel-Klassikers

Filme, die auf Videospielen basieren, haben dieses Jahr wieder Hochkonjunktur. Gerade erst schaffte Resident Evil nach den gleichnamigen Zombie-Horrorspielen das beste Ergebnis der langjährigen Filme und bewies, wie spaßig eine solche Adaption sein kann. Auch Exit 8 rund um mysteriöse Vorkommnisse in einer U-Bahn ist sehr sehenswert geworden. Der Super Mario Galaxy Film war sowieso wieder ein großer Hit, einer der größten des aktuellen Kinojahrs. Da durfte man schon neugierig sein, ob Street Fighter diese Erfolgsserie fortsetzen kann. Denn auch wenn die Prügelspiele nicht mehr die Zugkraft haben, die sie noch vor mehr als 30 Jahren hatten, der Name ist bekannt. Die Games haben ihre Fanbase. Es gibt auch eine Reihe von Filmen, die auf dieser Reihe basieren – allen voran Street Fighter – Die entscheidende Schlacht, das 1994 durchaus erfolgreich war und eigene Fans hat.

Diese können sich auf eine Referenz hier freuen, wenn ein legendär gewordener Dialog aufgegriffen wird. Überhaupt ist das ein Film, bei dem man von Anfang merkt, dass er für bestehende Fans bestimmt ist. So gibt es eine ganze Reihe von Charakteren auf den Spielen, die hier auftauchen. Einige davon haben größere Rollen, insbesondere Ken und Ryu, die oft als eigentliche Hauptfiguren der Games angesehen werden. Bei anderen muss man sich mit kleinen Gastrollen zufriedengeben, mehr als ein paar Minuten sind nicht drin. Während das noch irgendwo nachzuvollziehen ist angesichts der beschränkten Laufzeit, ist eine andere Entscheidung in Street Fighter mehr als irritierend: Es wird kaum gekämpft. Man sollte eigentlich meinen, dass ein Film, der einen Wettkampf als Herzstück präsentiert, diesen auch groß in Szene setzt. Tatsächlich werden die einzelnen Runden aber nur kurz gezeigt, manche auch ganz übersprungen.

Wenig geglückter Humor

Stattdessen setzt Regisseur und Co-Autor Kitao Sakurai vor allem auf Humor, wenn er die Figuren immer wieder durch den Kakao zieht. Einige wie Ken oder M. Bison sind bewusst als Karikaturen angelegt. So etwas kann funktionieren. Masters of the Universe arbeitete vor einigen Monaten mit einer ähnlichen Mischung aus Selbstironie und Hommage. Auch der Hang zur Sexualisierung ist in beiden Filmen zu finden. Doch während das Comeback der 80er-Jahre-Spielzeuge tatsächlich Spaß machte und vereinzelt richtig clever war, demonstriert Sakurai wie schon in Bad Trip, dass er nicht mehr versteht als billigen Drauhaufhumor. So sympathisch es grundsätzlich ist, wenn ein Film die Albernheit des eigenen Franchises versteht und das Ganze überdreht: Ein Selbstläufer ist das nicht. Street Fighter ist trotz eines engagierten Ensembles einfach nie so witzig, wie er es sein möchte.

Wie so etwas besser funktionieren kann, bewies vor zwei Jahren Escape from the 21st Century, das ebenfalls eine Referenz an Street Fighter enthielt und betont durchgeknallt war. Während dort aber wirklich eine verrückte Idee nach der anderen kam, will Street Fighter verrückt sein, ohne viel dafür zu tun. Dass wahllos irgendwelche Lieder aus den 1990ern genommen wurden und in einem Film auftauchen, der 1993 spielt, passt zu dem Eindruck, dass man nicht so wirklich über das nachdenken wollte, was man da tut. Wäre das wenigstens konsequent umgesetzt, hätte auch das Unterhaltungswert haben können. So aber wollte man wohl irgendwie Nostalgie erzeugen und es dabei dann belassen. Immerhin: Die vereinzelten Animationssequenzen sind nett geworden. Man merkt also schon, dass der Regisseur etwas für dieses Franchise übrighat. Das allein reicht aber nicht aus. Dass der Film nicht mal ein vernünftiges Ende hat und mittendrin abbricht, macht die Sache nicht besser.

Credits

OT: „Street Fighter“
Land: Japan, USA
Jahr: 2026
Regie: Kitao Sakurai
Drehbuch: T. J. Fixman, Kitao Sakurai
Musik: Leo Birenberg, Zach Robinson
Kamera: Ken Seng
Besetzung: Noah Centineo, Andrew Koji, Callina Liang, Joe Anoa’i, David Dastmalchian, Cody Rhodes, Eric André, Andrew Schulz, Vidyut Jammwal, Curtis Jackson, Jason Momoa

Bilder

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Street Fighter (2026)
fazit
Basierend auf dem Prügelspiel-Klassiker erzählt „Street Fighter“ von einem großen Kampfturnier und einem finsteren Plan. Der Film richtet sich mit den zahlreichen Figuren und Anspielungen an Fans, scheitert aber mit seiner Mischung aus Selbstironie und Hommage. Denn dafür sind die Witze zu langweilig, ist der Film nicht verrückt genug. Die zu seltenen Kämpfe und das offene Ende sorgen ebenfalls für Enttäuschung.
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