Police Python 357 Im tödlichen Kreis TV Fernsehen arte Streamen online Video on Demand
© Ferracci

Police Python 357

Police Python 357 Im tödlichen Kreis TV Fernsehen arte Streamen online Video on Demand
„Police Python 357“ // Deutschland-Start: 9. September 1976 (Kino) // 29. August 2025 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Wenn es um das Fangen von Verbrechern geht, macht Marc Ferrot (Yves Montand) so schnell niemand etwas vor. Furchtlos und effizient kämpft er Tag um Tag gegen die Kriminalität und hat es dabei sogar zu einer gewissen Berühmtheit gebracht. Doch der eifrige Polizist hat ein Geheimnis: Er hat eine leidenschaftliche Affäre mit Sylvia Leopardi (Stefania Sandrelli), wovon aber niemand etwas wissen darf. Umso größer ist der Schock, als er ihre Leiche in der Wohnung findet und ausgerechnet er damit beauftragt wird, den Mord aufzuklären. Während er nun nach Spuren sucht und dabei die eigenen verwischen muss, ahnt er nicht, dass die Tote neben ihm einen zweiten Liebhaber hatte: sein eigener Chef Victor Ganay (François Périer). Der verheimlicht ebenfalls seine Affäre, ist er doch mit Thérèse (Simone Signoret) verheiratet …

Ein Polizist auf geheimer Mission

Im Laufe seiner etwas mehr als drei Jahrzehnten andauernden Karriere hatte Alain Corneau zwar verschiedene Genres abgedeckt. Bekannt ist beispielsweise Die siebente Saite: Das Historiendrama um einen verwitweten und verbitterten Musiker erhielt 1992 beachtliche sieben Preise bei den Césars. Und doch bringt man den französischen Regisseur am ehesten wohl mit dem Krimigenre in Verbindung. Immer wieder kehrte er zu diesem zurück, mit mal mehr, mal weniger Erfolg. So lief sein zweiter Film Police Python 357 im Jahr 1976 ganz gut, rund 1,5 Millionen Menschen sahen ihn damals in Frankreich im Kino. Hierzulande ist das Frühwerk des Filmemachers hingegen eher eine Art Geheimtipp, obwohl eine Reihe großer Stars darin zu sehen sind.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht dabei die Leinwandlegende Yves Montand (Vier im roten Kreis, Lohn der Angst), der den Mord an einer jungen Frau aufklären muss. Das klingt erst einmal recht gewöhnlich. Besonders ist aber die Figurenkonstellation, da die Tote nun einmal seine Geliebte war. Sicher, es gibt nicht eben wenige Krimis, in denen die Hauptfigur persönlich involviert ist. Meistens sind diese Geschichten dann recht billig konstruiert, wollen mit Gewalt irgendeine Betroffenheit erzeugen. Police Python 357 ist da interessanter. Während viele Thriller mit einem Szenario arbeiten, dass die Hauptfigur die eigene Unschuld beweisen muss, muss der Polizist hier ja dafür sorgen, erst gar nicht in Verdacht zu geraten. Dass er nicht mit offenen Karten spielt, ist natürlich wenig professionell. Aber es geht hier auch weniger um reguläre Polizeiarbeit.

Konstruiert, aber spannend

Stattdessen entwickelt sich der Film, der hierzulande auch als Im tödlichen Kreis bekannt ist, zu einer Art Duell, ohne dass die Beteiligten von Anfang an wüssten, dass es eins ist. Natürlich ist es wahnsinnig konstruiert, dass sowohl der Polizist wie auch dessen Chef gleichzeitig etwas mit derselben Frau haben. Auch hier darf man nicht mit einer falschen Erwartung an die Geschichte gehen, realistisch ist das alles nicht. Aber es ist eben spannend, wie aus diesem Stoff ein Katz-und-Maus-Spiel wird, bei dem die Beteiligten selbst nicht alles wissen. Das Publikum ist da weiter, da Police Python 357 an mehreren Stellen Informationen mit den Zuschauern und Zuschauerinnen teilt, die den beiden Hauptfiguren fehlen. Zu rätseln gibt es daher an und für sich nicht viel, wobei der Film durch eine elliptische Erzählweise zumindest anfangs das eine oder andere Fragezeichen provoziert.

Packend ist der Thriller aber auch so. So darf man von Anfang an gespannt sein, wie sich das alles weiterentwickelt. Wer kommt da wem auf die Schliche? Und unter welchen Umständen? Hinzu kommt, dass mit der Ehefrau von Ganay noch ein weiterer Unsicherheitsfaktor mitmischt, da diese ihre eigenen Ziele verfolgt. Diese sitzt zwar im Rollstuhl, weshalb klar ist, dass sie nicht direkt an dem Kampf teilnehmen kann. Das bedeutet aber nicht, dass sie untätig ist. Sie ist nicht das willenlose Heimchen, selbst wenn sie bei der Affäre des Mannes nichts unternimmt. Fünfzig Jahre nach Erscheinen ist Police Python 357 daher noch immer sehenswert, ein eher ungewöhnlicher Genrevertreter, der zwar mit vielen bekannten Elementen arbeitet, dabei aber eine ganz eigene Stimmung hat.

Credits

OT: „Police Python 357“
AT: „Im tödlichen Kreis“
Land: Frankreich, Deutschland
Jahr: 1976
Regie: Alain Corneau
Drehbuch: Alain Corneau, Daniel Boulanger
Musik: Georges Delerue
Kamera: Etienne Becker
Besetzung: Yves Montand, Simone Signoret, François Périer, Stefania Sandrelli, Mathieu Carrière, Vadim Glowna

Bilder

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Police Python 357
fazit
In „Police Python 357“ muss ein Polizist einer Frau aufklären, die seine eigene heimliche Geliebte war – und die seines Chefs. Die Geschichte ist natürlich völlig konstruiert. Doch das Ergebnis ist spannend, arbeitet mit Wissensvorsprüngen und ist doch seltsam elliptisch erzählt.
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