
Es hätte der schönste Tag im Leben von Tina (Alice Eve) und Tom (Eric Michael Cole) werden sollen, als sie nach Malta reisen, um sich dort vor Familie und dem Freundeskreis das Ja-Wort zu geben. Doch schon früh kommt es zu Spannungen zwischen dem designierten Paar. Der eigentliche Albtraum beginnt aber, als die Gruppe im Anschluss an die Hochzeit eine Bootstour startet, obwohl Tina nicht schwimmen kann und Angst vorm Wasser hat. Die Tour endet abrupt, als ein aggressiver weißer Hai auftaucht, mehrfach das Boot rammt, bis dieses untergeht. Glück im Unglück: Der Fischer Roy (Jim Klock) taucht auf und will die Truppe enden. Zumindest glauben sie das. Dabei ahnen sie nicht, dass der Fremde einen eigenen Plan verfolgt …
Bodensatz des Hai-Horrors
Nachdem Haie eigentlich als Antagonisten in Horrorfilmen längere Zeit ausgedient haben, sind sie inzwischen wieder überall. Ständig kommen neue Titel heraus, in denen die Fische Jagd auf die Menschen machen. In die Kinos kommen diese Filme eher selten, fürs Heimkino ist aber einiges zu finden. Da war beispielsweise The Devil’s Mouth – Der Teufelsschlund über eine Clique, die beim Tauchen in Thailand auf einen Hai trifft. Thrash wiederum erzählt von einem überschwemmten Küstenstädtchen, das von den Raubtieren heimgesucht wird. Mit Chum – Gefährliche Bestien hat jetzt ein weiterer solcher Film den Weg zu uns gefunden. Eine gute Nachricht ist das aber nicht. So gehört die US-amerikanische Produktion in diesem ohnehin qualitativ oft überschaubaren Bereich noch zum Bodensatz.
Schon der erste Eindruck ist nicht besonders gut. Wenn wir hier ein Paar kennenlernen, das heiratet, obwohl da offensichtlich einiges im Argen ist, macht das nicht so wahnsinnig viel Lust, Zeit mit den beiden zu verbringen. Bei den übrigen Figuren sieht es nicht besser aus. An der einen oder anderen Stelle versucht Chum – Gefährliche Bestien zwar schon, den Figuren so etwas wie eine Geschichte oder Persönlichkeit zu geben. Aber diese Versuche sind eher zaghaft und zudem wenig erfolgreich. Die meisten sind einfach nur nichtssagend, nicht mehr als Fischfutter. Richtig übel wird es bei Roy und dessen Vorgeschichte, die so einfach nicht funktioniert, teilweise auf geradezu dreiste Weise dämlich ist. Regisseur und Co-Autor Jonathan Zuck verhebt sich völlig bei dem Versuch, einen bösen Twist in diese Geschichte zu bringen.
Schmerzhaft dumm
Klar, ein solcher Film muss nicht zwingend eine interessante oder gar tiefgründige Geschichte erzählen. Aus diesem Grund schaut man sich so etwas nicht an. Das bedeutet aber nicht, dass man einen Freischein bekommt, irgendwelchen Blödsinn zu verzapfen. Gerade im weiteren Verlauf wird es geradezu schmerzhaft, wenn dümmliche Dialoge auf willkürliche Handlungen treffen. Chum – Gefährliche Bestien wird dabei zunehmend unfreiwillig komisch. Und dann kommt zum Schluss hin noch ein Voice-over, der einen endgültig daran zweifeln lässt, ob das hier überhaupt ein ernst gemeinter Genrebeitrag sein soll. Es wird dabei so lächerlich, dass man einfach nur noch verblüfft auf den Bildschirm starren kann, ungläubig, was man sich da gerade anhören muss.
Aber auch die Optik hat ihren Anteil daran, dass man diesen Film am liebsten im tiefsten Meer versenken möchte. Natürlich darf man bei einer solchen Produktion keine High-End-Computergrafiken erwarten. Die Szenen, wenn der Hai auftaucht und sich über die Menschen hermacht, sind aber einfach nur grotesk. Immerhin, man hat bei Chum – Gefährliche Bestien, anders als bei dem kürzlich veröffentlichten Killer Whale, noch tatsächliche Naturaufnahmen, die zumindest ein wenig von der restlichen Misere ablenken. Dennoch bleibt am Ende die Frage, warum man sich das hier freiwillig anschauen sollte, zumal es mit Dangerous Animals eine deutlich bessere Kombination aus Haihorror und Psychomensch gibt.
OT: „Chum“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Jonathan Zuck
Drehbuch: Joe Leone, Jonathan Zuck
Musik: Jojo Draven
Kamera: Mac Fisken
Besetzung: Alice Eve, Eric Michael Cole, Elle Haymond, Sarah Siadat, Jim Klock
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