The Bride! – Es lebe die Braut
© Warner Bros.

The Bride! – Es lebe die Braut

The Bride! – Es lebe die Braut
„The Bride! – Es lebe die Braut“ // Deutschland-Start: 5. März 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Chicago, 1930: Mehr als 100 Jahre sind vergangen, seitdem Dr. Frankenstein aus Leichenteilen einen Menschen gebastelt und diesem Leben eingehaucht hat. Doch noch immer streift die Kreatur (Christian Bale) umher, auf der Suche nach einem Sinn. Und inzwischen auch auf der Suche nach Liebe, da es nicht länger allein sein möchte. In seiner Einsamkeit und Verzweiflung wendet sich Frank an die Wissenschaftlerin Dr. Cornelia Euphronious (Annette Bening). Diese schwankt zunächst noch, lässt sich dann aber auf das Abenteuer ein. Gemeinsam graben sie die Leiche der zuvor von Verbrechern getöteten Ida (Jessie Buckley) aus, auch die Wiederbelebung funktioniert wie gewünscht. Nur kann sich die designierte Partnerin an nichts mehr erinnern. Und das ist noch das geringste Problem, als die beiden losziehen, um die Welt zu erkunden …

Neuinterpretation zwischen allen Genres

Kaum ein Horror-Roman ist auch nur ansatzweise so unverwüstlich wie Frankenstein von Mary Shelley. Immer wieder werden Elemente daraus verwendet, wird die Geschichte irgendwo referenziert. Zuletzt zeigte Guillermo del Toro, wie dankbar und aktuell dieser Stoff noch ist, sein Frankenstein ist aktuell für neun Oscars im Rennen. Da trifft es sich doch gut, dass mit The Bride! – Es lebe die Braut parallel ein Film in die Kinos kommt, der selbst den literarischen Klassiker verarbeitet bzw. die filmische Fortsetzung Frankensteins Braut aus dem Jahr 1935. Zumindest auf den ersten Blick. Doch schon nach wenigen Minuten dürften die meisten im Publikum merken, dass die vermeintliche Neuauflage in eine eigene Richtung geht. Sofern man bei dem Werk überhaupt von einer Richtung sprechen kann.

Schon die Einteilung in ein Genre fällt hier unerwartet schwer. Eigentlich sollte man ja meinen, dass es sich bei der US-Produktion um einen Horrorfilm handelt. Stimmt aber nicht. Nur selten ist da mal etwas dabei, das man wirklich in diese Schublade packen würde. Und das auch nur, wenn man großzügig ist. Stattdessen hat Maggie Gyllenhaal, die nach Frau im Dunkeln ihre zweite Regiearbeit vorlegt, eine Mischung aus feministischem Gesellschafts-Drama, Romanze und Krimi gedreht, angereichert durch Science-Fiction- und Roadmovie-Elemente. Und weil das noch nicht genug ist, finden sich in The Bride! – Es lebe die Braut Musical-Einlagen und Momente, die durchaus komisch sind. Zwischenzeitlich wirkt das hier wie ein Rad, auf dem die unterschiedlichsten Genres angezeigt werden. Der Zufall bestimmt dann, wohin die Reise geht.

Faszinierend-furchteinflößende Naturgewalt

Das soll aber nicht heißen, dass Gyllenhaal, die auch das Drehbuch geschrieben hat, sich nichts bei dem Film gedacht hat. Das hat sie, sehr viel sogar. Da sind zum einen die vielen filmischen Verweise, die schon auch mal auf eine Meta-Ebene wechseln. Ob Bonnie und Clyde, Joker oder Musicals aus den 1930ern, da gibt es viele naheliegende Vergleiche. In die Optik wurde eine Menge investiert, etwa bei den historischen Kulissen oder den Kostümen, das sieht schon fantastisch aus. The Bride! – Es lebe die Braut gibt auch viel, worüber sich diskutieren lässt. Manches davon ist ein bisschen sehr plakativ geworden, wenn die Protagonistin „Me too“ ruft. Aber um Subtilität geht es nicht, dieser eigenwillige Genremix ist bewusst als Spektakel angelegt.

Ob es dafür ein Publikum geben wird, bleibt abzuwarten. Gerade die ständigen Wechsel und eine fehlende klare Richtung machen einem zu schaffen. Zumal die Szenen unterschiedlich wirksam sind: Da können auf absolut großartige Momente solche folgen, die anstrengend sind, manchmal auch etwas langweilig. Durchgängig auf hohem Niveau ist dafür die schauspielerische Leistung. Das gilt prinzipiell für alle Beteiligten, bis zu den Nebenrollen wird aufgetrumpft. Und doch muss man klar sagen: The Bride! – Es lebe die Braut ist Jessie Buckleys Film. Schon seit Jahren zeigt die Irin, dass sie zu den ausdrucksstärksten Darstellerinnen ihrer Generation gehört, weshalb sie mit Hamnet auch die große Favoritin ist bei den Oscars. In dieser Geschichte um Selbstbestimmung, Liebe und Wahnsinn kennt sie kein Halten mehr und wird zu einer Naturgewalt, die gleichermaßen faszinierend wie furchteinflößend ist.

Credits

OT: „The Bride!“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Maggie Gyllenhaal
Drehbuch: Maggie Gyllenhaal
Vorlage: Mary Shelley
Musik: Hildur Guðnadóttir
Kamera: Lawrence Sher
Besetzung: Jessie Buckley, Christian Bale, Peter Sarsgaard, Annette Bening, Jake Gyllenhaal, Penélope Cruz

Bilder

Trailer

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

The Bride! – Es lebe die Braut
fazit
In „The Bride! – Es lebe die Braut“ will Frankensteins Monster endlich eine Partnerin haben und lässt dafür eine tote Frau wiederbeleben. Das klingt nach Horror, ist aber eine Mischung aus Gesellschaftsdrama, Romanze und Krimi, verknüpft mit Science-Fiction und Roadmovie. Der Film hat viel zu erzählen und zu zeigen, was zu extremen Schwankungen und Ziellosigkeit führt. Dafür ist Jessie Buckley eine Naturgewalt, die allein schon den Film rechtfertigt.
Leserwertung0 Bewertungen
0
6
von 10