Operation Fortune: Ruse de Guerre
© Leonine

Operation Fortune

Operation Fortune: Ruse de Guerre
„Operation Fortune“ // Deutschland-Start: 5. Januar 2023 (Kino)

Inhalt / Kritik

Eigentlich ist Orson Fortune (Jason Statham) jemand, mit dem niemand zusammenarbeiten möchte. Nicht nur dass er überheblich und notorisch schwierig ist. Er ist auch sehr teuer, wenn er sich seine Einsätze mit unzähligen Sonderleistungen vergolden lässt. Dummerweise ist der Agent aber auch einer der besten seines Faches, weshalb er bei besonders kniffligen Fällen engagiert wird. So auch als aus einem ukrainischen Forschungszentrum etwas entwendet wird, das so wertvoll ist, dass niemand sagen kann, was es ist. Fortunes Kontaktmann Nathan Jasmine (Cary Elwes) weiß nur, dass dieses etwas verkauft werden soll und der Weg dazu über den exzentrischen Schwarzmarktmilliardär Greg Simmonds (Hugh Grant) führt. Gemeinsam mit Computerspezialistin Sarah Fidel (Aubrey Plaza) und Scharfschütze J. J. (Bugzy Malone) soll Fortune dies verhindern. Doch dafür brauchen sie die Hilfe des Schauspielers Danny Franscesco (Josh Hartnett), der die Rolle seines Lebens spielen darf …

Ein Übermensch in einem absurden Fall

Die Zeit, in der Guy Ritchie als Blockbuster-Regisseur unterwegs ist, scheinen irgendwie vorbei zu sein – trotz des enormen Erfolgs mit dem Live-Action-Remake Aladdin. Stattdessen hat er sich in seiner Nische der Gangsterfilme gemütlich gemacht. Die mögen zwar keine Filmgeschichte schreiben oder in Jahresbestenlisten zu finden sein. Dafür sind sie profitabel, unterhaltsam und prominent besetzt. Da wissen sowohl Studios wie auch das Publikum, was sie bekommen. Nur bei der Tonalität gab es zuletzt Schwankungen. Nachdem sein letzter Film Cash Truck überraschend frei von jeglichem Humor war, kehrt er in seinem neuen Werk Operation Fortune wieder zu seiner komödiantischen Ader zurück, mit der er seinerzeit bekannt geworden war und die er zuletzt in The Gentlemen demonstriert hatte.

Von Anfang an lässt Ritchie, der gemeinsam mit Ivan Atkinson und Marn Davies das Drehbuch geschrieben hat, keinen Zweifel daran, dass man das Ereignis nicht ganz so ernst nehmen sollte. So wird der wenig heldenhafte Titelheld als überheblicher Superspion beschrieben, der sich jedes Mal dreiste bis völlig absurde Sonderkonditionen einholt, als Bedingung für seinen Einsatz. Dass das alles völliger Schwachsinn ist, das ist allen bewusst. Es führt nur kein Weg dran vorbei, da sich Fortune ein solches Verhalten erlauben kann. Operation Fortune zeichnet ihn dabei aber nicht als Witzfigur. Stattdessen handelt es sich bei der Figur um einen betont ernsten No-Nonsense-Agenten, der selbst in der chaotischsten Situation die Ruhe weg hat. Wäre da nicht das Drumherum, Fortune wäre in klassischen Actionthrillern nicht fehl am Platz, bei denen ein Übermensch die Welt rettet, ohne dabei die Miene verziehen zu müssen.

Glänzend aufgelegtes Ensemble

Aber da ist eben dieses besagte Drumherum. Das betrifft nicht nur die diversen Sonderwünsche, sondern auch die Figuren, die auf der Tonalitätskala wirklich die komplette Bandbreite ausnutzen. So gibt es beispielsweise einen starken Kontrast zu dem exzentrischen Simmonds, der eigentlich so lächerlich ist, dass er gar nicht als Gegenspieler funktionieren sollte. Hugh Grant kennt wie schon bei The Gentlemen kein Halten, geht mit viel Selbstironie und Augenzwinkern an die Arbeit. Auch Josh Hartnett in der Rolle des Hollywood-Stars, der plötzlich in eine gefährliche Situation gerät, trägt viel zu der Komik des Films bei. An der Stelle erinnert der Film an Massive Talent, das ebenfalls von dem besonderen Verhältnis eines Kriminellen zu einem von ihm verehrten Schauspieler erzählter. Und dann wäre da noch Aubrey Plaza. Während die beiden obigen Kollegen für betont alberne Situationen sorgen, arbeitet sie in Operation Fortune wieder mit dem trockenen Humor, für den die Schauspielerin bekannt geworden ist.

Das Zusammenspiel innerhalb des Ensembles ist dann auch der beste Grund, weshalb man sich den Film anschauen kann. Obwohl die Figuren zum Teil so wirken, als wären sie aus unterschiedlichen Geschichten zusammengekommen, fügt sich das alles sehr gut zusammen. Die Geschichte des Films selbst ist dabei weniger erwähnenswert. Anfangs ist es noch ganz lustig, wenn sich Ritchie über den Geheimdienst lustig macht, von internen Wettbewerben erzählt und der Einsatz zu einem reinen Aktionismus verkommt. Da muss dann unbedingt etwas geklaut werden, von dem niemand weiß, was es überhaupt ist. Später wird es aber doch recht geradlinig und lässt die Wendungen vermissen, die man angesichts des Szenarios hat erwarten dürfen. Auch die visuellen Spielereien, für die der Regisseur bekannt ist, halten sich in Grenzen. Wer darauf verzichten kann und zu Beginn des Jahres einfach nur ein bisschen Spaß haben möchte, der ist bei Operation Fortune an einer guten Adresse. Der Filmemacher versucht zwar gar nicht erst, auch einmal etwas Neues zu wagen. Aber er weiß, was funktioniert.

Credits

OT: „Operation Fortune: Ruse de Guerre“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Guy Ritchie
Drehbuch: Ivan Atkinson, Marn Davies, Guy Ritchie
Musik: Christopher Benstead
Kamera: Alan Stewart
Besetzung: Jason Statham, Aubrey Plaza, Josh Hartnett, Cary Elwes, Bugzy Malone, Hugh Grant, Eddie Marsan, Lourdes Faberes

Bilder

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Operation Fortune
fazit
„Operation Fortune“ begleitet eine besondere Agentengruppe, die etwas Wertvolles und Gefährliches zurückstehlen soll, ohne zu wissen, worum es sich dabei handelt. Das macht vor allem wegen des prominenten Ensembles Spaß, das zwischen todernst und lächerlich agiert. Die Geschichte selbst ist im Vergleich weniger erwähnenswert.
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