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Ladykillers (1955)

„Ladykillers“ // Deutschland-Start: 25. Januar 1957 (Kino) // 10. Dezember 2020 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Die Freude ist groß bei Mrs. Wilberforce (Katie Johnson), als sich Professor Marcus (Alec Guinness) auf ihre Annonce meldet und sich bei ihr einmieten möchte. Denn so sehr sie es auch liebt, mit ihren Papageien zu leben, so ein bisschen Gesellschaft wäre schon ganz nett. Noch größer ist die Freude, als der freundliche Herr ihr verrät, dass er sich mit mehreren Freunden zum Musizieren treffen möchte. Dabei ahnt sie nicht, dass Marcus, Harry Robinson (Peter Sellers), Louis Harvey (Herbert Lom), Major Claude Courtney (Cecil Parker) und Lawson (Danny Green) ihr nur etwas vorgemacht haben. Um Musik geht es den fünf gar nicht. Tatsächlich können sie überhaupt nicht musizieren, sondern wollen die günstige Lage der Wohnung nutzen, um dort einen Geldraub vorbereiten zu können …

Klassiker des Komödienfachs

Ladykillers gehört ohne Zweifel zu den großen Klassikern des Komödienfaches. Immer wieder schafft es der Film auf Bestenlisten, seien es nun solche zu Komödien oder auch britischen Produktionen. Zwar war er seinerzeit wohl kein richtig großer Blockbuster, sondern „nur“ ein profitabler Film. Die Geschichte um eine schrullige alte Dame, die sich unwissentlich mit einer Gangsterbande einlässt, entwickelte jedoch Kultstatus. Mehrere Male haben sich andere daran versucht, das Original noch einmal anderweitig neu zu erzählen. Unter anderem folgten mehrere Adaptionen fürs Theater. Und dann gab es natürlich die US-amerikanische Neuverfilmung durch die Coen-Brüder, bei denen Tom Hanks die Hauptrolle übernahm. Die lief zwar recht gut in den Kinos, ist aber nicht mal zwei Jahrzehnte später ziemlich in Vergessenheit geraten. Anders als die britische Urversion.

Wobei es verschiedene Gründe gibt, weshalb der Film selbst ein Dreivierteljahrhundert später noch Spaß macht. So arbeitet beispielsweise Ladykillers mit starken Kontrasten. Wenn eine reizende ältere Dame, deren Leben aus Tratsch und Papageienvögeln besteht, auf Räuber trifft, die im Zweifelsfall über Leichen gehen, dann sind das schon zwei Welten, die aufeinanderprallen. Nur darf das anfangs niemand wissen. Zu den vielen komischen Szenen gehören diese, wenn die fünf Herren auf teils dreiste Weise versuchen, ihre kriminellen Machenschaften zu verschleiern. Aber auch jene, wenn die Protagonistin in ihrer reizenden Ahnungslosigkeit immer wieder ganz knapp an der Katastrophe vorbeischlittert, ohne es auch nur zu ahnen. Das Publikum, zumindest ein solches, das die Geschichte noch nicht kennt, darf lange mitzittern, ob Wilberforce aus ihrer brenzligen Situation heil herauskommt.

Schrullig und makaber

Damit einher gehen die überzeichneten Figuren, die alle ihre Eigenheiten haben, ohne dass es dabei gleich wieder albern würde. Dafür ist Ladykillers dann doch zu zurückhaltend, bietet eine Mischung aus schrulligem Humor, wie man ihn mit britischen Komödien in Verbindung bringt, und einem schwarzen bis makabren. Gerade im späteren Verlauf, wenn die Nerven bei den Gangstern blank liegen und jeder für den eigenen Vorteil kämpft, wird es auf vergnügliche Weise böse. Auch wenn die fünf nach außen hin sehr auf vornehm machen, das ist dann doch nur Fassade. Die Herren beherrschen diesen Wechsel zwischen nach außen zur Schau gestellter Freundlichkeit und Brutalität, wenn es drauf ankommt. Aber auch Wilberforce hat einen starken Willen, selbst in Momenten großer Gefahr, was ebenfalls zur Erheiterung beiträgt.

Dass das in der Urfassung so gut funktioniert, liegt auch an dem glänzend aufspielenden Ensemble. Dass Alec Guinness ein Musterbeispiel britischen Humors ist, hatte er zuvor mehrere Male bewiesen – unter anderem in Adel verpflichtet, wo er gleich acht Rollen übernahm. Bemerkenswert ist auch der erste größere Auftritt von Peter Sellers, der hier auf Herbert Lom trifft, seinen späteren Widersacher in der Reihe um Der rosarote Panther. Die große Entdeckung war aber zweifelsfrei Katie Johnson, die erst im fortgeschrittenen Alter zur Schauspielerei fand und vor Ladykillers kaum bekannt war. Viel Zeit blieb der Engländerin, die hierfür einen BAFTA als beste Darstellerin gewann nicht, diesen Ruhm zu genießen, da sie zwei Jahre später verstarb. Doch mit ihrem Auftritt als verpeilt-resoluter Vermieterin hat sie sich noch einmal unsterblich gemacht.

Credits

OT: „Ladykillers“
Land: UK
Jahr: 1955
Regie: Alexander Mackendrick
Drehbuch: William Rose
Musik: Tristram Cary
Kamera: Otto Heller
Besetzung: Alec Guinness, Peter Sellers, Herbert Lom, Cecil Parker, Danny Green, Katie Johnson

Bilder

Trailer

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
Academy Awards 1957 Bestes Original-Drehbuch William Rose Nominiert
BAFTA 1956 Bester Film Nominiert
Bester britischer Film Nominiert
Beste britische Darstellerin Katie Johnson Sieg
Bestes britisches Drehbuch Drehbuch Sieg

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Ladykillers (1955)
fazit
Mal skurril, mal makaber ist „Ladykillers“ eine der großen britischen Komödien überhaupt. Die Geschichte um eine Gangsterbande, die bei einer nichtsahnenden älteren Dame ihren Coup vorbereiten, lebt dabei zum einen von den starken Kontrasten, aber auch einem glänzend aufspielenden Ensemble.
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