Die Schule der magischen Tiere 2
© Leonine

Die Schule der magischen Tiere 2

Die Schule der magischen Tiere 2
„Die Schule der magischen Tiere 2“ // Deutschland-Start: 29. September 2022 (Kino)

Inhalt / Kritik

Die Freude ist groß bei Anna-Lena (Lilith Johna) und Jo (Loris Sichrovsky), denn endlich dürfen auch sie ihre eigenen magischen Tiere bekommen! Aber auch beim Rest der Klasse ist die Stimmung gut, steht doch die 250-Jahr-Feier an der Wintersteinschule an. Zu diesem Zweck will Klassenlehrerin Miss Cornfield (Nadja Uhl) die Schüler und Schülerinnen ein Musical über die Gründerin ihrer Schule aufführen lassen. Ida (Emilia Maier) ist auch schon kräftig damit beschäftigt, Lieder zu schreiben und an der Regie zu feilen. Wäre da nur nicht ihre Rivalin Helene (Emilia Pieske), die sich die Hauptrolle schnappt und überhaupt immer im Mittelpunkt stehen will. Aber auch Schuldirektor Siegmann (Justus von Dohnányi) nervt mit seinen konservativen Ansichten. Und als wäre das nicht schon aufregend genug, gräbt da dauernd jemand so seltsame Löcher im Schulhof …

Die bewährte Mischung

Das Vertrauen war offensichtlich sehr groß, dass die Verfilmungen der Buchreihe Die Schule der magischen Tiere ein ebenso großer Erfolg wie die Vorlage von Margit Auer sein würde. Noch bevor der erste Teil in die Kinos kam, begannen bereits die Dreharbeiten an der Fortsetzung. Tatsächlich erscheint diese nicht einmal ein Jahr später. Ob Die Schule der magischen Tiere 2 an die traumhaften Zahlen des Vorgängers, der mit 1,5 Millionen Besuchern und Besucherinnen der erfolgreichste deutsche Film 2021 war, bleibt abzuwarten. Zumindest werden aber alle Zutaten wieder ausgepackt, welche den Vorgänger auszeichneten und das Familienabenteuer derart durchstarten ließ.

Genauer setzt Die Schule der magischen Tiere 2 auf eine Mischung aus typischen Jugendthemen mit einem größeren Fantasy-Anteil und viel Humor. Letzterer besteht dabei in den völlig überzeichneten Figuren. Ob nun Milan Peschel als kauziger Tierfänger, der durch die Welt reist, oder Justus von Dohnányi als stocksteif-selbstverliebter Schuldirektor, die prominenten Nebendarsteller wissen schon, wie sie ihre Figuren zu verkörpern haben. Auch bei den Tieren setzen Regisseur Sven Unterwaldt (Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft, Vier zauberhafte Schwestern) und sein Drehbuchteam auf klar formulierte Charaktereigenschaften und Runnings Gags. Die bekannte Schildkröte Henrietta verliest sich beispielsweise dauernd auf sinnentfremde Weise. Neuzugang Juri, ein vorlauter Pinguin, will immer ganz betont cool sein.

Nett, süß, oberflächlich

Während das durchaus für Unterhaltungswert sorgt, bedeutet dieser Drang zum Schematischen aber auch, dass der emotionale Aspekt etwas auf der Strecke braucht. Versucht wurde das dabei durchaus. Da geht es um die Schwierigkeiten einer ersten Liebe zwischen Ida und Jo. Freundschaften werden auf eine große Probe gestellt. Da geht es um Selbstfindung und Selbstakzeptanz, aber auch die Sehnsucht nach Anerkennung und Einsamkeit. Also alles, was junge Menschen umtreiben kann. Die Schule der magischen Tiere 2 spricht da schon einige universelle Themen an, die aber im Zusammenspiel mit den oberflächlichen Charakterisierungen dazu führen, dass das alles recht beliebig wird. Wären da nicht die fantastischen Elemente, das hier wäre eine 08/15 Coming-of-Age-Geschichte.

Immerhin: Diese ist ganz süß umgesetzt. Das Setting ist stimmungsvoll. Durch die Nebenhandlung um die plötzlichen Löcher im Schulhof kommt noch eine leichte Mystery-Note hinzu, welche die Spannung erhöht. Es gibt außerdem ein paar witzige Momente rund um die Schulaufführung, bei der alle Fäden zusammenlaufen. Das reicht dann in der Summe, um aus Die Schule der magischen Tiere 2 ebenfalls einen netten Film zu machen, der sicher seine Fans finden wird. Trotzdem ist es schade, wie hier mal wieder jeglicher Mut fehlt und alles so weit zusammengeschliffen wurde, dass es an einer echten Persönlichkeit mangelt. Gerade bei einer Geschichte, die von Selbstbehauptung erzählt und von künstlerischem Ausdruck ist das ein bisschen wenig.

Credits

OT: „Die Schule der magischen Tiere 2“
Land: Deutschland
Jahr: 2022
Regie: Sven Unterwaldt Jr.
Drehbuch: Thorsten Näter, Sven Unterwaldt Jr., Alexander Dydyna, Viola M. J. Schmidt
Vorlage: Margit Auer
Musik: Robin Haefs, Robin Kallenberger, Yanek Stärk, Ali Zuckowski, Konstantin Scherer, Vincent Stein
Kamera: Bernhard Jasper
Besetzung: Emilia Maier, Loris Sichrovsky, Lilith Johna, Leonard Conrads, Emilia Pieske, Nadja Uhl, Justus von Dohnányi, Heiko Pinkowski, Milan Peschel, Marleen Lohse

Bilder

Trailer

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Die Schule der magischen Tiere 2
fazit
„Die Schule der magischen Tiere 2“ ist wie der Vorgänger ein netter Familienfilm, der typische Jugendthemen wie erste Liebe und Selbstbehauptung mit fantastischen Elementen verbinden. Das ist alles ganz süß umgesetzt und mit einem spielfreudigen Ensemble. Hinzu kommt ein leichter Mystery-Faktor. Nur Mut sollte man bei dem doch generischen Werk nicht suchen, vor allem nicht bei den schematisch gehaltenen Figuren.
Leserwertung96 Bewertungen
4.9
5
von 10