Kritik

Vier zauberhafte Schwestern

„Vier zauberhafte Schwestern“ // Deutschland-Start: 9. Januar 2020 (Kino) //24. September 2020 (DVD)

Zum 9. Geburtstag erwarten Sky (Leonore von Berg) nicht nur jede Menge Geschenke, Süßkram und Festdeko. Sie macht auch eine unglaubliche Entdeckung: Sie kann zaubern! Ihre älteren Schwestern Flame (Laila Padotzke), Marina (Hedda Erlebach) und Flora (Lilith Julie Johna) sind da nicht überrascht, haben sie doch alle zu ihrem 9. Geburtstag magische Kräfte entdeckt, jede der vier beherrscht eines der vier Elemente. Diese Kräfte können die Mädchen auch gut gebrauchen, schließlich hat es sich die böse Zauberin Glenda (Katja Riemann) in den Kopf gesetzt, die Kraft der magischen Windrose für sich zu gewinnen, welche im Keller des Familienhauses schlummert. Und sie ist dabei zu allem bereit …

Ein bisschen darf man über die Namen der jungen Protagonistinnen zunächst ja schon stolpern. Wer nennt denn seine Kinder bitteschön Sky oder Flame? Andererseits, es hat natürlich auch seine Vorteile, wenn ein Film bereits in der Namensgebung alles verrät. Nicht nur, dass die Quellen der vier Schwestern im Ausland liegen, genauer in England, wo die Autorin Sheridan Winn zu Hause ist. Man weiß auch sofort, dass die vier jeweils für ein Element stehen: Sky für Luft, Flame fürs Feuer, Marina fürs Wasser, Flora für die Erde. Gut, dass die Eltern der vier überhaupt nichts von den magischen Kräften wissen, macht die Benennung recht willkürlich. Aber Sinnhaftigkeit ist im Kinder- bzw. Jugendfilmbereich nun einmal kein besonders bedeutender Faktor.

Kinder an die Macht
Dass Vier zauberhafte Schwestern zu diesem gehört, das wird schnell klar. Wie der Titel bereits verrät, sind es die vier Töchter, die im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Erwachsene gibt es zwar, abgesehen von der fiesen Gegenspielerin Glenda haben sie aber keine wirkliche Funktion. Sie sind einfach nur da, weil Kinder nun einmal Eltern brauchen, egal wie langweilig die sind. An manchen Stellen kommt es zu einem kleineren Austausch mit diesen, vor allem als es um den Verblieb im Familienhaus geht. Ansonsten hätten sie aber auch einfach im Urlaub sein können, auf das Geschehen hätte das keinen Einfluss gehabt.

Immerhin, mit Katja Riemann (HERRliche Zeiten) und Anna Thalbach als heimliche gute Fee Mrs. Duggery konnten zwei überaus spielfreudige Darstellerinnen gewonnen werden. Ihre Figuren an sich mögen nicht so wahnsinnig viel hergeben – Glenda ist beispielsweise einfach nur die böse Zauberin –, die beiden haben aber so viel Spaß dabei, dass das alles gar nicht so schlimm ist. Sie sind auch für den Humor zuständig, wenn Glenda mal wieder ihren unfreiwilligen Diener Oswald (Justus von Dohnányi) malträtiert oder Duggery mit ihrem lebenden Wischmop unterwegs ist. Sie zeigen dabei auch viel Mut zur Hässlichkeit, zumindest aber zu auffälligen Klamotten und Frisuren.

Gemeinsam sind wir alles
Die vier Mädchen sind hingegen schon etwas schwieriger auseinanderzuhalten. Ihnen wurden zwar unterschiedliche Hobbys zugesprochen, die dabei helfen sollen. Aber das hat dann doch eher vorgeschobenen Charakter, wie so einiges in Vier zauberhafte Schwestern. Ohnehin: Eigentlich geht es in der Geschichte sowieso mal wieder darum, dass alle zusammenhalten müssen und man nur gemeinsam stark genug ist, um gegen das Böse zu bestehen. Das ist natürlich ein Klassiker, immer irgendwie nett, wenn auch reichlich beliebig. Die Romanadaption handelt zwar von Magie und Zauber, ist selbst aber sehr alltäglich bis gewöhnlich.

Das gilt leider auch für die Musik. Die vier Schwestern sind nicht einfach nur magisch begabt, sondern auch Teil einer Band. Das hilft natürlich, wenn es darum geht das Thema des Zusammenhalts zu demonstrieren, müssen in einer Band doch alle zusammenspielen. Interessant ist die Musik jedoch kaum, vielmehr die übliche Popkonfektionsware, die man schon vergessen hat, noch bevor der erste Ton erklingt. Das ist vor allem während der vorgeblichen Live-Auftritte offensichtlich, die so gar kein Live-Gefühl aufkommen lassen, sondern eher Erinnerungen an die Mini Playback Show aufrufen. Für die anvisierte Zielgruppe ist das nebensächlich, vor allem Mädchen dürfen hier ein bisschen Vorbildfunktion und gute Ratschläge mitnehmen, wenn ihre Altersgenossinnen zu Heldinnen werden und es allen zeigen. Ein netter Kinder-/Teeniefilm eben, nicht mehr, nicht weniger.

Credits

OT: „Vier zauberhafte Schwestern“
Land: Deutschland
Jahr: 2019
Regie: Sven Unterwaldt Jr.
Drehbuch: Hortense Ullrich
Vorlage: Sheridan Winn
Musik: Anne Kathrin Dern
Kamera: Marcus Kanter
Besetzung: Leonore von Berg, Laila Padotzke, Hedda Erlebach, Lilith Julie Johna, Katja Riemann, Justus von Dohnányi, Anna Thalbach, Doris Schretzmayer, Gregor Bloéb

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Vier zauberhafte Schwestern
In „Vier zauberhafte Schwestern“ müssen vier magisch begabte Schwestern lernen zusammenzuhalten, um auf diese Weise das Böse zu besiegen. Das ist schon nett, zumindest für die entsprechende Zielgruppe, teilweise auch witzig. Zauberhaft ist der Film jedoch kaum, da vieles einfach zu beliebig ist – die Musik eingeschlossen.
5von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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