Stirb langsam: Ein guter Tag zum Sterben A Good Day to Die Hard
© 20th Century Fox

Stirb langsam: Ein guter Tag zum Sterben

Stirb langsam: Ein guter Tag zum Sterben A Good Day to Die Hard
„Stirb langsam: Ein guter Tag zum Sterben“ // Deutschland-Start: 14. Februar 2013 (Kino) // 28. Juni 2013 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Viele Jahre schon hat der New Yorker Polizist John McClane (Bruce Willis) keinen Kontakt mehr zu seinem Sohn Jack (Jai Courtney) gehabt, als er aus heiterem Himmel erfährt, dass dieser in Moskau verhaftet wurde und ihm ein Prozess bevorsteht. Dort findet er heraus, dass Jack als Kronzeuge in einem Prozess gegen den Whistleblower Yuri Komarov (Sebastian Koch) aussagen soll, eine Angelegenheit, die bereits seit Wochen die russischen Medien beschäftigt und einen potenziellen Eklat für die russische Machtelite darstellen könnte. Dazu kommt es jedoch nicht, denn bevor überhaupt das Verfahren vor Gericht eröffnet wird, kommt es zu einem Terroranschlag, der das Gerichtsgebäude komplett verwüstet. McClane, der gerade das Gericht betreten wollte, wird Zeuge, wie sein Sohn, in Begleitung von Komarov, das Gebäude verlässt, stets auf der Hut vor neuen Angreifern. Als er Jack zur Rede stellen will, haben die Terroristen die Gruppe schon längst unter Beschuss genommen und es kommt zu einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd durch die Straßen der russischen Hauptstadt. In einem Versteck in der Stadt findet John dann heraus, was sein Sohn wirklich in Russland macht, denn er arbeitet für die CIA und hat die Mission, Komarov außer Landes zu bringen sowie an eine Akte zu gelangen, die sich im  Besitz des Whistleblowers befindet und belastendes Material gegen hochrangige russische Politiker enthält

Der Traum eines Actionfans

Mit Im Fadenkreuz – Behind Enemy Lines und der Videospieladaption Max Payne hatte Regisseur John Moore mehr als deutlich seine Fähigkeiten als Actionfilmemacher unter Beweis gestellt. Nachdem er bereits im Gespräch gewesen war für den vierten Teil des Franchise, wurde Moore dann als Regisseur für den insgesamt fünften Teil der Stirb langsam-Reihe nominiert, was für ihn, wie er in Interviews immer wieder betonte, als Filmemacher wie auch Fan der Reihe eine besondere Ehre darstellte. Um sich jedoch von den vorangegangenen Filmen zu unterscheiden, zog Moore einige Änderungen visueller wie auch erzählerischer Natur in Betracht, die sowohl Fans von John McClane begeistern, doch zudem neue Wege gehen würden.

Eine dieser Änderungen war das Gefühl der Fremde, wenn sich McClane auf einmal in einem für ihn fremden, kulturellen Raum befindet, dessen Sprache er nicht beherrscht und, wie im ersten Teil der Reihe, gezwungen ist, zu improvisieren, wenn er überleben will. Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben zeigt den von Bruce Willis gespielten Gesetzeshüter auch deswegen in Moskau und wurde größtenteils mit tragbaren Kameras gedreht, um, wie es Moore beschreibt, diese Momente der Irritation und Fremde einzufangen, welche die Figur durchlebt. Schaut man sich den fertigen Film an, fragt man sich, inwiefern diese Intention bei der finalen Schnittfassung eine Rolle spielte oder ob sie schlicht und ergreifend nur halbherzig umgesetzt worden ist. Denn abgesehen von einer stets verwackelten Kamera ist wenig geblieben von der Absicht, die Moore beschreibt. Abgesehen einmal davon erscheint die Ästhetik, besonders in Verbindung mit dem kontraststarken Kamerafilter sowie dem oftmals heftigen Grünton der Bilder, wie eine Anspielung an Genrebeiträge wie die Jason Bourne-Reihe, bei welcher die tragbare Kamera aber mit viel mehr Erfolg, erzählerisch wie auch visuell, eingesetzt wurde. In Stirb langsam 5 wirkt dies eher bemüht bis hin zu störend, besonders wenn der bereits erwähnte Grünfilter Menschen so aussehen lässt, als hätten sie eine schlimme Hautkrankheit oder kämen von einem anderen Planeten.

Vater und Sohn wieder vereint

Während der fünfte Teil der Reihe ästhetisch schon nicht gerade ein Erfolg ist und bisweilen geradezu hässlich wirkt, ist die vielleicht größte Schwäche, wie hier mit einem der wohl bekanntesten Charaktere des Actiongenres umgegangen wird. Zwar kann Bruce Willis durchaus noch etwas Charme und Witz aus dieser für seine Karriere so wichtigen Figur herauskitzeln. Doch in einem Plot, der John McClane zu einer Art Übermensch macht, der, nachdem er sich mit seinem Auto mehrere Male überschlagen hat, es schafft, ohne einen Kratzer aus den Trümmern zu ziehen. Diese Tendenzen konnte man zwar schon bei Stirb langsam 4.0 beobachten, doch in Moores Film werden sie nun über die ganze Geschichte hinweg betont, was McClane immer mehr zu einem austauschbaren und insgesamt uninteressanten Protagonisten werden lässt, wie man ihn schon viele Male in diesem Genre gesehen hat.

Darüber hinaus scheint das Drehbuch Skip Woods’ sowie die Inszenierung die Absicht zu verfolgen, die Reihe an eine jüngere Generation weiterzugeben. Dafür aber bleibt Jai Courtney in der Rolle des von seinem Vater entfremdeten Sohnes einfach zu blass und entspricht noch viel mehr jenem Stereotyp des stoischen, nahezu unverwundbaren Actionhelden, wie man sie kennt. Dass es dem Australier nicht an Talent mangelt, sei unbestritten. Doch in dieser Rolle hat er wenig Gelegenheit, dieses überhaupt zu zeigen, ist die Geschichte doch damit beschäftigt, die McClanes von einer Verfolgung oder Schießerei in die nächste zu schicken, wobei Logik und Verstand keine Rolle mehr spielen.

Credits

OT: A Good Day to Die Hard
Land: USA
Jahr: 2013
Regie: John Moore
Drehbuch: Skip Woods
Musik: Marco Beltrami
Kamera: Jonathan Sela
Besetzung: Bruce Willis, Jai Courtney, Sebastian Koch, Yulia Snigir, Rasha Bukvić, Cole Hauser, Amaury Nolasco, Sergei Kolesnikov

Trailer

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Stirb langsam: Ein guter Tag zum Sterben
Fazit
„Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ ist der fünfte und bis dato letzte Teil der populären Actionreihe und (leider) ein unrühmlicher Abschied von einer der wohl bekanntesten und beliebtesten Figuren des Genres. Erzählerisch wie auch ästhetisch ist John Moores Beitrag zu der Filmreihe eine einzige Enttäuschung, die sich von einer Actionszene zur nächsten schleppt, in einem Plot, den man nur als unlogisch und absurd betrachten kann.
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