Der Usedom Krimi Nachtschatten
© NDR/ARD-Degeto/Oliver Feist

Der Usedom-Krimi: Nachtschatten

Der Usedom Krimi Nachtschatten
„Der Usedom-Krimi: Nachtschatten“ // Deutschland-Start: 20. Oktober 2020 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Eigentlich hatten die Jugendlichen nur entspannt feiern wollen, als sie in das Strandhaus auf Usedom fuhren. Doch die Feier endet in einer Katastrophe: Florian (Jascha Baum) wird tot in der Sauna aufgefunden, wo ihn jemand eingesperrt hatte, Felice (Lea Freund) wurde zudem vergewaltigt. Und als wäre der Fall für Ellen Norgaard (Rikke Lylloff) nicht auch so schon knifflig genug, stellt sich heraus, dass auch Karin Lossows (Katrin Sass) Großneffe Ben (Emil Belton) unter den Jugendlichen war. Mehr noch, er gehört zu den Hauptverdächtigen. Das wiederum ruft dessen Vater Rainer (Till Firit) auf den Plan, der selbst in Berlin als Polizist arbeitet und sich kräftig in die Ermittlungen einmischt …

Idyllisch und grausig

Wie so viele andere Krimireihen, die am Donnerstagabend im Ersten laufen, setzt auch Der Usedom-Krimi darauf, dass die übliche Jagd auf einen Mörder oder eine Mörderin mit ein bisschen lokalem Flair und Urlaubsgefühl einhergeht. Schließlich dürfen wir bei diesen Filmen immer ein bisschen verreisen, in dem Fall auf die gleichnamige Ostsee-Insel. Diese Reihe lebt wie andere Krimiproduktionen, die im Norden Deutschlands spielen, maßgeblich von dem Kontrast zwischen der idyllischen Landschaft und den grausigen. So auch bei Nachtschatten, dem elften Teil der ARD-Produktion.

Besonders ist hier, dass wir es zu Beginn mit gleich zwei Verbrechen zu tun haben, bei denen zunächst auch nicht klar ist, in welchem Zusammenhang sie stehen. Die Ermittlungen sind ohnehin müheselig. Nicht nur dass es hier die oben genannten Störfeuer gibt, die immer wieder dafür sorgen, dass da etwas nicht ganz vorangeht. Bei Der Usedom-Krimi: Nachtschatten sind zudem Opfer wie die potenziellen Verdächtigen alle nicht ganz zurechnungsfähig. Die exzessive Party hat doch bei allen ihre Spuren hinterlassen. Für die Polizei ist das frustrierend, für das Publikum hingegen ganz spannend. Man darf hier noch ein bisschen mehr rätseln als unter normalen Umständen.

Emotionaler als sonst

Die zweite Stärke des Films ist die emotionale Komponente. Vor allem Lea Freund (Zwischen uns die Mauer) hat als traumatisierte Teenagerin, die nicht weiß, wie ihr geschieht, einige starke Momente. Das Publikum bekommt an diesen Stellen reichlich Gelegenheit, selbst Gefühle zu entwickeln. Der Anblick der auseinanderbrechenden Jugendlichen erschüttert. Katrin Sass, die seit dem ersten Film die Rolle der Protagonistin übernimmt, darf ebenfalls an der einen oder anderen Stelle von Der Usedom-Krimi: Nachtschatten ihr schauspielerisches Talent demonstrieren, wenn ihre Figur zwischen die Fronten gerät. Bei dieser gibt es zudem natürlich auch eine naheliegende innere Verbindung zum Fall, was dem Film ganz gut tut.

Das macht Der Usedom-Krimi: Nachtschatten dann auch deutlich besser als die Filme, die im Anschluss in dieser Reihe liefen. Die Geschichte an sich ist zwar auch nicht besonders, ein Manko, das zuletzt etwa Entführt hatte. So ahnt man beispielsweise recht früh, was da vorgefallen ist. Dennoch ist die Spannung höher als bei den diversen Schlaftabletten, die danach kamen. Wer die Reihe mag, der hat bei dem Film genug zu tun. Aber auch Nicht-Fans können hier mal einen Blick riskieren. Eine Sternstunde deutscher Krimikunst mag das nicht sein, dafür hätte der Fall dann doch ein bisschen raffinierter sein können. Aber es reicht doch für einen soliden Abend daheim.

Credits

OT: „Der Usedom-Krimi: Nachtschatten“
Land: Deutschland
Jahr: 2020
Regie: Felix Herzogenrath
Drehbuch: Dagmar Gabler
Musik: Colin Towns
Kamera: Dominik Berg
Besetzung: Katrin Sass, Rikke Lylloff, Till Firit, Lea Freund, Rainer Sellien, Max Hopp, Emil Belton, Merab Ninidze, Lea Freund

Bilder

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Der Usedom-Krimi: Nachtschatten
Fazit
In „Der Usedom-Krimi: Originaltitel Nachtschatten“ endet eine Feier mit einem Toten und einer Vergewaltigten, niemand kann sich aber erinnern. Die Geschichte an sich ist zwar nicht besonders, die emotionale Komponente, verbunden mit einer starken schauspielerischen Leistung, machen den Krimi dennoch sehenswert.
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