The Cellar
© Koch Films

The Cellar – Verlorene Seelen

„The Cellar – Verlorene Seelen“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Inhalt / Kritik

Keira (Elisha Cuthbert) zieht mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in ein neues Haus auf dem Land. Sie sieht den Umzug als Chance, doch gerade bei ihrer Tochter Ellie (Abby Fritz) stößt er auf Widerstand.  Lange Zeit ist für Streitereien aber nicht, denn in der ersten Nacht im neuen Haus verschwindet Ellie urplötzlich im Keller des Hauses. Keira macht sich auf Spurensuche nach ihrer Tochter und stößt dabei auf seltsame mathematische Formeln.

Generationenkonflikt

Bei dem Titel The Cellar erwartet man sicher kein revolutionäres Horrorkino, aber hofft doch auf ein hoffentlich solides Haunted House-Erlebnis. Der Anfang des Films liefert genau das und dazu eine Spur Mutter-Tochter-Drama. Der Fokus liegt dabei vor allem auf dem Generationenkonflikt und gegenseitigem Unverständnis und Misstrauen der beiden. Das arbeitet der Film zwar nicht besonders gut oder raffiniert aus, bietet aber zumindest etwas Handlungsgrundlage. Auch der Aspekt, dass Keira als Markenmanagerin für jugendliche Influencer*innen zu arbeiten scheint, trägt dazu bei. Der Film vermittelt, wenn auch recht plump, ein Bild enteilter Erwachsener, die aus Jugendlichen Marketing-Objekte machen und dabei sämtliche Verhältnisse um sich vergessen zu haben.

Grundsätzlich sind die ersten 20 Minuten der Handlung die besten des Films. Das gilt auch für die durchaus spannende Atmosphäre. Die Verantwortlichen verlassen sich zwar etwas zu sehr auf die Musik und viele Szenen bieten keinerlei Anhaltspunkte, warum sie eigentlich gruselig sein sollten, insgesamt sind das aber Kleinigkeiten, die im Vergleich zu dem, was der Film danach liefert, kaum ins Gewicht fallen.

Wenn das Chaos des Universums zu wörtlich genommen wird

Denn die wahren Probleme des Films beginnen, nachdem Tochter Ellie verschwunden ist. Denn was als Horrorfilm startet, entwickelt sich langsam zu einem völlig wirren und unfassbar langweiligen Mystery-Film, bei dem vor allem versucht wird, Muster und Zeichen im Keller zu entschlüsseln. In einem pseudowissenschaftlichen Auftreten versucht der Film dabei irgendetwas über Ordnung und Chaos des Universums zu erzählen und klappert dabei sämtliche Klischees von Horrorfilmen und Wissenschaft bzw. Mathematik in Filmen ab. Dabei ist The Celler plumper als jeder Witz, den man darüber machen könnte, dass Mathematik ja das gruseligste ist, was unsere Welt zu bieten hat.

Das Ganze wird dann auch noch versucht mit der Mutter-Tochter-Geschichte zu verbinden, indem kurz die Frage in den Raum geworfen wird, ob die Systematik hinter Mathematik nicht hauptsächlich genutzt wird, um zu zerstören, anstatt zu ordnen und Gutes zu tun. Der Verweis zu Keiras beruflicher Tätigkeit und im Kontrast Ellies Lebensstil ist naheliegend, wird aber nur wenig behandelt. Auch ist die Umsetzung dieser eigentlich interessanten Frage so banal und letztlich nichtig, dass die Thematik sämtlichen verbleibenden Belang verliert. Insgesamt ist The Cellar von Minute 20 bis Minute 70 eine einzige Katastrophe und schafft es, dass in dieser Zeit nicht eine interessante Sache ausgearbeitet wird. Zwar wird ständig auf Expositionsdialoge gesetzt, der Film ist aber so unfokussiert, dass trotzdem kein klarer Gedanke durchkommt.

Unterdurchschnittliche Umsetzung

Dabei hilft es auch nicht, dass die Dialoge wirklich schlecht geschrieben sind und die Schauspielleistungen abgesehen von Elisha Cuthbert unterirdisch sind. Gerade Dylan Fritzmaurice-Brady, der den jungen Sohn der Familie spielt, wirkt so hölzern, als würde er seinen Text ablesen.

Auch die Inszenierung kommt mit voranschreitender Laufzeit immer mehr an ihre Grenzen. Die Kameraarbeit ist stets unspektakulär, aber, genauso wie der etwas billig wirkende Graufilter über den Bildern, kein störendes Element. Anderes gilt für die Musik. Was, wie bereits angesprochen, als überambitioniert anfängt, wird zunehmend aufdringlich und später fast schon lachhaft. Die Musik möchte in Szenen für Spannung sorgen, die aufgrund des Handlungsabfalls sämtliche Intensität verloren haben und sorgt somit nur dafür, eine weitere Ebene zwischen sich und Publikum zu treiben.

Entsprechend fällt auch das Ende völlig flach und ist somit der letzte Schritt einer unwürdigen Reise für einen Film, der zumindest in den ersten 20 Minuten ein wenig Potenzial versprochen hat.

Credits

OT: „The Cellar“
Land: Irland
Jahr: 2022
Regie: Brendan Muldowney
Drehbuch: Brendan Muldowney
Kamera: Tom Comerford
Musik: Stephan McKeon
Besetzung: Elisha Cuthbert, Eoin Macken, Abby Fritz, Dylan Fritzmaurice-Brady

Bilder

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The Cellar – Verlorene Seelen
Fazit
Wie so viele Horrorfilme, schafft es „The Cellar“ nicht, seine durchaus interessanten Ansätze umzusetzen. Zu durcheinander und halbherzig ist die Handlung, worunter auch die Spannung enorm leidet. Letztlich versagt der Film sowohl dabei gruselig zu sein, als auch etwas Interessantes zu erzählen. Dazu kommen die vielen Klischees und unterdurchschnittliche Inszenierung und fertig ist ein misslungener Horrorfilm, wie man ihn schon zuhauf gesehen hat.
Leserwertung3 Bewertungen
5.5
3
von 10