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Mord auf Shetland: Fern der Heimat

Mord auf Shetland Staffel 4
„Mord auf Shetland: Fern der Heimat“ // Deutschland-Start: 14. April 2022 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Als am Strand der abgetrennte Arm eines jungen Mannes gefunden wird, ist schnell klar, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handeln muss. Umso mehr, als auch andere Körperteile auftauchen, die der Täter oder die Täterin wohl verschwinden lassen wollte. Kommissar Jimmy Perez (Douglas Henshall), seine Assistentin Alison McIntosh (Alison O’Donnell) und Detective Constable Sandy Wilson (Steven Robertson) ermitteln daraufhin in die unterschiedlichsten Richtungen und finden bald schon erste Spuren. Die Schrotthändlerin Carla Hayes (Tracy Wiles) und deren Söhne Prentice (Owen Whitelaw) und Jamie (Lorn Macdonald) rücken dabei ebenso in den Mittelpunkt wie der Fischer Calum Dunwoody (Ryan Fletcher). Währenddessen taucht Olivia Lennox (Rakie Ayola) auf, die Mutter des Verstorbenen, und versucht ihrerseits Antworten zu bekommen …

Verbrecherjagd auf der Insel

Eigentlich sollte man ja meinen, dass die absurd hohe Zahl hierzulande produzierter Krimiserien und -reihen ausreichen sollte, um den hiesigen Bedarf zu decken. Schließlich sind jede Woche rund ein halbes Dutzend verschiedener Titel zu sehen, die sich ständig abwechseln. Die regelmäßigen Wiederholungen nicht einmal einberechnet. Und doch sehen sich die öffentlich-rechtlichen Sender dazu genötigt, zusätzlich noch ein paar weiterer Titel aus dem Ausland einzukaufen. Neben skandinavischen Reihen sind besonders die aus Großbritannien gefragt, wohl auch wegen der langen Tradition der Insel. Und so schaffte es auch die von ARD lizensierte Serie Mord auf Shetland zu uns. Ursprünglich war die schottische Serie als einmalige Adaption eines Romans von Ann Cleeves gedacht. Inzwischen ist man bei sechs Staffeln ankommen, die teilweise auch direkt fürs Fernsehen geschrieben wurden.

Bei uns steht aber erst einmal die fünfte Staffel an, aufgeteilt in drei Filme, die in wenigen Tagen Abstand ausgestrahlt werden. Eines vorweg: Im Gegensatz zu anderen britischen Krimiimporten, etwa Inspector Barnaby oder McDonald & Dodds, bauen die Filme innerhalb einer Staffel alle aufeinander auf. Wo man bei den Kollegen also zu jeder Zeit einsteigen konnte, wie auch immer es einem beliebt, da ist es hier ratsam, zumindest die kompletten Staffeln anzuschauen. Mord auf Shetland: Fern der Heimat selbst endet deshalb mittendrin. Wie es im Anschluss weitergeht, verrät der folgende Film Der Tod wartet. Vorkenntnisse der vorangegangenen Staffeln sind hingegen nicht nötig. Dass es eine Vorgeschichte gibt, gerade im zwischenmenschlichen Bereich, ist zwar offensichtlich. Man muss diese aber nicht zwangsläufig kennen.

Nur keine Hektik

Dass die Geschichte auf drei Filme ausgedehnt wird, bedeutet auch, dass das Tempo geringer ist, als man es oft gewohnt ist. Wo normalerweise 90 Minuten ausreichen müssen, um den Täter dingfest zu machen, da sind es hier über fünf Stunden. Und zumindest der erste Teil hat dann auch so seine Längen. Während sich am Anfang noch ein bisschen die Ereignisse überschlagen und der abgetrennte Arm jede Menge Fragen aufwirft, rückt im weiteren Verlauf von Mord auf Shetland: Fern der Heimat das Rätselraten in den Hintergrund. Die Whodunnit-Elemente, die anfangs auf falsche Fährten locken, machen vergleichsweise schnell der Gewissheit Platz, was da gespielt wurde. Es geht dann weniger darum, das Verbrechen aufzuklären, sondern die Verbrecher zu schnappen.

Und selbst das ist betont unspektakulär Größere Actionszenen oder so sollte man nicht erwarten, nur hin und wieder gibt es mal brenzligere Momente. Stattdessen gibt es immer wieder persönliche Dramen, die zu der düsteren Stimmung beitragen, die in Mord auf Shetland: Fern der Heimat von Anfang an herrscht. Selbst ohne den brutalen Mord wäre man hier seines Lebens nicht wirklich froh. Alles ist grau und trübe, niemand scheint glücklich zu sein mit dem, was er tut. Das ist schon ganz atmosphärisch, aber doch ein ganzes Stück von dem entfernt, was Broadchurch vor einigen Jahren leistete. Wo es der Kollege schaffte, die Verbrecherjagd mit dem Porträt einer Gegend zu verbinden, da ist hier alles recht distanziert. Zumindest der erste Film ist nicht dazu geeignet, die Figuren wirklich besser kennenzulernen. Dafür hat er zu wenig zu erzählen, was das Bedürfnis, den zweiten Teil Der Tod wartet zu sehen, nicht unbedingt erhöht.

Credits

OT: „Shetland“
Land: UK
Jahr: 2019
Regie: Gordon Anderson
Drehbuch: David Kane, Paul Logue
Vorlage: Ann Cleeves
Musik: John Lunn
Kamera: Simon Vickery
Besetzung: Douglas Henshall, Alison O’Donnell, Steven Robertson, Mark Bonnar, Julie Graham, Lewis Howden, Anne Kidd, Rakie Ayola, Tracy Wiles, Owen Whitelaw, Lorn Macdonald, Ryan Fletcher

Bilder

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Mord auf Shetland: Fern der Heimat
Fazit
„Mord auf Shetland: Fern der Heimat“ beginnt mysteriös, wenn zu Beginn mehrere Leichenteile gefunden werden. Die Spannung nimmt bald aber spürbar ab, wenn eigentlich bereits klar ist, in welche Richtung das alles geht, es dabei jedoch nicht wirklich vorangeht.
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