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Meng long guo jiang Die Todeskralle schlägt wieder zu

„Die Todeskralle schlägt wieder zu“ // Deutschland-Start: 22. August 1975 (Kino) // 9. September 2011 (Blu-ray)

Eigentlich hatte Tang Lung (Bruce Lee) in erster Linie auf einen entspannten Urlaub in Rom gehofft, als ihn sein Onkel Wang (Huang Chung-hsin) anruft, er solle ihm etwas in seinem Restaurant in der italienischen Hauptstadt aushelfen. Jedoch sind die Probleme deutlich größer, als der junge Mann anfangs noch gedacht hatte, denn ein skrupelloser Immobilienhai setzt alles daran, das Restaurant zu kaufen. Da sich Wang aber weigert, besuchen regelmäßig die schlagkräftigen Männer des Unternehmers das Lokal, vertreiben und belästigen die Gäste und zerstören Teile der Einrichtung, sodass Wangs Finanzen langsam aber sich dem Ende entgegengehen. Da er seinen Köchen und Kellnern, ebenfalls Verwandte von ihm und Tang Lung, untersagt hat, im Lokal zu kämpfen oder sich generell auf eine Meinungsverschiedenheit einzulassen, die seinem Ruf schaden könnte, ist er wehrlos gegen den Immobilienhai. Doch selbst das Eintreffen seines Neffen aus Hongkong erfüllt ihn, wie auch seine Nichte Chen (Nora Miao) mit wenig Hoffnung, hatten sie doch vor allem auf einen Anwalt gehofft und nicht auf einen Mann, der weder Italienisch noch Englisch kann und daher bereits am Flughafen mit den vielen neuen Eindrücken überfordert zu sein scheint.

Jedoch hat Tang Lung andere Qualitäten, denn dem erfahrenen Kampfsportler gelingt es, die Männer des Immobilienhais in die Flucht zu schlagen und auch weitere Angriffe abzuwehren. Sogar ein Auftragskiller wird von Tang Lung besiegt, der schließlich bereit ist, den Bediensteten seines Onkels etwas von seiner Kampfkunst beizubringen, sodass sie nicht mehr länger wehrlos gegenüber den Männern des Immobilienhais sind. Erzürnt über die Niederlagen seiner Männer, heuert dieser schließlich drei erfahrene Kämpfer an, unter ihnen eine Karatemeister namens Colt (Chuck Norris) aus den USA, die Tang Lung das Handwerk legen sollen.

Ein Wegweiser für das Martial-Arts-Kino

Nach seinen Auftritten in Die Todesfaust des Cheng-Li und Todesgrüße aus Shanghai befand sich Bruce Lee auf der Höhe seines Ruhmes, besonders in seiner Heimat, und damit auch sein Einfluss auf die Projekte, in denen er mitwirkte, was für ihn immer wichtiger wurde, sodass er seine eigene Produktionsfirma gründen konnte. Der erste Film, der nach deren Gründung entstand, war Die Todeskralle schlägt wieder zu, bei dem Lee zum ersten Male neben der Hauptrolle auch die Regie übernahm Besonders aus heutiger Sicht erscheint Lees erste Regiearbeit stilbildend für das Genre des Martial-Arts-Kinos und legte ein Muster vor, welches viele Nachahmer fand und bei dem sich Produktionen mit Stars wie Jet Li oder Jackie Chan orientierten.

Spätestens gegen Ende der 1970er fand jene Mischung, die Lee bereits in Die Todeskralle schlägt wieder zu nutzte, besonderen Anklang und legte den Grundstein für viele Produktionen innerhalb des Genres. Von Filmen wie Powerman oder Rumble in the Bronx einmal abgesehen, finden sich sogar Parallelen zu modernem Actionkino wie der John Wick-Reihe, wenn es um den Mix aus Action, Kampfkunst und Humor geht, den Lee unter anderem etablierte und für lange Zeit zum Muster des Hongkong-Kinos machte. Augenscheinlich banale oder gar alberne Szenen, wie die Bestellung einer Mahlzeit im Flughafenrestaurant, verweisen auf jene Tradition im Kino, welche Action- und Komödienelemente miteinander verknüpft und man bis in die Werke eines Buster Keaton oder Harold Llloyd zurückverfolgen kann. Bruce Lee balanciert als Regisseur beide Elemente durchaus gekonnt, was Die Todeskralle schlägt wieder zu zu seinem unterhaltsamsten Film macht und darüber hinaus wohl auch den großen kommerziellen Erfolg des Streifens erklärt.

Wie ein Kampf auszusehen hat

Schon in seinen beiden letzten Filmen war Bruce Lee maßgeblich an den Kampfchoreografien beteiligt gewesen, wobei diese nach wie vor im Dienste des Gesamtwerkes und des Regisseurs stehen mussten. In seiner ersten Regiearbeit wollte Lee naturgemäß beweisen, wie ein Kampf auszusehen hat, der gleichzeitig dem Kampfstil Respekt zollt, einer Dramaturgie folgt und schließlich gut vor der Kamera aussieht. Die vielen Kämpfe in Die Todeskralle schlägt wieder zu geben Lee, wie auch den Kontrahenten seiner Figur, zu denen unter anderem der Kampfsportler und späterer Actionstar Chuck Norris gehört, Gelegenheit, ihr Können zu zeigen, was nicht zuletzt am finalen Kampf zwischen Tang Lung und Colt zu sehen ist, dessen Dramaturgie bis heute beispielhaft ist, wenn es darum geht, mit einem Kampf eine Geschichte zu erzählen.

Darüber hinaus dürfen sich Fans von Bruce Lee freuen, dass dieser das erste Mal die Nunchakus in einem Kampf einsetzt, eine Waffe, die, ähnlich dem schwarz-gelben Trainingsanzug, untrennbar mit dem Schauspieler verbunden ist.

Credits

OT:Meng long guo jiang“
Land: Hongkong
Jahr: 1972
Regie: Bruce Lee
Drehbuch: Bruce Lee
Musik: Joseph Koo
Kamera: Tadashi Nishimoto
Besetzung: Bruce Lee, Nora Miao, Paul Wei, Chung-hsin Huang, Tony Liu, Unicorn Chan, Chuck Norris, Robert Wall, Malisa Longo, In-shik Hwang, John T. Benn

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Die Todeskralle schlägt wieder zu
„Die Todeskralle schlägt wieder zu“ ist ein unterhaltsamer Mix aus Action und Komödie. Bruce Lee zeigt in seinem für das Genre des Martial-Arts-Kinos wegweisenden Film, wie man einerseits der Kampfkunst und den Kämpfern Respekt zollt und zugleich gutes Unterhaltungskino liefern kann.
8von 10
Leserwertung: (2 Votes)
7.6

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