James Bond 007 Feuerball Thunderball
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James Bond 007: Feuerball

Inhalt / Kritik

James Bond 007 Feuerball Thunderball
„James Bond 007: Feuerball“ // Deutschland-Start: 17. Dezember 1965 (Kino)

Zuletzt hat es bei der geheimen Verbrecherorganisation Phantom einige Rückschläge gegeben. Doch der Plan für den nächsten Coup steht bereits: Ein britisches Flugzeug wird gekapert, an dessen Bord sich zwei Atombomben befanden. Diese sollen zum Einsatz kommen, so die Drohung, sofern nicht ein stattliches Sümmchen bezahlt wird. Im Auftrag Ihrer Majestät soll der Geheimagent James Bond (Sean Connery) die Katastrophe verhindern und die Bomben finden, bevor es zu spät ist. Zu diesem Zweck lässt er sich nach Nassau versetzen, um dort Domino (Claudine Auger) zu treffen, die Schwester eines Flugzeuginsassen. Dabei wird schnell klar, dass deren Vormund Emilio Largo (Adolfo Celi) bei der Erpressung die Finger im Spiel hat …

Abenteuer mit Startschwierigkeiten

Was lange währt, wird endlich gut. Zum Teil zumindest. Eigentlich hätte Feuerball bereits der erste Film der Kinoreihe rund um den britischen Geheimagenten James Bond sein sollen. Allerdings stellte sich die Rechtslage als sehr kompliziert heraus. Ursprünglich war die Geschichte fürs Fernsehen geschrieben. Nachdem daraus nichts wurde, adaptierte sie Ian Fleming als regulären Roman – was wiederum die ursprünglichen Drehbuch-Coautoren auf den Plan rief. Und so kam es, dass zunächst James Bond jagt Dr. No gedreht wurde, Feuerball erst beim viertel Teil zum Einsatz kam. Und auch die oft als nicht wirklicher Bond Film verunglimpfte Neuverfilmung Sag niemals nie aus dem Jahr 1983 geht auf diese rechtlichen Streitigkeiten zurück.

Wirtschaftlich hatte sich die Wartezeit gelohnt. Feuerball übertraf noch einmal den Rekord von Goldfinger deutlich, die sich kontinuierlich steigernden Einspielergebnisse erreichten einen Höhepunkt, den auch spätere Teile lange Zeit nicht mehr schafften. Qualitativ konnte es der vierte Film zwar nicht ganz mit dem unmittelbaren Vorgänger aufnehmen, da gab es dann doch die eine oder andere Schwäche zu viel. Für sich genommen ist die Jagd auf zwei Atombomben aber noch immer sehr unterhaltsam und enthält viele der Elemente, welche die Fans in der seit mehreren Jahrzehnten andauernden Erfolgsreihe kennen und lieben.

Eine (fast) ganz normale Erpressung

So gibt es dieses Mal wieder eine Rückkehr zu Phantom bzw. S.P.E.C.T.R.E., wie die Verbrecherorganisation im englischen Original heißt. Statt eines selbst- und goldverliebten Größenwahnsinnigen steht mit Largo ein stärker traditionell ausgerichteter Schurke an, dessen Arbeit bei aller charakterlicher Abscheulichkeit pragmatisch geprägt ist. Largo will einfach nur mit der Erpressung Geld verdienen. Im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger Goldfinger ist das natürlich weniger interessant. Und auch wenn Adolfo Celi mit seiner Darstellung des Antagonisten durchaus überzeugt, mit dem egomanisch auftretenden Gert Fröbe kann er dann doch nicht konkurrieren. Interessant ist dafür Domino, die stärker als die vorangegangenen Bond Girls als ambivalente Figur gezeigt wird, die zwischen den Fronten steckt.

Ansonsten überzeugt Feuerball mal wieder mit den Schauwerten. So gibt es eine Vielzahl von Orten, an denen wir während der rund 130 Minuten dauernden Abenteuerreise vorbeikommen. Vor allem die Aufnahmen unter Wasser bleiben dabei in Erinnerung, selbst wenn die manchmal etwas lang geraten sind und es dadurch zu weniger schönen Dellen in der Spannungskurve kommt. Dazu kommen die immer wieder beliebten Gimmicks und Gadgets, die Tüftelmeister Q dem in der Hinsicht wenig rücksichtsvoll agierenden James Bond in die Hand drückt. Mit einem Raketenrucksack geht es los, später kommen unter anderem Geigerzähler und Atemgeräte in bislang unbekannten und sicher nicht immer sonderlich praktischen Formen zum Einsatz. Auf Realismus wurde dabei dankend verzichtet, man erfreute ich mehr an der Fantasie, weniger an dem technologisch Machbaren.

Nicht spannend, aber spaßig

Solche Punkte verleihen dem Film, gemeinsam mit diversen Dialogen, eine humorvolle Note, die bei vielen Teilen fest dazu gehört. Man wollte mit Feuerball nicht ernst genommen werden: Hier ist alles überzogen und over the top. Das bedeutet zwangsläufig, dass die Spannung nie richtig groß wird, dafür wirkt der Film einfach zu sehr einer normalen Welt entrückt. Die Bedrohung durch Atombomben, während des Kalten Krieges eigentlich ein Dauerbrenner, wird nie so richtig spürbar. Ordentlich zur Sache geht es aber schon, viele lassen auf dem Weg zum Ziel ihr Leben. Auch die zahlreichen Figuren, die auf beiden Seiten am Werk sind und diesmal tatsächlich etwas tun dürfen, anstatt nur Bond zuzusehen, tragen dazu bei, dass der Film ein würdiger Beitrag innerhalb der Reihe ist, selbst wenn so manches natürlich seither in die Jahre gekommen ist.

Credits

OT: „Thunderball“
Land: UK, USA
Jahr: 1965
Regie: Terence Young
Drehbuch: Richard Maibaum, John Hopkins, Jack Whittingham
Vorlage: Ian Fleming
Musik: John Barry
Kamera: Ted Moore
Besetzung: Sean Connery, Claudine Auger, Adolfo Celi, Luciana Paluzzi, Rik Van Nutter, Martine Beswick

Bilder

Trailer

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
Academy Awards 1966 Beste Spezialeffekte John Stears Sieg
BAFTA Awards 1966 Bestes Szenenbild (Farbe) Ken Adam Nominierung

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Nach mehreren Anläufen kam „James Bond 007: Feuerball“ doch noch zusammen und erfreute weltweit die Fans mit tollen Schauplätzen, unsinnigen Gadgets und viel Action. Im Vergleich zum vorangegangenen „Goldfinger“ ist das zwar trotz allem schwächer, zumal der Film auch zu lang ist. Aber es macht Spaß, dem Geheimagenten bei seiner Jagd auf zwei gestohlene Atombomben zuzusehen.
8
von 10