Sonata - Symphonie des Teufels
© Tiberius Film

Sonata – Symphonie des Teufels

Kritik

Sonata Symphonie des Teufels
„Sonata – Symphonie des Teufels“ // Deutschland-Start: 7. Januar 2021 (DVD/Blu-ray)

Ihr musikalisches Talent hat die Violinistin Rose Fisher (Freya Tingley) ohne Zweifel von ihrem Vater geerbt, der ein berühmter Komponist war. Ansonsten hatten die zwei aber nicht viel miteinander gemeinsam, Kontakt hatte es Jahre lang keinen mehr gegeben. Nun ist er tot und hat die junge Frau zu seiner Alleinerbin gemacht. Und zu vererben gab es einiges, allen voran die stattliche Villa in Frankreich. Als sie dorthin reist, macht sie aber noch eine ganz andere Entdeckung: Vor seinem Tod arbeitete ihr Vater offensichtlich an einer Sonate, die mit seltsamen Symbolen versehen ist. Während sie selbst damit am liebsten nichts zu tun hätte, drängt ihr Agent Charles Vernais (Simon Abkarian) darauf, der Sache weiter nachzugehen, in dem Wissen, wie viel das Stück wert sein muss …

Teuflisch kreativ

Künstlerische Genies haben schon immer eine große Faszination auf die Menschen ausgeübt, nicht nur der Werke wegen, die sie erschaffen haben, sondern auch wegen der Frage, wie sie überhaupt auf die Idee zu diesen gekommen sind. Wie kann ein Mensch aus dem Nichts etwas erschaffen, während andere zum bloßen Zuhören oder Zusehen verdammt sind? Früher brachte man Kreativität ganz gerne mal mit spiritueller bis göttlicher Erleuchtung in Verbindung. Ein Geschenk, das einem andere Kräfte gemacht haben. Wobei diese Kräfte nicht zwangsweise guter Natur sein müssen, wie Sonata – Symphonie des Teufels beweist, das bereits mit dem Titel verrät, wohin die Reise geht.

Aber selbst ohne den etwas spoilerischen Titel weiß man hier recht schnell, worauf das alles hinausläuft. Zwar wildert der Film anfangs ein wenig im Dramabereich umher, wenn es um das schwierige Erbe von Rose geht, die Entfremdung von ihrem Vater und den Wunsch, es aus eigener Kraft zu schaffen. Aber das ist nur ein bisschen Vorbereitung, bevor die eigentliche Geschichte beginnt. Eine abgelegene Villa mitten im Nirgendwo, verwinkelt und düster, das lässt von Anfang an auf ein Horrorwerk schließen. Als dann auch noch die eigenartigen Symbole auf der Partitur erscheinen, ist ohnehin alles klar, zu offensichtlich sind die okkulten Verweise.

Warten auf das Unvermeidliche

Allzu große Erwartungen sollte man an den Mystery-Part daher nicht haben. Zwar geht ein beträchtlicher Teil des Films dafür drauf, dass die beiden auf Spurensuche sind und Rätsel zu lösen versuchen. Dabei geht es jedoch mehr darum, wie dieses eigenartige Stück zu spielen ist. Das Publikum wartet derweilen darauf, was genau denn geschieht, wenn es denn mal gespielt wird. Das hat ein bisschen was von der ersten Staffel von The Umbrella Academy, wo ebenfalls ein Violinspiel das Ende der Welt herbeirufen soll. Anders als bei der Comic-Adaption geht es hier jedoch sehr viel weniger um den zwischenmenschlichen Aspekt. Der ist fast gar nicht vorhanden, sieht man einmal von der nicht ganz eindeutigen Beziehung zwischen Rose und ihrem Agenten ab.

Stattdessen gibt es vor allem den Griff in die Horrortrickkiste. Sonderlich interessant ist es aber nicht, was Regisseur und Co-Autor Andrew Desmond dort vorfinden. Da gibt es mal wieder unheimliche Kinder, die irgendwo in der Ecke rumstehen, die obligatorische freistehende Badewanne, der eine oder andere Jump Scare und natürlich Albträume. Die bleiben in einem derart unheimlichen Haus nicht aus, bei dem man schon vom bloßen Zusehen her Beklemmungen bekommt. Das Haus selbst macht dann auch einiges her. Allgemein können sich die Bilder von Janis Eglitis sehen lassen. Sie sind sogar das Beste an Sonata – Symphonie des Teufels.

Ansonsten ist der Film jedoch leider nicht sonderlich erwähnenswert. Ein Problem ist, dass Hauptfigur Rose schon sehr blass bleibt, es Tingley nicht gelingt, Interesse für sie zu entwickeln. Besser sind da schon die Auftritte von Simon Abkarian (Einsam zweisam), der als Agent, der plötzlich Blut geleckt hat, wenigstens noch etwas Ambivalenz mitbringt. Aber auch er kann nicht verhindern, dass sich zu schnell Langeweile einstellt. Es fehlen sowohl die inhaltlichen wie inszenatorischen Ideen, um tatsächlich etwas aus dem Stoff herauszuholen. Schade ist zudem, dass die Verbindung von künstlerischer Selbstentfaltung und dämonischer Befreiung hier so kurz kommt. Da hatte Nocturne in der Hinsicht mehr zu bieten als das bloße Abspielen von Noten.

Credits

OT: „The Sonata“
Land: Frankreich, UK, Russland, Lettland
Jahr: 2018
Regie: Andrew Desmond
Drehbuch: Andrew Desmond, Arthur Morin
Musik: Alexis Maingaud
Kamera: Janis Eglitis
Besetzung: Freya Tingley, Simon Abkarian, James Faulkner, Catherine Schaub-Abkarian

Bilder

Trailer

Kaufen/Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

In „Sonata – Symphonie des Teufels“ erbt eine aufstrebende Musikerin die Villa ihres entfremdeten Vaters sowie eine unbekannte Notenpartitur mit seltsamen Zeichen drauf. Der Mystery-Aspekt ist dennoch recht dünn, da schon zu früh klar ist, worauf alles hinausläuft. Allgemein stellt sich zu schnell Langeweile ein, weil der Film über ein paar schöne Aufnahmen hinaus zu wenig zu bieten hat.
4
von 10