Kritik

Gozen Duell der Samurai

„Gozen – Duell der Samurai“ // Deutschland-Start: 10. Dezember 2020 (DVD/Blu-ray)

Im antiken Japan ist zwar nach den Kämpfen der Sengoku-Zeit Friede eingekehrt, was aber noch längst nicht heißt, dass die Macht des Shoguns gesichert ist. Viele der Landesfürsten haben ihre eigenen Pläne, ihren Einfluss zu steigern und ihnen ist jedes Mittel recht, was die Ruhe im Land eher unsicher werden lässt. Vor allem Fürst Kaimasa Mochizuki (Kazuyoshi Haoka) verhält sich schon seit langer Zeit verdächtig, sodass der Shogun bereits eigene Spione, darunter den Samurai Rinnosuke Aoyama (Takatake Inukai) entsandt hat, um in dem von Mochizuki geleiteten Fuzuki-Clan zu ermitteln und Beweise für die Untreue des Fürsten zu sammeln. Ein von Mochizuki veranstaltetes Turnier kommt gerade recht und bietet die beste Gelegenheit, sich ohne aufzufallen in die Reihe des Fürsten zu mischen. Was Aoyama jedoch nicht ahnt, ist, dass der Fürst ebenfalls Spione in den eigenen Reihen vermutet, die er mittels des Turniers bloßstellen und sich ihrer entledigen will. Zwar gelingt es ihm, einen wichtigen Beweis sicherzustellen, doch seine wahre Identität gerät in Gefahr, als er sich in Yae (Yuki Mio), die schöne, aber sterbenskranke Tochter eines Landvogtes, verliebt. Da diese aber bereits Jinhachiro (Kouhei Takeda) versprochen ist, einem Krieger des Fuzuki-Clans, steht Rinosuke vor einer Entscheidung, entweder zu seiner Liebe zu stehen und für diese zu kämpfen oder sich dem Shogun gegenüber als treu zu erweisen.

Unvermeidlicher Kampf
Der japanische Regisseur Hidenori Ishida ist bei Filmliebhabern besonders wegen seiner zahlreichen Beiträge zum Kamen Rider-Universum bekannt, die einen Großteil seines filmischen Werkes sowie seiner Arbeiten fürs Fernsehen ausmachen. Mit Gozen – Duell der Samurai distanziert er sich etwas von diesen Werken und liefert ein klassisches jidageki, ein japanisches Historiendrama ab, welches im antiken Japan eine Geschichte über Liebe, Spionage und Machtmissbrauch erzählt. Das Ergebnis ist durchaus unterhaltsam und liefert solide Kampfszenen, wobei es Ishida jedoch nicht gelingt, dem Genre Neues abzugewinnen.

Im Zentrum steht, wie in so vielen jidagekis der Schwertkampf als Ausdruck jener Konflikte, die weit über die Grenzen der Arena hinausgehen, in denen sich die Kämpfer duellieren. Der Begriff gozen steht für einen Kampf, der unvermeidlich ist und unter der Aufsicht eines Daimyo, eines Landesfürsten wie Mochizuki, geführt wird. Ein Scheitern bei diesem gleicht einem Verlust des Rufes als Kämpfers und in der Gesellschaft, was ein Ignorieren ebenfalls unmöglich macht und einer Art Verrat am Fürsten gleichkommt. Auch wenn Charaktere wie Rinnosuke letztlich noch andere Motive antreiben, setzt Keiko Utsumis Drehbuch diesen Kampf, also das Turnier, in den Kontext groß angelegter Machtpolitik, die um die Unvermeidlichkeit der Konfrontation weiß.

Das Kalkül der Herrscher
Ebenfalls vielen anderen Vertretern des Genres ähnlich erscheinen auch in Ishidas Inszenierung die Charaktere wie Schachfiguren in einem viel größeren Konflikt. Abseits der Arena vermischen sich die Liebesgeschichte mit dem Drama eines Spions, der sich zwischen zwei Idealen entscheiden muss, aber auch nicht mehr zu sein scheint als ein Spielball, der zu jeder Zeit fallen gelassen werden kann. Im Gegensatz zu den opulenten Sets manch anderer Genrevertreter wirkt Ishidas Inszenierung geradezu intim, betont sie doch eben jenen Konflikt der Charaktere, auch wenn es nicht immer gelingt, diesen jene Dimensionen zu geben, um sie interessant zu machen und ihre Beziehung zueinander glaubhaft.

Auch die Kampfchoreografien, das Aushängeschild eines jeden jidagekis, überzeugen leider nicht immer. Schnell geschnittenen, packenden Auseinandersetzungen folgen teils durch den Schnitt sehr verworrene Sequenzen, welche den Schauplatz wechseln, sodass man sich nicht sicher ist, was eigentlich gerade passiert ist.

Credits

OT: „Gozen: Jenren no ken“
Land: Japan
Jahr: 2019
Regie: Hidenori Ishida
Drehbuch: Keiko Utsumi
Musik: Toru Ishizuka, Soma Genda
Besetzung: Inukai Takatake, Yuki Mio, Kohei Takeda, Hayato Onozuka, Yoshima Machii

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Gozen – Duell der Samurai
„Gozen – Duell der Samurai“ ist ein passables Historiendrama über Verrat, Liebe und Spionage. Regisseur Hidenori Ishida gelingt ein in Teilen überzeugender Film, der nicht immer konsequent in der Inszenierung ist und vor allem durch den wirren Schnitt eher holprig im Erzählfluss wirkt.
6von 10

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