Umbrella Academy Band 3 Hotel Oblivion

The Umbrella Academy – Band 3: Hotel Oblivion

Kritik

Umbrella Academy Band 3 Hotel OblivionEin frohes Beisammensein der ganzen Familie? Das ist bei den Hargreeves eher schwierig, denn irgendwie haben sie alle etwas anderes zu tun. Nummer fünf beispielsweise ist als Auftragskiller eher weniger für soziale Interaktion geeignet. Allison hadert mit ihrer gescheiterten Ehe, Klaus mit Drogen und Geistern. Vanya wiederum ist nach gewissen Vorfällen rund um einen geplanten Weltuntergang immer noch ein wenig neben der Spur. Dabei gäbe es eine Menge zu tun, schließlich steht beim Hotel Oblivion ein großer Ausbruch an, jener Ort, an dem ihr Vater Sir Reginald Hargreeves vor seinem Tod eine Reihe von Superschurken unterbrachte …

Rückkehr der etwas anderen Helden!
Eigentlich hatten Fans schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass es noch einmal ein Wiedersehen mit der Umbrella Academy geben würde, jener völlig dysfunktionalen Familie, die aus lauter Superhelden besteht. Oder zumindest Leuten mit Superkräften. Sicher, Weltuntergangs-Suite war 2008 ein großer Erfolg gewesen, sowohl bei Kritikern wie auch dem zahlenden Publikum. Der ein Jahr drauf veröffentlichte zweite Band Dallas ebenfalls. Seither war aber Funkstille, nur die wenigsten dürften daran geglaubt haben, dass noch mal eine Fortsetzung folgt. Doch zehn Jahre später gab es gleich doppelt Anlass zur Freude: Erst kam im Frühjahr die Netflix-Serie, wenige Monate später erschien der dritte Band Hotel Oblivion.

Wer über die Serie zur Comic-Reihe gekommen sein sollte, muss sich jedoch etwas umgewöhnen. Die Adaption ließ sich zwar von der Vorlage inspirieren, macht aber eine eigene Fassung daraus und erzählt eigene Geschichten. Das ist einerseits schön, da beide Fassungen ihre Stärken haben. Manchmal würde man sich aber schon wünschen, wenn doch noch mehr von der gedruckten Version genommen würde. Das gilt gerade für Hotel Oblivion, das bislang noch keine Spuren bei Netflix hinterlassen hat. Dabei ist das Szenario schon sehr witzig. Ein Hotel, das in einer Art Parallel-Universum steckt und das bevölkert wird von irgendwelchen kaputten Typen mit besonderen Kräften. Wie kann man hier keinen Spaß haben?

Im Kampf mit lauter Verrückten
Das erinnert ein wenig an das berühmte Unterwelt-Hotel von John Wick, in dem das gehobene Verbrechen verkehrt. Mit Noblesse und Regeln hat man es hier jedoch nicht so. Da gilt vielmehr das Motto: je bescheuerter, desto besser. Schon die zum Teil eher ausgefallenen Fähigkeiten der Umbrella Academy sorgten für frischen Wind im Superheldengenre. Bei den Gegenspielern tobte sich Gerard Way nun völlig frei aus. Erlaubt ist alles, die herumwuselnden Figuren sehen entweder komisch aus, tun etwas Komisches – oder am besten gleich beides. Hotel Oblivion steht dabei in der Tradition der alten Comic-Hefte, als man sich noch für keinen Blödsinn zu schade war und nicht zwanghaft so tat, als müsste alles düster sein. Bei Way darf noch gelacht werden, wenn eine Bande von kuriosen Meuchelmördern eine Stadt platt macht.

Wobei der Band nicht ausschließlich von diesem Hotel handelt, der sich anbietende große Showdown zwischen der Umbrella Academy und den Schurken ist nicht wahnsinnig lang. Aber schon vorher passiert genug, gibt es vor allem auch genug zu sehen. Zeichner Gabriel Bá setzt seinen Stil der sehr markanten Designs fort, gekoppelt an eine bedrückende Stimmung mit teils ungewöhnlicher, tendenziell gedeckter Farbgebung. Die Details sind dabei meist eher etwas sparsam, durch die häufigen Ortswechsel und parallelen Erzählstränge kommt aber auch so genug Abwechslung hinein. Tatsächlich ist Hotel Oblivion oft etwas chaotisch und man muss sich schon darauf einlassen können, auf diese seltsame Welt, irgendwo zwischen brutal, tragisch und witzig, in der es niemanden mehr zu geben scheint, der einer Vorstellung von Normalität gleichkommen könnte.

Credits

OT: „The Umbrella Academy: Hotel Oblivion“
Land: USA
Jahr: 2019
Text: Gerard Way
Zeichnungen: Gabriel Bá

Bilder

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Im dritten Band des Kult-Comics „Umbrella Academy“ bekommen es die Geschwister mit Gegnern zu tun, die nicht minder kuriose Spezialfähigkeiten haben – sofern sie nicht mit sich selbst beschäftigt sind. „Hotel Oblivion“ ist dabei gerne mal etwas chaotisch, oft komisch, kann aber auch sehr düster werden.
3.5