Kritik

Eis kann natürlich sehr praktisch sein zur Kühlung, sei es nun im kulinarischen Umfeld oder im medizinischen. Spannend würde man das Thema hingegen wohl eher nicht nennen. Der Belgierin Soetkin Verstegen machte das aber wenig aus, widmete ihm doch einen beträchtlichen Zeitraum, um daraus einen fünfminütigen Animationsfilm zu destillieren. Wirklich viel Inhalt hat Freeze Frame nicht. Die normaleren Szenen befassen sich mit einer Gruppe von Menschen, die aus einer Eisschicht Quader schneiden, die aufbewahrt und weitertransportiert werden sollen, vorher aber schmelzen. Außerdem dürfen wir noch ein paar Tieren zusehen, die sich fortbewegen und so aussehen, als hätte man sie mit einem Röntgenapparat aufgenommen.

Was Verstegen mit dem Kurzfilm aussagen wollte, etwa zur Vergeblichkeit der Arbeit, darüber kann diskutiert werden. Sofern sie überhaupt etwas aussagen wollte. Er ist auf jeden Fall sehr kunstvoll geworden, dabei auch irgendwie unheimlich. Das Stop-Motion-Werk ist komplett in Schwarzweiß gehalten, verzichtet auf Dialoge oder Musik. Es gibt lediglich Geräusche wie das des zerberstenden Eises oder auch ein pfeifender Wind, der zu der dichten Atmosphäre beiträgt. Die Welt von Freeze Frame wirkt gleichzeitig real und surreal, nimmt uns mit an einen fremden Ort, der aus einer fernen Vergangenheit zu sein scheint und an dem nichts wirklich Bestand hat.

Credits

OT: „Freeze Frame“
Land: Belgien
Jahr: 2019
Regie: Soetkin Verstegen

Trailer

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Annecy 2020

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Freeze Frame
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Freeze Frame
„Freeze Frame“ ist ein fünf Minuten langer Animationsfilm über Männer, die Eisquader sägen, ohne Worte, ohne Musik, ohne Geschichte. Das hört sich langweilig an, der Stop-Motion-Mini ist aber kunstvoll umgesetzt, dabei von einer unheimlichen Atmosphäre.
7von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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