Kritik

Drive Angry

„Drive Angry“ // Deutschland-Start: 24. Februar 2011 (Kino) // 24. Juni 2011 (DVD/Blu-ray)

Nachdem er aus der Hölle ausgebrochen ist, hat John Milton (Nicolas Cage), zu Lebzeiten ein Krimineller, nur noch im Sinn, seine Enkelin aus den Fängen des Sektengurus Jonah King (Billy Burke) zu befreien, welcher zuvor Miltons Tochter aus brutale Weise umbrachte, was Milton in der Hölle hilflos mitansehen musste. So jagt er die Mitglieder des Kults rund um King, wobei er herausfindet, dass seine Enkelin Teil eines blutigen Rituals sein soll, bei dem King Kontakt mit dem Höllenfürsten höchstpersönlich herstellen will. Während seiner Verfolgung Kings macht er  Bekanntschaft mit Piper (Amber Heard), welcher er hilft, als ihr Freund handgreiflich wird, und die ihm ihr Auto zu Verfügung stellt. Jedoch hat der Teufel die Flucht Miltons längst bemerkt und den Buchhalter (William Fichtner) auf die Erde gesandt, der den Flüchtigen wieder zurückbringen soll. Doch dieser ist nur einer von vielen, der auf Milton aufmerksam geworden ist, auch King hat seinen Verfolger längst bemerkt und es nun sehr eilig mit dem Ritual.

Überzeichnet und geschmacklos
Der von Patrick Lussier inszenierte Drive Angry bildet einen von insgesamt vier Filmen, bei denen Nicolas Cage 2011 mitwirkte. Nach eigener Aussage wollte Lussier nach seiner Neuverfilmung des Horrorfilms My Bloody Valentine aus dem Jahre 2009 eine Hommage an die Actionfilme der 70er Jahre drehen und ließ sich von Streifen wie Die Blechpiraten oder Fluchtpunkt San Francisco inspirieren. Zusammen mit Todd Farmer, der im Film einen Auftritt als Amber Heard brutaler Freund hat, wurde die Geschichte schnell heruntergeschrieben und fand ziemlich schnell einen Produzenten. Wie bereits bei My Bloody Valentine nutzte Lussier für Drive Angry die 3D-Technologie, was wahrscheinlich ein Grund war, warum sein Projekt so schnell grünes Licht in Hollywood bekam.

Zunächst einmal ist Drive Angry ein Film, der von der Überzeichnung lebt und dadurch einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert bietet. Mit der Besetzung von Nicolas Cage in der Hauptrolle hat man einen Darsteller gefunden, der ein idealer Kollaborateur für derlei Projekte ist und durch die Ghost Rider-Filme schon Erfahrung mit ähnlich gelagerten Stoffen hat. Anders als Johnny Blaze besitzt Milton nicht jene Schwere, die gerade den ersten Ghost Rider immer etwas träge machte, sondern fühlt sich sichtlich wohl im Kugelhagel. Wenn er, während er mit einer Frau Sex hat, es schafft eine Horde Angreifer abzuwehren, dabei gleichzeitig eine dicke Zigarre zu rauchen und eine Flasche Jack Daniels zu leeren, fasst dies die Essenz eines Films wie Drive Angry treffend zusammen. Wer nach einer solchen Sequenz, wie es viele Kritiker getan haben, dem Film „Geschmacklosigkeit“ vorwirft, hat nicht ganz verstanden, mit welcher Art von Film er es zu tun hat.

Auf dem Weg in die Hölle
Konsequenterweise unterstützt die Inszenierung Lussiers eben jene Ästhetik, die in ihren besten Szenen an das sehr unterhaltsame Grindhouse-Projekt Quentin Tarantinos und Robert Rodriguez erinnert. Die Verfolgungsjagden, der damit verbundene Fetisch mit Autos, die derben Sprüche und die überzogene Gewaltdarstellung vervollständigen das Gesamtbild eines Films, in welchem gerade Nicolas Cage durch sein Spiel den Höhepunkt darstellt.

In den wenigen Szenen, in denen Cage nicht mitspielt, merkt man die Schwächen von Drive Angry schmerzhaft. Neben den nicht besonders gut kaschierten digitalen Effekten, der teils schreienden Sinnlosigkeit des Skripts erhält in solchen Momenten vor allem die Langeweile Einzug in einen Film, der, wie sein Titel es schon andeutet, es sich nicht leisten kann auf die Bremse zu drücken.

Credits

OT: „Drive Angry“
Land: USA
Jahr: 2011
Regie: Patrick Lussier
Drehbuch: Todd Farmer, Patrick Lussier
Musik: Michael Wandmacher
Kamera: Brian Pearson
Besetzung: Nicolas Cage, Amber Heard, William Fichtner, Billy Burke, David Morse

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Drive Angry
4.33 (86.67%) 3 Artikel bewerten

Drive Angry
"Drive Angry" ist ein unterhaltsamer Actionfilm, der sich durch die Besetzung Nicolas Cages gerade noch vom Durchschnitt abhebt. Klammert man ihn aus sieht man sich vor allem mit den Schwächen des Drehbuchs konfrontiert, welches durchaus noch etwas mehr Finetuning, um im Auto-Jargon zu bleiben, hätte vertragen können.
6von 10

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